UA-Wochensplitter: Wenn die Wahrheit tatsächlich in der Mitte liegt

  • schließen

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Die Worte, die Ralf Müller, Vorsitzender des Usinger Gewerbevereins findet, sind mehr als deutlich. Viele lokale Unternehmen drohen ihre Existenz zu verlieren, falls der aktuelle Lockdown noch weitere zwei oder drei Monate anhalten sollte. Gemeinsam wollen nun die Gewerbevereine aus Usingen, Neu-Anspach und Wehrheim die Aktion "Wir machen auf.

..merksam" forcieren und so auf die fatale Lage des Einzelhandels hinweisen. Drücken wir "unseren" Händlern die Daumen, dass sie in den nächsten Wochen durchhalten und unterstützen wir sie, wo wir können. Sonst werden wir vielleicht eines Tages zwar das Virus besiegt, aber dafür unsere heimischen Geschäfte verloren haben. Viel wird in diesen "Corona-Tagen" über Zahlen diskutiert und manchmal auch gestritten. Wie hoch ist die 7-Tage-Inzidenz? Wie weit darf man sich noch von seinem Wohnort entfernen? Und: Wie sieht es eigentlich mit der Übersterblichkeit aus?Die einen behaupten, es gebe sie nicht. Andere sagen, in Deutschland seien im Corona-Jahr sehr viel mehr Menschen gestorben als in den Vorjahren. Es ist zwar ein bisschen mühselig, aber doch umsetzbar, sich selbst ein Bild zu machen. Das Statistische Bundesamt hat auf seiner Homepage (www.destatis.de") eine Grafik veröffentlicht, die die täglichen Sterbefälle in Deutschland der letzten fünf Jahre auflistet. Dabei wird deutlich, dass im Jahr 2020 in Deutschland im Winter und bis Mitte März täglich oft zwischen 500 und 1000 Menschen weniger gestorben sind als in den Vorjahren mit teilweise "normalen" Grippe-Wellen, dann, im April, jedoch auffallend mehr und nach einem Sommer ohne signifikante Unterschiede gegen Ende des Jahres auch wieder mehr. Die Wahrheit liegt also - wie so oft - in der Mitte. Wie viele Menschen ohne die Hygienemaßnahmen und Restriktionen im vergangenen Jahr möglicherweise zusätzlich gestorben wären, verrät die Grafik naturgemäß nicht.Sie zeigt uns aber in jedem Fall, dass man weder jenen Menschen auf den Leim gehen sollte, die die Pandemie verharmlosen, noch "einfach so" und kritiklos in einen weiteren - verschärften - Lockdown stolpern sollte, der die wirtschaftlichen Probleme des Landes und vieler Menschen immer weiter verschärfen würde.An diesem Wochenende, liebe Leserinnen und Leser, könnte es wieder winterlich werden. Der Hochtaunuskreis hat in einer Pressemeldung vor "lebensgefährlichen" Bedingungen auf dem Feldberg gewarnt. Nun gut - früher war viel Schnee mal Normalität. Aber tatsächlich sind die Wege zumindest Richtung Sandplacken extrem vereist und viele Bäume in keinem guten Zustand. Genießen wir also den Winter - aber mit Vorsicht und Abstand!

Das könnte Sie auch interessieren