So soll das Prinzenpalais einmal aussehen

Usingen. Nachdem diese Zeitung zuletzt ausführlich die Geschichte des Prinzenpalais aufgearbeitet hat, blicken wir heute auf die Zukunft des Areals. Ganz aktuell ist da die Offenlage der Pläne zu nennen.

Diskutiert wird die Zukunft des Areals schon viele Jahre, 2019 ging die konkrete Planung durch die städtischen Gremien. Usingen hat allerdings nur das Planungsrecht geschaffen, denn das Areal selbst gehörte dem Hochtaunuskreis. Genauer: Gehörte, denn es wurde an die Investoren Dr. Eberhard Theobald und Jürgen Schmitt aus Dreieich verkauft. Das Entwicklungs- und Bebauungskonzept der Investoren mit der Planung vom Architekturbüro Ferdinand Heide aus Frankfurt ist Bestandteil des Bebauungsplans.

Das Konzept sieht außer der Sanierung des Prinzenpalais den Neubau von zwei Wohnhäusern im Bereich der rückwärtigen Grundstücksfläche vor. Die Obere Denkmalschutzbehörde hat dafür bereits grünes Licht gegeben. Die Erschließung wird fußläufig von der Obergasse aus erfolgen. Nur einige Stellplätze, die der geplanten gewerblichen Nutzungen im Prinzenpalais zugeordnet werden, sollen von dort angefahren werden. Ansonsten sollen Fahrzeuge auf einer Stellplatzanlage und in einer Garage parken, die von der Straße »Porbach« angefahren werden kann. Dafür wird allerdings eine Teilfläche des angrenzenden Grundstücks der Stadt benötigt, das ebenfalls verkauft wurde.

Städtebauliche Bedeutung bewusst

Das Prinzenpalais hat für den Ortskern von Usingen eine historische und städtebauliche Bedeutung, der die Planer insbesondere mit der Erhaltung und der behutsamen Sanierung Rechnung tragen wollen. Allerdings sei der ganze Plan nur dann wirtschaftlich darstellbar, wenn die Sanierung einhergeht mit einer Erschließung des rückwärtigen Geländes und einer Neubebauung mit Wohnungen.

Die Gesamtmaßnahme soll als eine »aufgelockerte städtebauliche Figur, also ein Ensemble aus Alt und Neu« entwickelt werden, das sich funktional und räumlich ergänze. Zwei kompakte, frei stehende Neubauten, die in Stellung und Größe die herausragende Bedeutung und frei stehende Positionierung des Prinzenpalais »aufgreifen, würdigen und respektieren«, so ist in der Planung zu lesen. Die Gebäude sind mit maximalem Abstand zum Palais und untereinander so angeordnet, dass eine Figur um eine gemeinsame grüne Mitte entsteht. Diese an den Garten des Palais angelehnte, halb öffentliche Grünfläche lebe von dem großen zu erhaltenen Bestandsbaum. Sie bleibe auto- und stellplatzfrei, nur wenige befestigte Flächen führen zu den Hauseingängen. In der Höhenlage werden sie der Topografie und dem Sockel des Palais angepasst.

Zwei Häuser mit je drei Vollgeschossen

Die Gliederung und Höhenausbildung der neuen Wohnhäuser basiert nicht nur auf einer differenzierten Höheneinstellung im Gelände, sondern auch aus den im Grundriss und nach oben zurückspringenden Volumen. Die Erschließung der beiden Wohnhäuser erfolgt im Erdgeschoss des jeweiligen Hauses über den gemeinschaftlichen Innenhof. Beide Häuser haben drei Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss und ein Kellergeschoss. Insgesamt befinden sich abhängig von der letztlichen Wohnungsgröße zwischen 16 und 23 Wohneinheiten in den beiden Häusern.

Die Zufahrt zum Stellplatz für die Wohnbebauung erfolgt über den Porbach. Fünf Stellplätze sollen im Untergeschoss im Haus 1 untergebracht werden. Der barrierefreie Zugang von der Stellplatzfläche in das Haus 2 ist über einen Zugang in das Untergeschoss gegeben.

Im Zug der Neubaumaßnahme soll das Prinzenpalais saniert werden. Aktuell ist eine gewerbliche Nutzung für den Bestand vorgesehen. Die Stellplätze für das Prinzenpalais befinden sich in unmittelbarer Nähe des Bestandsgebäudes. Das Prinzenpalais selbst verbleibt im Privatbesitz, während die Wohnungen in die Vermarktung gehen sollen. Dies wird durch eine geplante Teilung des Grundstückes ermöglicht.

Seit 300 Jahren steht das inzwischen leere Haus an der Obergasse, rund 100 Jahre war es bis zur Kreisfusion 1972 Sitz der Kreisverwaltung. Die Politik selbst beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Areal. Viele Ideen kamen in der Zwischenzeit auf den Tisch und wurden wieder verworfen, meist aus finanziellen Gründen.

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