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Inmitten der Rasselbande mit ihren Ukulelen genießt Christina Anders den bunten Abschied aus der Astrid-Lindgren-Schule.

»Chefin« musikalisch verabschiedet

Usingen . Gäbe es diese olympische Disziplin, Christina Anders hätte das OVT-Gold im Sekretärinnen-Dreikampf einer Grundschule gewonnen: Organisieren, Verwalten und Trösten. Denn sie ist, besser war bis gestern und seit 1993 das Gesicht der Astrid-Lindgren-Schule für alle, die ins Büro kamen.

Dass sie bei den Kindern deshalb auch als »Chefin« angesehen wurde, liegt aber mehr daran, dass Kinder die Leitung einer Schule eher mit dem Alter verbinden, wie die Konrektorin Annika von Stünzner-Heymann schmunzeln betonte. Denn das Führungsgremium mit ihr und Rektorin Ulla Stadnik ist noch sehr jung - zu jung für Kinderaugen. Anders dagegen ist anders, nämlich älter. Und hat die Altersteilzeit gewählt. Und da ihr Mann Klaus ebenfalls schon den Ruhestand genießt, haben die beiden nun Zeit für sich, ihre Hobbys und Reisen.

Natürlich haben Elternvertreter, Lehrer und die Schüler ihre Sekretärin gestern nicht ohne großen Bahnhof »hinausgeworfen«. Und das im wahrsten Sinn des Wortes mit Pauken - ohne Trompeten, dafür mit zahlreichen Ukulelen. Das Programm haben die Lehrer viele Wochen mit den Kindern einstudiert.

Vor dem Musikraum stellten die Organisatoren der Abschlussfeier den »Thron« für Anders auf, damit sie von dort den zahlreichen und hörens- und sehenswerten Vorstellungen der diversen Klassen lauschen konnte - coronakonform versteht sich, mit Abstand und Masken. Die 4 d etwa trommelte auf diversen Bongos und sonstigen fellbezogenen Instrumenten, ein Minions-Tanz der 2 d, ein weiterer Tanz der 3 d, Humorvolles von der 4 e und der Blumenwalzer der Klassen 1 a und -b folgten einem Ukulelen-Opening.

Blumenreiches Dankeschön

Mit Claudia Föhlinger und Kirsten Oehme bedankten sich auch der Förderverein und die Bücherei sehr blumenreich für die tolle Arbeit der Sekretärin. Die gerade von der Konrektorin ausgesprochen viel Lob erhielt: »Sie hatte immer gute Laune, und wenn sie angeblich mal schlecht drauf war, hat man es nie bemerkt. Sie hat sich allen großen und kleinen Problemen der Kinder angenommen, zeigte viel Mitgefühl gerade für Kinder geflüchteter Familien und deren Schicksal und hat nie einen Unterschied bei Kindern gemacht. Und: Ihr Mitgefühl und ihr Trost waren immer ehrlich, selbst für uns Kollegen war immer Zeit für einen Plausch und wenn angebracht beratende Worte. Es steht schon jetzt fest: Sie wird uns sehr fehlen«, so Annika von Stünzner-Heymann.

Vor ihrem Eintritt in die Astrid-Lindgren-Schule 1993 war die in Michelbach geborene Anders bereits im Landratsamt in der »Schreibkanzlei« beschäftigt, wie das Amt damals hieß. Heute wären diese Bürohelfer Bürokauffrauen. Dann gab es unter dem sehr bekannten Rektor Heinrich Nitschke ein Intermezzo an der damaligen Konrad-Lorenz-Schule - noch Haupt- und Realschule - bevor sie schließlich ins Büro der Lindgren-Schule wechselte.

Mit ihrem Mann hat sie selbst zwei Kinder, wohnt inzwischen in Eschbach - und wird nun die Freizeit sehr unterschiedlich nutzen - etwas Gartenarbeit, lesen, Freundschaften pflegen und natürlich reisen, denn auch das ist ein Hobby des Ehepaares.

Und sicher wird sie dem Wunsch der Lehrer folgen - und sich ab und an in der Astrid-Lindgren-Schule sehen lassen.

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