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Die evangelische Gemeinde bietet zu den Feiertagen viele Gottesdienste an.

Vor dem Gottesdienst lohnt ein Blick ins Internet

Usinger Land . Mitte dieser Woche gab es so viele Tote wie zuletzt im Februar. 527 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion - diese Nachricht macht nachdenklich und auch betroffen. Sie zeigt: Von Normalität sind wir noch weit entfernt, das gilt auch für Weihnachten 2021. Wie sehen die Vorbereitungen der Weihnachtsgottesdienste der evangelischen Gemeinden im Usinger Land aus?

»Die Gemeinden nutzen ihre Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr und finden es dabei auch verlockend, Weihnachten auf ganz unterschiedliche Weise zu den Menschen zu bringen - jetzt, wo nicht alle in die Kirchen kommen können, die das gerne tun würden«, sagt Dekan Michael Tönges-Braungart. Zum Beispiel versenden manche Gemeinden die vom Dekanat erstellte Weihnachtskarte oder stellen auf ihre Homepage eine Anleitung für Hausandachten an Weihnachten.

Strenge Auflagen

»Wie bisher werden die Gemeinden bei Gottesdiensten in Präsenz alle Corona-Schutzbestimmungen genau einhalten und planen - je nach den örtlichen Gegebenheiten - Gottesdienste in Kirchen, im Freien oder Streaming-Gottesdienste.«

Zum Beispiel veranstaltet die evangelische Kirche Arnoldshain an Heiligabend, 15.30 bis 16 Uhr, ein Online-Krippenspiel. Christine Matthay, das Kindergottesdienst-Team und die Kinder sind darin präsent. Den Zoom-Link finden Interessierte auf der Internetseite www.kirche-arnoldshain.de. Der Christvesper um 18 Uhr wird ebenfalls online übertragen, aber man hat auch die Möglichkeit vor Ort in der Kirche zu feiern (unter 2 G). Die Christmette findet um 22 Uhr vor der Kirche, also im Freien statt. Eine Anmeldung bei Pfarrerin Tabea Kraaz wird in beiden Fällen vorausgesetzt. Sie ist erreichbar unter 01 51/17 00 24 54 oder E-Mail an: Tabea.Kraaz@ekhn.de.

»Advent, Weihnachten und Musik - das gehört schon zusammen, wo Konzerte nicht stattfinden können oder nur unter strengen Auflagen, ist das sehr schade«, sagt der Dekan. »Die musikalisch Engagierten reagieren flexibel auf die sich ständig verändernde Situation.

Aber natürlich hatten sie gehofft, dass in diesem Jahr an Weihnachten wieder mehr möglich sein würde.« Gute und kreative Ideen aus dem vergangenen Corona-Weihnachten, werden auch in diesem Jahr wieder genutzt. »Weil die große Bedeutung der Musik in den Gemeinden bewusst ist, bekommt Kirchenmusik auch in digitalen Formaten einen breiten Raum.« Liedstrophen werden für die Gottesdienstgemeinde vor dem Bildschirm eingeblendet, die Choräle von Organistinnen und Organisten bewusst zum Mitsingen für die vor dem Bildschirm mitfeiernden eingerichtet. Und in den Kirchen übernehmen manchmal Solostimmen oder Melodieinstrumente stellvertretend für die Gemeinde den Gesang. Und manchmal entsteht Spontanes, das wird bestimmt auch in diesem Jahr so sein«, sagt Tönges-Braungart. Er meint damit zum Beispiel die spontanen Gesangseinlagen im Usinger Land, als im vergangenen Jahr von den Balkons und aus den Gärten kurzfristig verabredet Weihnachtslieder gesungen wurden. »Aber klar, das sind kleine Formen und es gibt so manchen Chor, der sich nach einem Weihnachtsoratorium in voller Kirche sehnt.«

Festzuhalten bleibe leider: Es ist nicht auszuschließen, dass an Weihnachten in den Kirchen nicht mitgesungen werden kann, als relativ sicher könne man davon ausgehen, dass, wenn gesungen werden darf, Masken getragen werden müssen. Die Gemeinden selbst würden immer im Einzelfall über jede kirchenmusikalischen Beitrag/Veranstaltung (instrumental oder mit Gesang) aufgrund der konkreten Umstände verantwortlich entscheiden, sagt Tönges-Braungart. Konzertbesuchern rät er darüber hinaus, sich über Websites der Kirchengemeinden zu informieren, ob das Geplante stattfindet.

