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Bauamtsleiter Dirk Schimmelfennig (links) zeigt die Schäden an der Seilbahn und bespricht mit Bürgermeister Steffen Wernard die weitere Vorgehensweise.

Seilbahn vorerst stillgelegt

Usingen (bur). Im Schlossgarten stehen größere Bauarbeiten an, genauer: Die Seilbahn braucht eine ordentliche Aufarbeitung. Das ist auch der Grund, warum der Sitzteller bereits seit November abgebaut ist - damit niemand mehr das Spielgerät nutzt, denn die Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet.

In jeder Woche schauen die Bauhofmitarbeiter die Spielgeräte in der gesamten Stadt an, um bei der Besichtigung eventuelle Schäden zu sehen. Alle drei Monate wird dann ganz genau hingesehen und auch getestet, zusätzlich kommt einmal im Jahr der TÜV hinzu und geht die ganze Sache sehr detailliert an.

Bei der Untersuchung im Herbst 2021 hatten die Mitarbeiter einen großen Riss in einer der oberen Stützen entdeckt. Die Fachfirma wurde dazugerufen, und die Spezialisten machten dann nach dem Test Schluss mit der Bahn. Denn bei Belastung haben sich die vier großen Ständer am oberen Bereich kräftig verwunden, zudem ist der eine Pfahl nicht mehr standfest.

Bestellt wurde das Material schnell. »Aber die Unternehmen haben bis zu 18 Wochen Lieferzeit«, sagte Bauhofsleiter Dirk Schimmelfennig. »Und dann haben wir noch keine Fachfirma, die das Ganze auch einbaut«, so Bürgermeister Steffen Wernard, denn deren Auftragsbücher seien voll. »Aber bis Ende März sollten die Aufgaben erledigt sein.«

Rund 6000 Euro wird die Sanierung kosten, Geld, das der Magistrat bereits beschlossen hatte. Aber: Die Fachfirma wird dann auch prüfen, ob die jeweiligen Betonfundamente noch haltbar sind. »Es kann sein, dass wir auch hier einiges erneuern müssen«, sagte Schimmelfennig. Und dann käme zeitlich noch die Austrockenzeit des Betons hinzu.

Gebaut wurde die ganze Bahn bereits 2008. Und die Geräte sind aus Robinienholz, das zum einen teuer, zum anderen aber auch sehr haltbar ist. »Je nach Pflege hält ein solches Spielgerät auch schon bis zu 30 Jahre. Und je nach Nutzung«, betonte Schimmelfennig. Letztere ist ihm ein Dorn im Auge, denn oft hängen Jugendliche zu viert an der Bahn oder nutzen das Gerät zum schaukeln. Deshalb sieht der »Bauplan« vor, dass die ganze Konstruktion noch verstärkt wird. Die jeweils vier Ständer-Stämme sowie die Querbalken sollen noch mit Stahlstreben deutlich stabiler werden.

Stahlgerüst wäre zu hässlich

Und warum nicht das ganze aus Stahl? »Der Schlossgarten ist zum einen denkmalgeschützt, zum anderen würden wir mit einer Stahlstruktur ein recht hässliches Gerät in diesem schönen Park aufstellen«, sagte der Bürgermeister. Erneuert wird in diesem Zug auch der Sitzteller, der in die Jahre gekommen ist.

Die Arbeiten müssen von einer zertifizierten Baufirma ausgeführt werden. Der Bauhof selbst kann dies mit seinen Mannen nicht übernehmen. »Da geht es dann um fachmännische Ausführungen und die entsprechenden Garantien im Schadensfall. Denn bei den Arbeiten geht es ja um mehr als nur um ein paar Schrauben reindrehen. Das Ganze muss sicher und haltbar sein.« Deshalb kommt nach den Bauarbeiten auch der TÜV und testet das Gerät auf Herz und Nieren, bevor es wieder freigegeben wird.

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