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Zwerg Logan Johnson, Nikolaus Mats Butz, sowie Zwerg Tom Kremer und Ruprecht Nathan Johnson bringen Geschenke und Gedicht zu Malte, Elias und Anton Stamm.

»Von drauß vom Walde komm ich her«

Laubach (aro). Der Nikolaus kommt am 6. Dezember zu den braven Kindern, bringt Geschenke und als Danke schön sagen die Kinder Gedichte auf. Die schöne alte Nikolaus-Tradition, anderen eine Freude zu machen, wird seit vielen Generationen in Laubach von den Jungen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren gepflegt. 2021 zogen am Nikolaus-Abend zwei Gruppen los, um 20 Familien im Dorf zu besuchen.

Eine Stunde vor dem Start versammelten sich sieben Freunde der Nikolaus-Tradition bei Familie Butz, wurden prächtig verkleidet, um in ihre verschiedenen Rollen zu schlüpfen und übten noch mal den Ablauf. Mats Butz und Leon Wolf übernahmen in diesem Jahr die Rolle des Nikolaus, der die kleinen Kinder an der Haustür mit dem Gedicht »Von drauß vom Walde komm ich her…« begrüßte. Dem Nikolaus zur Seite stehen in Laubach traditionell die Zwerge als Helfer. Eric Diebel, Logan Johnson und Tom Kremer übernahmen es, den Geschenkesack zu tragen und vor den Haustüren auszupacken. Schließlich gehört zum Nikolaus auch die Rute. Denn Geschenke bekommen ja nur die braven Kinder. Ganz nach jahrhundertealter Tradition im deutschen Sprachraum wird in Laubach der Nikolaus von einem schwarzen Knecht Ruprecht begleitet, der als furchteinflößender Gehilfe mit seinen Ketten rasselt, um die bösen Kinder zu erschrecken. Nathan Johnson und Leon Wolf erfüllten ihre ursprünglich aus dem Satansmythos des Altertums stammende Rolle eindrucksvoll. Besonders disziplinierend zum Einsatz kommen mussten sie jedoch nicht. Denn zwischen Stockheimer und Kirchspieler Seite besuchte der Nikolaus in 20 Familien nur brave Kinder. Gleich zum Start bei Familie Stamm sagte der fünfjährige Anton stellvertretend für die Geschwister Elias (4 Jahre) und Malte (2) fehlerfrei sein Gedicht auf: »Holzapfelbäumchen wie bitter dein Kern, ach lieber Nikolaus, was hab ich Dich so gern.« Angesichts dieses braven Freundschaftszeugnisses hatten sich die drei kleinen Stamms ihre Geschenke redlich verdient. Diese wurden allerdings dem Nikolaus zuvor durch die Eltern unbemerkt von den Kindern zugesteckt.

In Corona-Zeiten kommt der Nikolaus mit seinem Gefolge nicht ins Haus, sondern hält ausreichend Abstand und besucht nur jene auf einer speziellen Anmeldeliste stehenden Kinder. Wer beim Nikolaus-Rundgang in Laubach die Teilnahme der Mädchen vermisste, der muss sich wohl bis Heiligabend gedulden. Nach alter Laubacher Tradition geht am 24. Dezember das Christkind mit seinen Engeln durchs Dorf und verkündet in den Häusern die Frohe Botschaft.

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