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Beim Einräumen der Waren für die Weihnachtsaktion herrscht hinter den Kulissen der Lebensmittelausgabe dichtes Gedränge. Alle Hände voll zu tun haben hier zum Beispiel Birgit Hahn, Katja Lange, Vicki Taylor, Elisabeth Mielke, Barbara Voss-Fels und Erhard Schubert (von links).

Vorgezogene Bescherung

Usinger Land (as). Nicht nur für die beiden Tafel-Organisationen »Aufgetischt« und »À la carte« der DRK Ortsvereinigungen Usingen beziehungsweise Wehrheim war bereits am Montag Bescherung, sondern auch für die Kunden der Lebensmittelausgabe: Bereits seit zehn Jahren unterstützt der Verein »Wir helfen« das DRK bei der Versorgung Bedürftiger mit Nahrungsmitteln, so auch in diesem Jahr.

Beide Tafeln bekamen jeweils 2000 Euro für die Weihnachtsaktion.

Auch wenn es »Wir helfen«-Urgestein Erhard Schubert gesundheitlich sehr schwergefallen ist, so wollte er es sich doch nicht nehmen lassen, persönlich im »Supermarkt« des DRK in der Hattsteiner Allee in Usingen vorbeizuschauen und beim Einräumen der Waren dabei zu sein. Die Leiterinnen der Tafeln, Birgit Hahn (Usingen) und Barbara Voss-Fels (Wehrheim), bedankten sich bei Schubert und Vicki Taylor vom Hilfsverein und nannten die Möglichkeit, für 4000 Euro Ware einkaufen zu können und sie als Zugabe den schon prall gefüllten, vorkonfektionierten Warenkörben beizulegen, einen »Segen zu Weihnachten aus heiterem Himmel«. Dass der Inhaber des Usinger Edeka-Marktes, Bernd Reckelkamm, von sich aus noch einiges an Ware draufgelegt hat, sei eine tolle Geste, für die man ihm äußerst dankbar sei, sagte Hahn.

Zwei Ausgabetage - und alles ist weg

Mit dem Geld vom Hilfsverein konnten Kaffee, Tee, Weihnachtsgebäck, Öl, Mehl, Zucker, Schokotrankpulver, Ketchup, Obst- und Gemüsekonserven gekauft und mit vereinten Kräften in den Regalen verstaut werden. Allerdings wird das alles nicht sehr lange dort stehen. »Zwei Ausgabetage - dann ist das alles weg«, gibt sich Hahn keinerlei Illusionen hin, Lagerhaltung betreiben zu können.

Derzeit gibt es bei »Aufgetischt« montags zwischen 14 und 17 Uhr 85 registrierte Kunden, mittwochs 38 zwischen 14 und 16 Uhr. In Wehrheim sind es donnerstags weitere 52. »Einige sind bereits seit dem Anfang vor 14 Jahren bei uns und kommen regelmäßig«, sagt Hahn. Sie stellt aber auch fest, dass einige immer seltener kommen, »eigentlich ein gutes Zeichen, dann geht es ihnen finanziell wieder besser«.

Bei den Stammkunden, die jährlich anhand ihres Bewilligungsbescheides vom Sozialamt ihre Bedürftigkeit nachweisen müssen, wissen die Helfer von »Aufgetischt« und »À la carte« beim Konfektionieren der Kisten schon recht genau, wer was braucht: »Wer keinen Kaffee verträgt, bekommt eben Tee, wir können aber immer nur das ausgeben, was wir auch gerade haben - wenn es keine grünen Paprika gibt, sondern nur rote, dann ist das eben so«, sagt Hahn, und Voss-Fels ergänzt: »Bei uns gibt es auch nicht den kompletten Wocheneinkauf, sondern nur Ergänzungen.«

Dass Kunden mit den zusammengestellten Waren unzufrieden sind, komme zwar auch vor, das seien aber nur sehr wenige, der weitaus überwiegende Teil sei äußerst dankbar, berichtet Hahn aus langjähriger Erfahrung. Aus Erfahrung weiß sie aber auch, dass die Kunden ganz am Anfang der Usinger Tafel zum Teil doch arg unter Schwellenangst litten, heute sei das etwas anders, Scham gebe es zwar immer noch, aber nicht mehr so viel.

Bei »Aufgetischt« gibt es inzwischen einen recht großen Helferkreis. »Wir sind momentan mit 50 ehrenamtlichen Kollegen gut aufgestellt«, sagt Hahn. An normalen Ausgabe-tagen werden meist rund ein Dutzend Helfer »im Laden« gebraucht, zum Packen der Kisten und im Verkauf, aber auch »auf der Straße«, denn morgens sind Helfer im ganzen Usinger Land unterwegs, fahren von Supermarkt zu Supermarkt und holen die Waren ab, später, beim Ausliefern, müssen die Fahrer dann noch einmal ran. Am Montag aber, als die Waren der Weihnachtsaktion ins Regal geräumt werden mussten, wuselten 25 Helfer umher. »Wir sind schon ein super Markt«, stellte Hahn lachend fest - und gab jedem Helfer ein kleines Weihnachtsgeschenk.

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