UA-Wochensplitter: Solidarität und Improvisationskunst gefragt

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Probleme sind doch immer relativ. Klar, die Baustelle zwischen Dorfweil und Schmitten und die damit verbundenen Umwege sind für alle Betroffenen nervig. Doch immerhin ist die Baustelle in rund drei Wochen Geschichte. Blickt man auf die Sorgen in jenen Gegenden, die jüngst von der Flutkatastrophe heimgesucht worden sind, dann relativiert sich der Ärger, der in Schmitten durch die ständigen Umwege aufkommen mag.

Bemerkenswert ist die Solidarität, die den Flutopfern auch bei uns entgegengebracht wird. So haben die Anwohner der Straße "Am Hardtköppel" im Grävenwiesbacher Ortsteil Naunstadt einen Benefiz-Flohmarkt veranstaltet, der den von den Wassermassen geschädigten Menschen immerhin rund 3500 Euro bringen wird. Das ist vielleicht nur ein "Tropfen auf dem heißen Stein", aber zumindest besser als gar nichts. Und eine starke Geste der Naunstädter ist es ohnehin.Wenngleich die Schäden - zum Glück - nicht vergleichbar waren, so sollte nicht vergessen werden, dass auch die Keller viele Westerfelder Bürger Anfang Juni nach einem heftigen Unwetter über Neu-Anspach von einer über die Ufer getretenen Usa überschwemmt worden sind. Auch hier begann eine Spendenaktion, die zunächst zwar etwas verhalten angelaufen ist, mittlerweile aber beachtliche 17 570 Euro eingebracht hat. Gelegentlich zeigt sich die Gesellschaft also doch als Solidargemeinschaft. Und das ist doch mal eine gute Nachricht.Auch viele Schmittener lassen sich von der Baustelle nicht unterkriegen. Sie entdecken nun andere Verkehrsmittel, wie beispielsweise das Fahrrad. Vielleicht schlagen sie damit ja sogar mehrere Fliegen mit einer Klappe. Auf zwei Rädern kommen sie durch die Baustelle, ersparen sich die Hektik hinter dem Steuer, tun etwas für ihre Gesundheit und natürlich auch fürs Klima. Viele Schmittener machen also das Beste aus der Situation - eine weitere gute Nachricht.Nicht wirklich positiv bewerteten die Gewerbetreibenden dagegen die Nachrichten aus der Politik, dass ein "milder" Lockdown - also mit Einschränkungen für Ungeimpfte - eine Option sein könnte, im Herbst eine mögliche vierte Corona-Welle zu brechen. Die Unternehmen, so sagte etwa Heinz Weidner, Vorsitzender des Neu-Anspacher Gewerbevereins, hätten nach chaotischen Monaten endlich wieder eine halbwegs "stabile" Situation. Nun würden sie durch die Lockdown-Diskussionen der Politik aufs Neue verunsichert. Tatsächlich sollte die Politik andere Wege finden, mit - vermutlich - steigenden Inzidenzen umzugehen. Sollte die Inzidenz überhaupt noch als maßgeblicher Wert betrachtet werden? Entscheidend ist doch eher, wie schwer die Menschen erkranken und wie sehr das Gesundheitssystem belastet ist. Aktuell zumindest ist die Lage in den Hochtaunuskliniken entspannt. Dort werden drei Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt - niemand liegt auf der Intensivstation.Ich gebe es ja zu, liebe Leserinnen und Leser! Als es im Juni mal so heiß geworden ist, habe ich mich bei der lieben Kollegin über die Hitze beschwert. "Alles, nur das nicht", habe ich gesagt. Nun, offenbar bin ich erhört worden, denn seitdem regnet es gefühlt nur noch. Ich leiste hiermit Abbitte, hoffe auf ein bisschen Sonnenschein und wünsche Ihnen ein trockenes Wochenende!

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