UA-Wochensplitter: Wie in der Spülmittelwerbung

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Kennen Sie den Werbespot für ein Spülmittel, in dem die Bewohner des (fiktiven) spanischen Örtchens Villarriba schon wieder ein zünftiges Fest feiern, während ihre Nachbarn in dem ebenfalls fiktiven Örtchen Villabajo noch verzweifelt versuchen, das Geschirr von den Spuren des zurückliegenden Gelages zu befreien?

Diese Assoziation drängt sich auf, wenn man auf die digitalen Entwicklungen in Usingen und Neu-Anspach in dieser Woche blickt. Während in der Buchfinkenstadt das Glasfasernetz für schnelleres Internet verlegt wird, ist in Teilen der Kleeblattstadt die "digitale Diaspora" ausgebrochen. Dieses Mal kann die - auch in dieser Stelle gerne kritisierte - Politik aber wirklich nichts dafür. Der schwarze Peter liegt offenbar bei Vodafone. Das Unternehmen hat es nämlich verschlafen, nach dem planmäßigen Abriss des Funkmasts auf dem ehemaligen Gelände von Opel Jäger rechtzeitig einen neuen aufzustellen. Nun sind etliche Neu-Anspacher Kunden "offline". Erst in acht bis zehn Wochen will Vodafone Abhilfe geschaffen haben - verständlich, dass viele Nutzer frustriert sind. Zumal sie bei den Versuchen, mit dem Mobilfunkanbieter in Kontakt zu treten, meist in diversen Warteschleifen hängen geblieben sind. Auch Bürgermeister Thomas Pauli kann davon - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Lied singen. Die Forcierung der Digitalisierung, die nicht zuletzt im jüngsten Kommunalwahlkampf (auch unter dem Eindruck der Pandemie) immer wieder gefordert worden ist, ist in der Tat notwendig. Nur müssen dabei halt auch die Anbieter mitspielen...Der Gedanken an die Bewohner von Villarriba und Villabajo drängt sich leider auch auf, wenn man sich ein Szenario vor Augen führt, bei dem Geimpfte ein kühles Bier im Biergarten genießen, während andere (die sich vielleicht impfen lassen wollen, aber noch keinen Termin erhalten haben) dabei zuschauen. Die gute Nachricht ist, dass dies wohl höchstens am Wochenende so sein wird. Denn wenn die Inzidenz so bleibt wie jetzt, dürfen wir ab Montag alle wieder in Biergärten oder Restaurants - zumindest in den Außenbereich.Was ab wann erlaubt ist, hat in den letzten Tagen auch bei uns in der Redaktion für einige Rechnereien gesorgt. Jüngst hatten wir den 26. Mai als jenen Tag vermeldet, an dem weitere Lockerungen eintreten sollten - der Hochtaunuskreis hätte dann 14 Werktage eine Inzidenz von unter 100 gehabt. Tatsächlich wird er aber aller Voraussicht nach bereits am Montag auch fünf Tage eine Inzidenz von unter 50 gehabt haben - und auch in diesem Szenario greifen die Lockerungen.Dass das Usinger Stadtfest, das am ersten Juli-Wochenende hätte stattfinden sollen, dennoch ausfallen wird, ist schade, aber verständlich. Genießen wir, liebe Leserinnen und Leser, zunächst lieber wieder einen Besuch im Biergarten in etwas kleinerer Runde - auch die großen Veranstaltungen werden bald wiederkommen. Irgendwann ist es ja schließlich auch den Bürgern von Villabajo gelungen, ihren Abwasch hinzubekommen.

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