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Usinger Nord-Ost-Umgehung: "Das Verfahren läuft noch"

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Von: Inka Friedrich

USINGEN - (inf). Die Nord-Ost-Umgehung um Usingen ist bereits Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit einem knappen Jahrhundert ein Diskussionsthema im Usinger Land. Fakt ist: In Usingen stoßen zwei Bundesstraßen aufeinander: Die B456 und die B275 und sorgen für viel Verkehr, der durch Usingen fließt. Und dies geht den Anwohnern ziemlich auf die Nerven.

Aber nicht nur die beiden Bundesstraßen sind ein Grund für die Verkehrsmassen. Auch wegen des Einkaufszentrums am neuen Markt manövrieren sich große, schwere Lastkraftwagen, durch die Usinger Innenstadt und tragen ihren Teil zur unübersichtlichen Verkehrssituation bei - allerdings meistens frühmorgens, dann, wenn sie die Strecke per Anliegerverkehr noch fahren dürfen. Nach einem Leserbrief, der in der letzten Woche beim Usinger Anzeiger eingegangen ist und der Vorwürfe gegenüber Bürgermeister Steffen Wernard und dem Usinger Magistrat erhebt, hat sich der Usinger Anzeiger bei Hessen Mobil und dem Regierungspräsidium Darmstadt erkundigt, wie weit tatsächlich der Stand der Planungen bezüglich der Nord-Ost-Umgehung gediehen ist.

Christoph Süß, der Pressesprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt bestätigt, dass das Planfeststellungsverfahren für die Nord-Ost-Umgehung bislang noch nicht abgeschlossen ist. "Wir warten hier auf eine Erwiderung von Hessen Mobil. Der Ball liegt also dort." Und er versichert: "Bis Hessen Mobil nicht die Einwände und Gutachten abgearbeitet hat, können wir als Behörde noch nichts weiter unternehmen."

Auch Hessen Mobil gibt zu, dass das Planfeststellungsverfahren momentan immer noch laufe. Laut Andreas Mehring, Sachbearbeiter von Hessen Mobil für den Bereich Usinger Land, sei es tatsächlich so, dass es mehrere rechtliche Anpassungen gegeben hätte, die zur Folge hatten, dass verschiedene Gutachten neu erstellt werden mussten. Dies würde eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Ein Beispiel dafür sei das Wassergutachten, das zwar durchgeführt worden sei, dessen Endbericht bislang jedoch noch nicht vorläge. Deswegen sei bislang auch noch keinerlei Aussage zur Entwässerungsthematik bei einer geplanten Umgehungsstraße möglich.

Zudem. so betont es der Sachbearbeiter bei Hessen Mobil, würden aktuell auch noch Einwendungen und Stellungnahmen aus der Offenlage bearbeitet.

Auch der Präsentationstermin beim Usinger Magistrat, der im letzten Frühjahr stattfinden sollte und abgesagt wurde, habe nichts mit der eigentlich Offenlage zutun gehabt. Mehring schreibt dazu: "Im letzten Frühjahr war geplant, neben dem aktuellen Sachstand die personelle Veränderung in der Projektverantwortung und der Dezernatsleitung den städtischen Gremien darzulegen. Dies entfiel aufgrund von Corona. Eine explizite Präsentation ist dazu nicht vorhanden; es wären lediglich Auszüge der Planunterlagen gezeigt worden."

Trotzdem aber gäbe es Fortschritte: Mittlerweile habe man bei Hessen Mobil auf die Einwände über den viel zu hohen Flächenverbrauch seitens der Landwirtschaft gehört und anstelle der "Ohrenlösung" eine platzsparende Kreisellösung ins Auge gefasst, die ebenfalls einen "akzeptablen Verkehrsfluss" erzeugen soll.

Auf Nachfrage, ob Hessen Mobil weiterhin an dem Bauvorhaben Nord-Ost-Umgehung festhalte, antwortete der Sachbearbeiter ganz klar: "Wir unternehmen nicht all die Anstrengungen, um schließlich nicht zu bauen." Denn gerade dafür sei ein Planfeststellungsverfahren ja da - um alle Möglichkeiten und Alternativen zu prüfen, die die Realisierung eines solch großen Projekts möglich machen.

Vonseiten Hessen Mobils rechnet man nicht vor Ende 2022 mit einem rechtskräftigen Abschluss des Planfeststellungsverfahrens. Anschließend müsse ein Bauentwurf erstellt werden. "Ein Baubeginn ist somit frühestens 2024 möglich" erklärt der Sachbearbeiter.

Das Thema Nord-Ost-Umgehung bleibt also aktuell.

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