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Unterhalb des Schlossgartens sind die Bauhof-Mitarbeiter Vlado Katrusa, Manuel Moses und Winfried Manns (von links) derzeit mit dem wuchernden Buschwerk beschäftigt.

Straße, Wege, Hecken, Wiesen

Usingen. Der kleine Laster ist bereits gut gefüllt mit Ästen und sonstigem Grünschnitt. Unterhalb des Schlossgartens sind die drei Bauhof-Mitarbeiter Vlado Katrusa, Winfried Manns und Manuel Moser damit beschäftigt, unter anderem dem wuchernden Grün Einhalt zu gebieten. Im Dezember? Tatsächlich erst im Dezember, denn »vorher kommen wir ja nicht dazu«, sagt Bauhofleiter Dirk Schimmelfennig, der im kommenden Jahr einen Mitarbeiter mehr bekommt.

Und warum? Mit Recht.

Denn auf dem Papier hört sich die Mitarbeiterzahl enorm an: 22 Angestellte sind es derzeit, die im Usinger Bauhof beschäftigt sind. Schaut man aber auf die Aufgabenliste, dann wird schnell klar, dass sich keiner sein Gehalt durch Schaufelhalten verdient.

54 öffentliche Gebäude

Denn das Aufgabengebiet umfasst sieben Friedhöfe plus einen Naturfriedhof und den jüdischen Friedhof, 21 Spielplätze mit 190 Spielgeräten, 230 Abfallgefäße, 40 Hundebeutel-Stationen, den Schlossgarten plus Hattsteinweiher und alle 67 Treppen in der Stadt. Weiter alle öffentlichen Gebäude in den sieben Stadtteilen mit 77 Frontkilometer, 94 539 Quadratmeter öffentliche Parkplätze, 54 öffentliche Gebäude mit 117 Kilometer Straßen, 82 Kilometer an Gehwegen an den Fronten der Gebäude.

Und die Liste ist noch nicht zu Ende: Der Bauhof ist außerdem in puncto Grünschnitt für 234 340 Quadratmeter zuständig, darunter 11 Kilometer Hecken, 12 000 Quadratmeter Friedhöfe, 64 000 Quadratmeter Spielplätze, 8738 Meter Straßenbegleitgrün, 95 Blumenkübel, 3500 Bäume - davon 2000 Straßenbäume.

Häufig illegale Müllbeseitigung

Das erfordert eine umfangreiche und detaillierte Planung, zu der eben auch gehört, dass man bis weit in den November noch mit dem Laub beschäftigt ist, bevor der Mitarbeiter überhaupt an den Grünschnitt kommen. Nur: Planungen und Realität beißen sich oft, wie Schimmelfennig schmunzelnd erklärt. »Wenn ich morgens meine E-Mails lese, dann fehlt in der einen Kita Seife, die andere braucht Toilettenpapier, in einem Bürgerhaus fehlt der Strom und irgendjemand hat wieder Müll in die Natur gekippt. Das geht alles vor der geplanten Arbeit«, schildert er die aktuelle Situation.

Und gerade der viele illegal weggeworfene Müll macht seit Corona-Beginn dem Bauhof den meisten Ärger. »Es hat etwas nachgelassen, wahrscheinlich sind jetzt die Keller leer«, stellt der Bauhofchef lachend fest.

Eine Müllkippe gibt’s noch - im Feld Richtung Wehrheim. »Nur da kommen wir momentan nicht hin. Erst wenn der Boden richtig gefroren ist, haben wir mit den Fahrzeugen eine Chance«, sagt er. So lange können aber immer wieder kämen Anrufe von Bürgern.

Am Bauhof selbst respektive bei der Feuerwehr ist auch die Werkstatt untergebracht, in der Mitarbeiter Martin Wert Fahrzeuge und Geräte in Schuss hält. »Und oft genug repariert er auch Sachen, die in einer Werkstatt einfach erneuert würden, das spart Kosten.« Wert sorgt auch dafür, dass der Fuhrpark stets TÜV hat und die Kettensägen genug Benzin.

Reparaturen sind in den öffentlichen Gebäuden an der Tagesordnung. Wie etwa in der Eschbacher Küche des Bürgerhauses, wo ein Geschirrschrank auf den Boden gekracht ist. Altersbedingt. 400 Sätze Geschirr im Eimer. »Wir ersetzen den Schrank jetzt durch Edelstahl, ist zwar etwas teurer, hält dafür lange und ist pflegeleicht«, sagt Schimmelfennig.

Mit dem Rasen gut beschäftigt

Der Bauhof hat trotz der täglichen Zusatzaufgaben auch einen festen Jahresplan, wann was gemacht wird. »In diesem Jahr haben uns vor allem durchs Wetter die Rasenflächen gut beschäftigt. Und durch die milden Temperaturen wächst er jetzt schon wieder«, seufzt der Bauhofleiter.

Nicht zu vergessen natürlich der anstehende Winterdienst. Denn die städtischen Straßen wollen bei Kälte von Schnee und Eis geräumt sein. Im Sommer kommen dann noch die vielen Feste und Feiern dazu, bei denen der Bauhof auf- und abbaut - wie übrigens auch bei jeder Stadtverordnetenversammlung. Und ist es richtig heiß, müssen die Mitarbeiter auch am Wochenende raus, um die städtischen Blumenkübel und Gefäße zu gießen.

Auch bei Beerdigungen sind die Bauhofmannen mit dabei, um Gräber auszuheben und wieder zu schließen, sie kontrollieren qua Gesetz jede Woche die Spielgeräte auf Sicherheit und kümmern sich außerdem um Straßensperrungen und Umleitungen. Schimmelpfennig sagt: »Das ist ein sehr anstrengendes Tagesgeschäft, was von den Kollegen jeden Tag vollen Einsatz fordert, damit wir die Liste auch abarbeiten können. Aber: Abends ist man auch zufrieden, wenn alles geklappt hat.«

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