Zum Beispiel heißt es auf der Homepage www.kirche-anspach.de der Neu-Anspacher Kirchengemeinde zur Planung der Weihnachtsgottesdienste: »Anders als im Gemeindebrief angekündigt findet am 24. Dezember kein Gottesdienst im Bürgerhaus statt. Stattdessen gibt es um 15 Uhr einen Brabbelgottesdienst für Kinder bis zum ersten Schuljahr und ihre Eltern auf der Wiese mit kleinem Krippenspiel und ebenfalls um 16 Uhr einen Gottesdienst mit Krippenspiel und dem Posaunenchor auf der Wiese. Um 23 Uhr folgt dann die Christnacht auf der Wiese.« Die Wiese befinde sich in Fortsetzung der Schmittener Straße Richtung Schwimmbad. Anmeldung zu diesen Gottesdiensten bei Pfarrerin Claudia Winkler, Telefon (0 60 81) 74 23 oder claudia.winkler@ekhn.de.

Die Usinger evangelische Kirchengemeinde arbeitet mit Online-Anmeldungen unter usingen.evangelisch-hochtaunus.de. »Für den Familiengottesdienst sind leider schon alle Plätze belegt. Deshalb ist keine Anmeldung mehr möglich«, heißt es dort. Eine Anmeldung zur Vesper an Heiligabend sowie zum Jahresabschlussgottesdienst ist jedoch möglich.

In Wehrheim gibt es an Heiligabend, 15.30 Uhr, ein Krippenspiel im Freien mit dem ökumenischen Kinderchor. Es findet bei Familie Etzel (Kurtrierer Amtshof), Pfaffenwiesbacher Straße 6 statt. Die »Christvesper für Erwachsene« ist um 17 Uhr und Christmette um 23 Uhr (beides in der evangelischen Kirche). Auf der Homepage ist ein Anmeldeportal (Formular zur Platzreservierung ) hinterlegt. Es ist unter wehrheim.evangelisch-hochtaunus.de/termine/r9.html aufrufbar.

Feier in kleinem Kreis

Auf der Homepage der evangelischen Kirche Grävenwiesbach gibt es noch keine Anmeldemöglichkeiten zu den Weihnachtsgottediensten, jedoch den Hinweis, dass es zwischen 16 und 22 Uhr an Heiligabend Gottesdienste gibt. Dazu der Hinweis: »Achtung: Wenn wegen der Pandemie ein einzelner Gottesdienst nicht möglich sein kann, können mehrere Gottesdienste stattfinden, daher unbedingt auf Mitteilungen auf der Internetseite und in der Presse achten.«

In der evangelischen Kirche in Rod an der Weil gibt es Heiligabend um 16.30 Uhr ein Krippenspiel. Es gilt die 2G-Regel, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, so Pfarrer Peter Lehwalder. Weitere Gottesdienste gibt es am 24. Dezember nicht, dafür aber am ersten Weihnachtsfeiertag. Die Gottesdienste finden um 9.30 Uhr (Emmershausen), 10.30 Uhr (Rod an der Weil) und 10.45 Uhr (Gemünden) statt.

Er selbst feiere Weihnachten in der Familie, die ohnehin nur klein sei, so Tönges-Braungart. Im privaten Bereich werde sich für ihn nicht viel ändern. »Festliche Gottesdienste in vollen Kirchen feiern, Krippenspiele live miterleben, Weihnachtslieder singen ohne Maske - das wird mir fehlen«, so der Dekan. Doch er betont auch: »Das Wichtigste ist für mich: Auch in diesem Jahr werden wir Weihnachten feiern.« Nina Fachinger

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