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Das Bad in der Narrenmenge: Darauf müssen auch im kommenden Jahr wegen der nicht enden wollenden Corona-Pandemie wieder viele Freunde des Karnevals verzichten.

Coronavirus-Pandemie

Wieder kein Narrenzug: Usinger Carneval-Verein muss wegen Corona-Pandemie erneut umplanen

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Der Buchfinken-Umzug an Faschingssamstag ist abgesagt. Wegen der Coronavirus-Pandemie muss der Usinger Carneval-Verein erneut umplanen - hat aber neue Ideen für die Narren.

Usingen. Für Narreteien ist es einfach nicht die richtige Zeit: Schweren Herzens hat der Usinger Carneval-Verein (UCV) seinen für Faschingssamstag, 26. Februar, geplanten Buchfinken-Umzug abgesagt. Andere Planungen laufen weiter, doch die Ernsthaftigkeit erhält auch hier den Vorrang vor dem Schelmentum.

»Wir sehen trotz intensiver Planung und Gespräche keine vertretbare Option, den Umzug fahren zu lassen. Bereits zum zweiten Mal in Folge können wir unsere geliebte Straßenfastnacht nicht mit Euch feiern«, teilt Zugmarschall Roman Streifinger in einem Schreiben an die Mitglieder mit. Und er verspricht: »Im neuen Jahr gehen wir wieder motiviert in die Planung, um mit allen Freunden unsere Straßenfastnacht zu feiern.«

Maskenball noch nicht begraben

Die schon vorher ohnehin nicht lange Liste der geplanten Aktionen schrumpft damit um ein weiteres wesentliches Element. Noch nicht ganz begraben ist indes die Idee eines Maskenballs, der am 29. Januar über die Bühne gehen soll. Dass diese Veranstaltung in einem geschlossenen Raum durchaus als gefährlich eingestuft werden könnte, ist dem Vereinsvorsitzenden Vlado Katrusa bewusst. »Wir schauen immer auf die aktuelle Situation und werden dies noch kurzfristig entscheiden.« Doch klar ist bereits jetzt, dass es eine interne Veranstaltung für Mitglieder und geladene Gäste werden soll - wenn überhaupt. Und dann auch nur unter 2G-plus-Regeln. »Das wäre dann nur eine ganz kleine Veranstaltung«, sagt Katrusa.

Das Ganze dann im Sommer nachzuholen, so wie es Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) jüngst vorgeschlagen hatte, steht für Katrusa indes nicht zur Disposition. »Die Kampagne geht traditionell vom 11.11. bis Aschermittwoch. Daran wollen wir nicht rütteln, zumal es dafür ja auch historische und kirchliche Hintergründe gibt.« Auch bringt Katrusa die derzeitige Kampagne ins Spiel, nach der dem Karneval ein Eintrag als Unesco-Weltkulturerbe winken soll. Eine Sommerfete sei da nicht das Richtige. »Für uns ist wie für viele andere am Aschermittwoch alles vorbei.« Die bald zwei Jahre andauernde Pandemie betreffe viele Branchen und viele Vereine, nicht nur die Karnevalisten, das ist Katrusa bewusst. Trotzdem aber könne man in der derzeitigen Situation auch neue Chancen erkennen. Das Stichwort dabei lautet »Kooperation«. Bereits vertraglich besiegelt ist eine solche Zusammenarbeit mit dem Kransberger Narrenclub unter dem gemeinsamen Dach »Närrischer Taunus«. »Der Kransberger Club ist wie wir ein reiner Faschingsverein mit viel Tradition.« Was die beiden Vereine gemeinsam auf die Beine stellen wollen, wird in weiteren Gesprächen geklärt.

Fastnacht kommt als Stream ins Haus

Für Januar rechnet Katrusa damit, dass weitere Entscheidungen über die aktuelle Kampagne bekanntgegeben werden. Dazu gehören auch Online-Veranstaltungen.

»Wir wollen etwas streamen, werden aber auch hier die Details noch festlegen«, sagt Katrusa. Denn zu den Überlegungen gehört natürlich, ob sich die Protagonisten einer Fremdensitzung gemeinsam in einen Raum begeben, um die Veranstaltung dann zu übertragen. Oder ob man sich sozusagen aus der Konserve bedient und mit älteren Aufnahmen den närrischen Geist aufrechterhält.

Kontakt mit den Limeskrätschern

Für die Zukunft sieht Katrusa weitere Möglichkeiten. So ist er bereits in Kontakt mit den Wehrheimer Limeskrätschern getreten. Ziel ist es, die Kampagne künftig gemeinsam zu gestalten - mit Umzügen in beiden Kommunen. »Noch haben wir keine Antwort erhalten, aber ich hoffe, dass der Vorsitzende Horst Hopfengärtner das Projekt in seiner letzten Amtszeit noch anstößt.« In der Hauptversammlung im Juli wurden Florian und Marius Backmeister zu Nachfolgern von Hopfengärtner bestimmt, doch ob sie es wirklich machen, entscheidet sich erst nach einer Anlaufzeit von einem Jahr.

Katrusa jedenfalls hält die Türen für alle Karnevalsvereine offen. Je mehr Vereine etwas gemeinsam auf die Beine stellen, desto sicherer erscheint ihm die Zukunft des Faschings im Taunus.

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