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In Kleingruppen statten die Wanderfreunde des Taunusklubs dem Großen Feldberg ihren Neujahrsbesuch ab.

Die Tradition hochgehalten

Usingen (fms). Tradition verpflichtet, das mag sich der Taunusklub Zweigverein Usingen gedacht haben, als er seine Sternwanderung auf den Wanderplan setzte, denn da steht sie seit vielen Jahren drauf. Sie führt die Zweigvereine der Region aus allen Himmelrichtungen auf den Taunusgipfel, den symbolträchtigen Ort der hiesigen Wanderfreunde, denn dort wurde der heutige Stammverein 1868 gegründet.

Im Aussichtsturm hat dieser außerdem sein Wanderheim, das ein Treffpunkt aller Tauniden ist.

Corona hat auch die Pläne der Wandervereine durcheinandergebracht. So wurde die traditionelle Sternwanderung in diesem Jahr offiziell abgesagt. Das hinderte aber den Usinger Zweigverein nicht, dem Taunusgipfel die erste Wanderung im neuen Jahr zu widmen. Direkt in der alten Residenzstadt auf Schusters Rappen zu starten, hätte den zeitlichen Rahmen gesprengt, und so traf man sich zunächst am Neuen Marktplatz, besetzte coronagerecht die Autos, fuhr bis zum Parkplatz »Pfarrheckenfeld« und sattelte erst hier um. Die Fuchstanzstraße führt aus dem Oberreifenberger Wohngebiet hinaus, und dann wird es immer steiler. Die Wanderer aus Usingen erklommen den Berg allerdings nicht auf dem kürzesten Weg, sondern umrundeten ihn zunächst in einer großen Schleife, die am Stockborn-Denkmal, wo der Verein jährlich seinen verstorbenen Kameraden gedenkt, vorbei Richtung Sandplacken führt. Von dort gingen die Tauniden den Aufstieg an, aber auf dieser Seite gilt: Je näher man dem Ziel kommt, desto steiler wird es.

Wunderbarer Blick in die Landschaft

Für die geübten Wanderfreunde war dies aber kein Problem. Alle kamen oben an und wurden mit einem wunderbaren Blick in die Landschaft belohnt. Der Wind blies zwar ordentlich, es war aber für Feldberg-Verhältnisse eher mild, und die frische Luft konnte bei weitem Blick bis zum Horizont in vollen Zügen genossen werden. Von Norden zeigte sich der von den Wetterfröschen vorhergesagte blaue Himmel, und diese Prognose zog auch zahlreiche Ausflügler auf den Gipfel. Besonders der Blick vom Brunhildisfelsen nach Norden über die Burgen im Hintertaunus hinweg bis zum Westerwald ist immer wieder ein Genuss.

Das Wanderheim stand als Rast-Ort nicht zur Verfügung, aber das Kiosk am Fuße des Turms hatte geöffnet, und wer sich nicht aus dem Rucksack verpflegte, ließ sich eine Bratwurst im Brötchen schmecken. So gestärkt konnte man schließlich den Abstieg angehen, und auch der erfolgte keineswegs per Luftlinie, sondern jetzt ging die Schleife in die andere Richtung über das Feldbergkastell zur »Weilquelle« und wieder durch die Fuchstanzstraße zurück zu den Autos. So hat der Usinger Klub sein neues Wanderjahr unter der Wanderführung von Martin Schmidt mit der Sternwanderung erfolgreich gestartet und zumindest mit einem Zacken die Tradition hochgehalten.

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