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Reifen und Elektrogeräte müssen die Bauhofmitarbeiter fast täglich aus der Natur einsammeln.

Teure Beseitigung

Auf Kosten der Allgemeinheit: Immer mehr Müll wird illegal entsorgt

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Es ist ein beunruhigender Trend, der letztlich die Kosten für alle in die Höhe treibt: In Usingen nimmt die Zahl der illegalen Müllablagerungen zu. Die Bürger sollen bei der Bekämpfung mithelfen.

Usingen. Dirk Schimmelfennig wundert sich längst nicht mehr. Was der Chef vom städtischen Bauhof da alles auf dem Gelände in der Weilburger Straße sammeln muss, sind Dinge, die Mitbürger mal eben so nebenbei illegal entsorgt haben.

Der Stapel mit Autoreifen wird immer größer. »Im halben Jahr sind es rund 60 Reifen, die wir aus der Natur holen«, bestätigt Schimmelfennig. Da nehmen die Verursacher oftmals lange Wege in Kauf, um ihren illegalen Müll im Wald, auf Parkplätzen, am Wegesrand und in Hecken zu deponieren. Sie sparen sich beim Beispiel der Autoreifen gerade mal rund fünf Euro pro Stück, würden sie die Reifen zur Deponie bringen. Sie riskieren aber hohe Strafen, die je nach Gefahrenlage des Materials sogar im fünfstelligen Bereich liegen könnten.

Art der Entsorgung ist unverständlich

»Mittlerweile gibt es jemanden, der das Entsorgen von Autoreifen anscheinend zu seinem Hobby gemacht hat«, berichtet der Bauhofleiter. Denn immer wieder müssten die Kollegen an einer bestimmten Stelle Reifen abholen. Die von der Stadt bereitgestellten Abfalleimer werden für ganz normalen Hausmüll zweckentfremdet. Die Bauhofmitarbeiter wundern sich, was sie alles beim Leeren dieser Mülleimer finden. Solcher Müll kommt dann im Bauhof in einen separaten Container für illegal entsorgen Müll, berichtet Schimmelfennig.

Das ist natürlich Kleinkram gegen die vielen Elektrogeräte, die mal kurz im Wald abgeladen werden. Sie reihen sich im Bauhof an die Autoreifen, müssen dort zwischengelagert werden. Eigentlich ist diese Art der Entsorgung unverständlich. Kann man sie doch kostenfrei in der Deponie Brandholz abgeben.

Ein ganzes Bad im Wald abgekippt

»Letztens erst hatten wir ein komplettes altes Badinterieur, das irgendjemand im Wald abgelegt hat.« Dass da einer zu faul war, alles zu entsorgen, kann man in einem solchen Fall nicht behaupten. Eher, dass er zu knauserig war, die Entsorgung zu bezahlen. Das muss dann die Stadt übernehmen. Doch wie kurzsichtig gedacht ist das? Letztlich bezahlt das doch der Bürger und somit indirekt auch der Verursacher.

Schimmelfennig berichtet auch von ausländischen Fahrzeugen, in denen bei Polizeikontrollen an Wochenenden Material wie Altmetall, Schrott und Autoreifen gefunden wird, für das dann allerdings keine Beförderungsgenehmigung vorliegt. »Diese Dinge landen dann auch bei uns auf dem Bauhofgelände als Zwischenlagerungsstation, bevor sie legal entsorgt werden können«, teilt er mit.

Bei den Grünecken sehe es ganz genauso aus. Das fange mit dem Plastiksack an, in dem der Grünschnitt transportiert wird. Einige Mitbürger werfen den gefüllten Sack komplett in die Grünecke. Dabei hat Plastik da nichts zu suchen.

Elektroschrott in der Grünecke

Doch das ist noch nicht genug, meint Schimmelfennig. »In den Grünecken finden wir Autobatterien, Reifen und sogar Elektroschrott wie beispielsweise erst kürzlich einen Häcksler.« Bei den Grünecken kommt neuerdings hinzu, dass immer mehr Gewerbetreibende ihren Grünschnitt in der städtischen Grünecke illegal entsorgen.

Dirk Schimmelfennig bittet daher alle Bürger, die ein größeres Fahrzeug eventuell sogar mit Firmenaufschrift an der Grünecke sehen, die Autonummer der Stadt zu melden. Oder sogar ein Foto als Beweis zu machen. Das gilt auch für Personen, die man beim illegalen Entsorgen von Müll im Wald erwischt. Und hinterher auch bitte als Zeuge auftreten.

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