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Apothekerin Dr. Schamim Eckert (rechts) hat die Impfaktion organisiert und Dr. Saqib Cheema und sein Team ins Jugendhaus geholt. Esther Müller ist begeistert, dass alles so gut funktioniert.

Corona-Impf-Aktion

Unbürokratisch geimpft: Aktion der Glocken-Apotheke stößt auf große Resonanz

Corona-Test und Corona-Schutzimpfungen gibt es bei der Neu-Anspacher Glocken-Apotheke - und entsprechend Anklang fand am Wochenende auch eine Impfaktion.

Neu-Anspach . Schon bevor die Impfstation, die die Glocken-Apotheke im Neu-Anspacher Jugendhaus organisiert hatte, am Samstag den Betrieb aufgenommen hat, hatte sich über den Parkplatz eine Schlange bis zum Bürgerhaus gebildet. Dr. Schamim Eckert, Fachapothekerin für Arzneimittelinformation, steht zu Beginn des Termins persönlich am Eingang zum Jugendhaus und weist ein. Denn hier wird an diesem Vormittag nicht nur geimpft.

Die im Jugendhaus ebenfalls von der Glocken-Apotheke betriebene Corona-Teststation ist die einzige im Usinger Land, die ihren Betrieb nicht eingestellt hat, seitdem die Bürger die Tests selbst bezahlen müssen. Das bewährt sich auch bei der Impfaktion.

Eckert schickt auf jeden Fall alle, die ihre erste oder zweite Impfung bekommen sollen, vorher zum Testen. »Wer positiv getestet ist, darf nicht geimpft werden«, weiß sie, aber auch, dass Durchbrüche nach der zweiten Impfung vorkommen können. Deshalb spricht sie alle persönlich an und empfiehlt auch vor der Auffrischungsimpfung einen Test. Am Samstag waren wie in den Tagen zuvor wieder positiv Getestete dabei.

Für das Team von Eckert bedeutet das: gründlich desinfizieren und lüften. Für die Bürger, die auch aus den Nachbarkommunen kommen, heißt das Geduld haben und ein bisschen warten. Trotzdem laufen Schnell- und/oder PCR-Test und Impfung rasch und unbürokratisch.

Das schätzt auch das Ehepaar Esther und Werner Müller »Nur wenn wir gut besetzt sind, können wir einen zügigen Ablauf garantieren«, sagt Eckert. Sie hat seitens der Apotheke 15 Helfer im Einsatz. Hinzu kommen noch acht Mitarbeiter der Impfpraxis Frankfurt.Drei Ärzte verabreichen in drei Kabinen den Piks mit Impfstoff von Biontech oder Moderna.

»Gerade die Booster-Impfungen werden helfen, die vierte Welle zu brechen«, sind sich Eckert und Dr. Saqib Cheema von der Impfpraxis einig. Angesichts der unaufhörlich steigenden Zahl an Infektionen sei es wichtig, die Pandemie mit aller Kraft zu bekämpfen, so Eckert. Dazu gehört auch, dass Nachzügler, die noch nach 13 Uhr zur Impfstation kommen, auch drankommen und nicht abgewiesen werden.

Und obwohl das Portal zur Ausstellung des digitalen Impfpasses im Jugendhaus nicht funktioniert, bekommt jeder der über 300 an diesem Tag Geimpften noch sein digitales Zertifikat nachgereicht. Dafür absolvieren Eckert und einige Mitarbeiter am Nachmittag, nachdem die Impfstation abgebaut, die Teststation für den Wochenanfang vorbereitet und der Müll entsorgt ist, einen Sondereinsatz in der Apotheke.

»Besondere Zeiten erfordern besonderes Handeln«, ist Eckert überzeugt. Und auch davon: »Mit 2G plus wären wir aus der Misere raus.« Bisher brauchen Geimpfte oder Genesene in den meisten Fällen keinen Test vorzulegen, um Eintritt zu Veranstaltungen oder in Restaurants zu erhalten. 2G plus würde bedeuten, dass nur noch Geimpfte und Genese mit einem aktuellen Test an Veranstaltungen teilnehmen könnten. Menschen, die nicht geimpft sind, würden ganz ausgeschlossen.

Eckert ist stolz, dass sie als erste Apotheke im Usinger Land mit der Kombination von Test- und Impfstation unbürokratisch dazu beitragen kann, das Impftempo weiter zu erhöhen. Am kommenden Samstag soll die Impfstation im Jugendhaus wieder von 9 bis 13 Uhr in Betrieb sein.

Ob weitere Termine nötig sind, will Eckert abwarten. Wenn absehbar sei, dass Impfungen in den drei Standorten der Hochtaunuskliniken in Usingen, Bad Homburg und Königstein die regelmäßigen Aktionen des mobilen Impfteams in den einzelnen Kommunen und die Impfungen bei Hausärzten den Bedarf abdecken, will sie sich im Jugendhaus auf Corona-Tests konzentrieren.

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