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UA-Wochensplitter: Enttäuschte Bürger, entgeisterte Boule-Spieler

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Von: Henning Schenckenberg

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Wenn irgendwo irgendetwas schief geht, wird schnell der Ruf nach Konsequenzen laut. Meist sollen Politik oder Verwaltung dann Handlungsfähigkeit beweisen. Manchmal läuft es aber auch genau andersherum - deren Handeln hat ein Problem, das vorher gar nicht bestand, überhaupt erst hervorgerufen. Das Unwetter jedenfalls, das Anfang Juni den Taunus heimgesucht und vor allem in Westerfeld beträchtliche Schäden angerichtet hat, zieht nun auch in Schmitten noch ein gewisses Donnergrollen nach sich.

Dort - konkret im von Hochwasser betroffenen Brombach - haben die Bürger die klare Erwartung an die Verwaltung formuliert, den Schutz vor derartigen Ereignissen zu verbessern. Experten haben diesen Wünschen nun allerdings den Wind aus den Segeln genommen. Die Kosten einer Nachrüstung stünden in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen - selbst, wenn eine siebenstellige Summe investiert würde, wäre Brombach nur gegen ein "Fünf-Jahres-Hochwasser" gewappnet. Ein wirksamer Schutz gegen ein Jahrhunderthochwasser sei dagegen illusorisch. Die Reaktionen der Bürger auf diese Expertise waren verhalten. Natürlich ist deren Enttäuschung verständlich. Aber zur Wahrheit gehört es eben auch, dass man sich nur dort ansiedeln sollte, wo es im Einklang mit der Natur möglich ist. Wer in der Nähe eines Gewässers baut, muss leider mit Überschwemmungen rechnen.Ob dagegen die Boule-Spieler in Wehrheim - und sind wir nun bei Problemen, die das Agieren der Verwaltung hervorgerufen hat - mit einem Splitbelag auf ihrer neu gebauten Bahn nahe des Bürgerhauses gerechnet haben, ist eher unwahrscheinlich. Ganz im Gegenteil, ihr Ärger ist groß. Denn sie weisen darauf hin, dass dieser Splitbelag für eine vernünftige Partie Boule völlig ungeeignet ist. Noch ärgerlicher sei es, dass die Spieler dem Bauamt angeboten hätten, bei der Planung der Bahn mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dies sei aber nicht erwünscht gewesen. Die Boule-Spieler wollen nun weiterhin den Festplatz für ihre Spiele nutzen. Ob die für viel Geld gebaute Bahn in naher Zukunft irgendwie genutzt wird, steht in den Sternen.Immerhin, die Boule-Bahn ist nicht der einzige Wehrheimer Neubau, der seiner Nutzung harrt. Auch die Sporthalle am Oberloh ist noch nicht in Betrieb - unter anderem, weil bisher noch kein sicherer Übergang vom Radweg auf der anderen Straßenseite zur Halle realisiert werden konnte... Billig ist auch die Sporthalle nicht gewesen.Bleibt mir nur, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein spätsommerlich sonniges Wochenende zu wünschen.

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