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Ungezählte Leserinnen und Leser des UA haben Anfang des Jahres den Blick in die Glaskugel gewagt.

Ehepaar Perner Hellseher des Jahres

Usingen (khu). Nostradamus müsste man sein: »Was bringt uns 2021?« hatte der UA vor einem Jahr gefragt - und seiner Leserschaft wie alljährlich im Hellseher-Spiel zehn Fragen rund um die Heimat gestellt, deren sichere Beantwortung sich erst im Laufe des Jahres 2021 ergeben konnte. Mit Heimatkenntnis und dazu ein wenig Glück waren Vorhersagen mit hoher Trefferquote möglich.

Die meisten richtigen Antworten - jeweils neun von zehn - haben in diesem Jahr nur zwei Einsender vorzuweisen. Das Los musste entscheiden, wobei Gretel und Klaus Perner aus Usingen Fortuna auf ihrer Seite hatten. Sie haben ein Essen für zwei Personen gewonnen - und natürlich den Titel »UA-Hellseher 2021« - Herzlichen Glückwunsch!

Aber was wollte die Heimatzeitung noch mal vor einem Jahr wissen? Da war die erste (zugegebenermaßen utopisch angehauchte wenn nicht sogar vermessene) Frage, ob es im Laufe dieses Jahres grünes Licht für die Nordostumgehung in Usingen gibt. Na klar, noch ist es nicht so weit, das Planfeststellungsverfahren mit immerhin 250 Einwendungen gegen das Projekt ist noch im Gange. Usingens Bürgermeister Steffen Wernard ist aber zuversichtlich, dass Ende 2023 das Baurecht vorliegen kann. Er betont: »Wenn der Spatenstich 2024 ist, wäre das ein riesiger Schritt für Usingen.«

Die zweite Frage lautete vor dem Hintergrund der Finanzprobleme der Stadt Neu-Anspach, ob noch in diesem Jahr der Haushalt für eben dieses Jahr genehmigt wird. Vor dem Hintergrund der Misere um den Etat für 2020 waren berechtigte Zweifel angebracht, aber dennoch: Im Juni gab es das Okay von der Finanzaufsicht.

Kein Kreisel, sondern Ampel

Weiter nach Wehrheim, wo wir nach der Verwirklichung des von der Gemeinde so sehnlichst gewünschten Kreisels am Obernhainer Kreuz fragten. Nein, den Bau eines Kreisels konnten die Politiker aus dem Apfeldorf nicht durchsetzen. Stattdessen soll künftig die neu errichtete Ampelanlage die (Lebens-) Gefahr an der Kreuzung bannen.

Die vierte Frage: Wird die FWG in Weilrod bei der Kommunalwahl ihre absolute Mehrheit behaupten? Ein klares »Ja«, auch wenn sich gerade SPD und Grüne nicht darüber freuen konnten. Mit einem erleichterten »Nein« der Bürgerschaft konnte dagegen die Frage beantwortet werden, ob es nach dem Dürrejahr 2020 auch in diesem Jahr zu einem Wassernotstand in Grävenwiesbach kommt. Sehr viele Einsender hatten übrigens mit einer Wiederholung dieser lokalen Klimakatastrophe gerechnet und »Ja« angekreuzt.

Von der Idee zum ersten Spatenstich dauert es oft viel länger als gewünscht: Das mussten die Schmittener Gemeindevertreter erfahren, die weiter auf den Bau eines neuen Kindergartens in Oberreifenberg unter privater Trägerschaft von accadis mit Sitz in Bad Homburg warten - und sich die Zeit bis dahin mit Diskussionen um Zuschüsse für die Finanzierung der Planung des Vorhabens vertreiben mussten.

Damit hatten wir ja alle gerechnet: Corona war und ist auch 2021 das über allem schwebende Damoklesschwert. Der UA hatte vor einem Jahr gefragt, ob sich alle Menschen, die es möchten, gegen Covid-19 impfen lassen können. Doch, das konnten alle, auch wenn nun der eine oder andere noch auf den »Booster« wartet.

Was wäre gewesen, wenn die Kommunalwahlen erst nach dem Bundes-Urnengang stattgefunden hätten? Wer weiß? Was wir wissen, ist, dass CDU bei der Kreistagswahl stärkste Fraktion im Hochtaunus-Kreistag geblieben ist. Und zwar deutlich mit 35,1 Prozent, weit vor den Grünen mit 23 Prozent und erst recht der SPD mit 13,7 Prozent.

Und auch die zwei Fragen aus der nicht mehr ganz so schönen Welt des Sports haben vor einem Jahr nicht gefehlt. Die eine: Schafft Aufsteiger TTC OE Bad Homburg in der Saison 2020/21 den Klassenerhalt in der 1. Tischtennis-Bundesliga? Antwort: Ja, aber nur, weil es keine Aufsteiger gab, denn als Konsequenz auf die coronabedingten Einschränkungen hatte der DTTB entschieden, dass es in der aktuellen Spielzeit keine sportlichen Aufsteiger geben wird. Da konnten die Teams im Abstiegskampf freilich aufatmen.

Wieder Foulspiel von Covid-19

Die andere Sport-Frage: Hat der EC Bad Nauheim am Ende der Hauptrunde 2020/21 einen der ersten sechs Plätzen in der DEL 2 belegt und damit die direkte Playoff-Qualifikation geschafft? Nein, der ECN wurde Elfter, und damit war die Saison nach der Hauptrunde vorbei, da die ersten acht Playoffs spielten.

Auch wenn es schwerfällt: Der »UA-Hellseher« wird nun erst einmal pausieren. Es gibt viel zu viele Fragezeichen angesichts der Pandemie, selbst für einen Nostradamus. Zumal in diesem Jahr nur eine Frage wichtig ist: Wie kommen wir alle gesund durch die fünfte Welle?

In diesem Sinne:

Alles Gute im neuen Jahr!

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