Kleiner Rempler wird teuer

Usingen (sma). Ein kleiner Rempler beim Einparken ist einem Usinger teuer zu stehen gekommen. Denn Unfallflucht wird vergleichsweise hart bestraft, er muss 6000 Euro (40 Tagessätze à 150 Euro) bezahlen und darf zudem drei Monate lang kein Auto fahren. »So einen Zusammenstoß merkt man, das sagen alle Sachverständigen«, machte der Richter klar, was er von den Beteuerungen des Angeklagten, er habe nichts gemerkt, hielt.

»Außerdem muss das Park Distance Control geschrien haben.« Passiert war der kleine Unfall im Januar 2021 auf dem Parkstreifen vor der Volksbank. Der 62-Jährige quetschte seinen Wagen in die enge Parklücke und lief dann rüber zum Einkaufen in die Bäckerei. Doch zu seinem Pech hatten gleich drei Zeugen den Unfall bemerkt. Ein Mitarbeiter der Volksbank hatte gerade aus dem Fenster geschaut, ebenso wie die Verkäuferin in der Bäckerei.

Und auch der Fahrer des Autos, das hinter dem angefahrenen Wagen stand, hatte alles gesehen. »Das hat gewackelt«, erzählte er. Der nun Angeklagte sei ausgestiegen, habe sich beide Autos angeschaut, sei einkaufen gegangen - und dann einfach weggefahren. Der Zeuge notierte sich das Kennzeichen und gab den Zettel der Verkäuferin in der Bäckerei zur Weitergabe an den Fahrzeughalter. Der Bankkaufmann reagierte ebenfalls vorbildlich und hängte eine entsprechende Info an die Windschutzscheibe des demolierten Autos.

Daran war zwar auf den ersten Blick kein großartiger Schaden zu sehen, lediglich die Halterung des Nummernschildes war gebrochen. Erst nach der der Demontage in der Werkstatt wurden die weiteren Schäden entdeckt, Kosten: knapp 1400 Euro. Nun in der Gerichtsverhandlung forderte der Rechtsanwalt einen Freispruch, da sein Mandant doch den Unfall nicht bemerkt habe. Das glaubte jedoch die Amtsanwältin nicht und beantragte gegen den gut verdienenden Mann sogar eine Strafe von 8250 Euro (50 Tagessätze à 165 Euro) und ein viermonatiges Fahrverbot. Der Richter hielt dem Angeklagten letztlich jedoch zugute, dass kaum ein Schaden zu sehen gewesen war. »Vielleicht hat er gedacht, es ist nicht so schlimm.«

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