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Zwei Jugendfeuerwehren haben bei ihrer Weihnachtsfeier im Advent die knifflige Aufgabe zu lösen, aus dem Material in den Löschfahrzeugen einen Adventskranz zu formen.

Adventskranz aus Saugschläuchen

Usingen. (map). Die Weihnachtsbeleuchtung in der Usinger Innenstadt gehört ganz gewiss zu den schönsten ihrer Art im Hochtaunuskreis. Dank facettenreicher Illumination zwischen Schlossplatz und Alten Marktplatz lag in dieser erneut durch Corona übel ausgebremsten Vorweihnachtszeit - zumindest bei Dunkelheit - über den Straßen und Plätzen etwas Lichterglanz.

Herausforderung für die Jugendwehr

Jüngst wurde der ohnehin schon festlich beleuchtete Alte Marktplatz durch LED-Strahler taghell und durch das Blaulicht mehrerer Feuerwehrautos noch farbiger beleuchtet. So mancher erinnerte sich wohl an den Großbrand eines Anwesens in der Schulhofstraße Mitte Dezember 2014.

Ein Feuer war es Gott sei Dank diesmal nicht. Auch begleiteten die Aktiven aus der Einsatzabteilung an diesem Abend keine Hochzeit von Feuerwehrkameraden im Trauzimmer der »Hugo«. Vielmehr sprangen gut 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Stadtmitte und Wernborn aus mehreren Kleinbussen. Auf der Nordseite fuhren zwei Einsatzfahrzeuge unter Blaulicht vor. Umgehend scharten sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr um die Jugendwarte Timo Tisowsky und Paul Muth (Usingen) sowie die Wernborner Jugendwartin Patricia Diebel. Doch wurden sie keinesfalls wegen eines brennenden Weihnachtsbaumes alarmiert. »Die Aufgabe war für alle Kinder und Jugendlichen die gleiche«, berichtet Tisowsky, der 2019 mit Muth die Leitung der Usinger Jugendfeuerwehr übernommen hatte. »Aus den mitgeführten Materialien mussten frei schwebende Adventskränze gebaut werden.«

Neues HLF 10 im Einsatz

Für den Nachwuchs der Usinger Feuerwehr hatte die vorweihnachtliche Aktion sogar den besonderen Reiz, dass das nagelneue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 mit vor Ort war. »Die Steckleitern, die für gewöhnlich bei Alarmierungen dort zum Einsatz kommen, wo keine Drehleiter vorfahren kann, dienten als Standbeine für den Adventskranz«, erklärte Muth. »Der Adventskranz selbst wurde aus formstabilen Saugschläuchen geformt, die sich nicht zusammenziehen können.« Mit Feuerwehrleinen wurde der Kranz mit einem stolzen Durchmesser von zwei Metern alsdann an den Standleitern befestigt, so dass er frei über dem Marktplatz-Pflaster schweben konnte.

»Statt mit vier Adventskerzen befestigten die Mädchen und Jungen Lichterketten, Taschenlampen und Handlampen an dem Schlauchkranz und brachten ihn zum Leuchten«, berichtet Tisowsky, der in der Rettungswache der Malteser gegenüber dem Usinger Krankenhaus arbeitet.

Die einmalige Übung auf dem zentralen Platz vor historischer Kulisse war auch für Autofahrer und Passanten spektakulär und öffentlichkeitswirksam - was durchaus beabsichtigt war. Weil die Übung doch etwas länger dauerte als gedacht, mussten die Jugendwarte die anschließend geplante Weihnachtsfeier um eine Woche verschieben.

Einsatzbereit auch an Weihnachten

Auch diese Erfahrung, dass ein Einsatz länger dauern kann als man ursprünglich gedacht hatte, gehört freilich zu dem, was die Jugendlichen später einmal als Aktive in der Einsatzabteilung erleben werden. Für den heutigen Heiligabend und die beiden kommenden Feiertage wünschen wir allen Aktiven auf alle Fälle, dass sie keinerlei Alarmierung aus der weihnachtlichen Ruhe reißen wird. Wohl im Sinne aller Leserinnen und Leser sagt unsere Redaktion an dieser Stelle auf jeden Fall ein ganz herzliches Dankeschön an alle Aktiven der Wehren im Usinger Land für das ehrenamtliche Engagement und die permanente Einsatzbereitschaft. Auch an Weihnachten.

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