UA-Wochensplitter: Unerfreuliche Post aus Offenbach und Wiesbaden

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Allzu oft geht es an dieser Stelle um die klammen Finanzen der Stadt Neu-Anspach. Nun gebühren diese "Schlagzeilen" dem benachbarten Apfeldorf Wehrheim. Jüngst hatten die Parlamentarier dort noch mit breiter Mehrheit eine Haushaltssatzung beschlossen, die zwar wenig ambitioniert war, aber zumindest ohne steuerliche Härten oder allzu unangenehme Sparmaßnahmen auskam.

Dies könnte nun Makulatur sein. Denn die Gemeinde bekam Post vom Finanzamt Offenbach - und der Inhalt dürfte einen ziemlichen Schock ausgelöst haben. Die Gemeinde muss Gewerbesteuern in Höhe von rund acht Millionen Euro zurückzahlen - einen Teil davon vermutlich noch im ersten Halbjahr 2021. Nun muss wohl ein neuer Haushalt her - und vor allem natürlich acht Millionen Euro. Die dürften nur über entsprechende Liquiditätskredite aufzutreiben sein - mit entsprechend negativen Folgen für die ohnehin schon zurückhaltend geplanten Investitionen in der nächsten Zeit. Gut möglich außerdem, dass auch den Wehrheimer Bürgern Härten drohen, wie etwa eine Erhöhung der Grundsteuer B. Die Nachbarn in Neu-Anspach können davon schon seit geraumer Zeit ein Lied singen. Während der "Brief aus Offenbach" den Wehrheimern die Laune verhagelt hat, ärgerte sich die Kreisspitze über digitale Post aus Wiesbaden. Auf Nachfrage des Usinger Anzeigers hatte das Innenministerium die Schuld für die Engpässe bei den Zweitimpfungen in Grävenwiesbach, Weilrod und Wehrheim nämlich ganz klar dem Impfzentrum des Hochtaunuskreises zugeschrieben. Dort hätten, so der Vorwurf, zu viele Menschen eine Erstimpfung erhalten, sodass der Impfstoff für die Zweitimpfung schlicht gefehlt habe. Der Hochtaunuskreis wies diese Vorwürfe nicht weniger vehement zurück und argumentierte, das Land Hessen hätte weniger Impfdosen als vereinbart geliefert. Was wirklich schief gegangen ist, bleibt offen. Beide Seiten beharren auf ihrer Darstellung, haben sich nun aber zumindest vorgenommen, künftig enger zu kooperieren.Die Nerven, das zeigt diese Episode allemal, liegen bei allen Beteiligten blank. Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Fortschritt der Impfungen nicht nur im Kreis, sondern im ganzen Land, überschaubar. Viele (zu viele) reden offenbar bei der Organisation mit, die Verantwortung für Missstände will dann aber niemand übernehmen.Ärger mit der Bürokratie aus Offenbach, Ärger der Bürokratie aus Wiesbaden: Am Wochenende, liebe Leserinnen und Leser, haben die Bürokraten Pause. Und auch wir können uns erholen. Ich wünsche Ihnen zwei entspannte Tage.

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