2G-Regel: Kunden reagieren entspannt

USINGEN (msc). Mit großen Augen bestaunt die junge Frau das Schaufenster eines Schuhladens. Es ist ihr anzusehen, wie ihre Wahl aussieht. Energisch wendet sie sich zur Eingangstür und prallt dort augenblicklich an einer Verkäuferin ab. Ein kurzes Gespräch und die junge Frau verlässt enttäuscht zu Boden blickend den Laden. Augenscheinlich erfüllt sie nicht die 2G-Regel, die derzeit aufgrund der gestiegenen Corona-Infektionen allen Ungeimpften den Zutritt zu Läden, außer denen mit Waren des täglichen Gebrauchs, verbietet.

Doch wie kommen diese Regeln bei den Kunden an? Sind alle Kunden so einfach abzuweisen wie diese junge Frau? Die Mitarbeiterin im Textilgeschäft »Takko« am Kontrollpunkt im Eingangsbereich achtet darauf, dass jeder Kunde sich ausweist und die Impfbescheinigung vorlegt. Wer sie nicht zeigt, darf nicht rein. »Die meisten Menschen haben Verständnis«, berichtet sie. Es gebe aber immer wieder Leute, die sich darüber aufregen. Zudem gebe die, die lesen, was da als Info im Eingangsbereich steht, und dann weitergehen.

Im benachbarten Schuhgeschäft findet der Kunde ebenfalls genau diese Informationen direkt hinter der Eingangstür. »Bitte warten Sie hier. Wir holen Sie ab«, steht da geschrieben. Bereitzuhalten sind der Ausweis sowie der Impf- oder Genesenennachweis. Eigentlich sei das bekannt, und doch höre sie von den Kunden immer wieder, dass sie die Bescheinigung vergessen hätten oder von dieser Regel gar nichts wüssten, sagt Mitarbeiterin Aylin Vetter.

Geimpft oder genesen muss man auch sein, wenn das Auto zur Reparatur muss. Im Autohaus Erlenhoff habe aber bisher jeder Verständnis für diese Regelung gehabt, bestätigt Mitarbeiterin Yvonne Badeke. »Die Leute haben alle nötigen Papiere schon in der Hand.« Das heiße aber nicht, dass Ungeimpfte jetzt zu Fuß gehen müssen, wenn ihr Auto in die Werkstatt muss. Denn wer ungeimpft ist, der wird vor den Geschäftsräumen mit Maske bedient und führt dort das nötige Gespräch mit den Kundenberatern.

Fahrräder werden im Winter ohnehin nicht häufig gekauft, Rolf Becker darf aber ebenfalls seine Kunden im Eschbacher Fahrrad-Geschäft nur empfangen und beraten, wenn sie geimpft oder genesen sind. Doch seine Kunden akzeptierten das ohne Ärger, berichtet er. Wer die 2G-Kriterien nicht erfülle, der werde auch mal vor der Ladentür beraten. Kurios sei das Ganze sowieso. Denn neben dem Fahrradgeschäft betreibt Rolf Becker auch eine Postfiliale. Und dort gilt 3G. Sie ist damit auch für Ungeimpfte und Nichtgenesene geöffnet. »Momentan gibt es also bei uns kein Problem«, lautet sein Fazit der gegenwärtigen Regelung. »Wir warten aufs Frühjahr«, sagt er und erlaubt sich eine eigene Prognose. Dann sehe es vielleicht coronamäßig etwas besser aus. Und: Fahrräder gebe es dann genug, auch E-Bikes.

Ein kleiner Trost für alle Ungeimpften: Blumengeschäfte zählen nicht zu den Einzelhandelsgeschäften, die sich an die 2G-Regel halten müssen. Sie dürfen sich also nach wie vor an Blumen erfreuen.

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