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Bei der Spendenübergabe des Rotary Clubs Saalburg Taunus freuen sich Michael Neumann (links), Christian Debus (rechts, Präsident RC Saalburg Taunus) und Beate Illbruck (Dritte von links, RC-Mitglied) mit Herbert Gerlowski (Zweiter von links), sowie Dagmar Spill und Prof. Dr. Uta Meyding Lamadé (Zweite und Dritte von rechts).

Vorweihnachtliches Präsent

Wehrheim (sai). Mit zwei Spendenübergaben hat der Rotary Club Saalburg Taunus in der Vorweihnachtszeit für große Freude gesorgt. Zum einen konnten 7000 Euro an Herbert Gerlowski (Gründer Hospiz Arche Noah in Schmitten), zum anderen 6000 Euro an Dagmar Spill, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) e.V. und Prof. Dr.

Uta Meyding Lamadé, Chefärztin der Neurologischen Klinik und Direktorin des Instituts für Internationale Medizin und Telemedizin Frankfurt, überreicht werden.

Seit Gründung im Jahr 2000 hat es sich die Hospizgemeinschaft »Arche-Noah Hochtaunus zur Begleitung Sterbender und Lebensbeistand e.V.« zur Aufgabe gemacht, schwerstkranken Menschen gemeinsam mit den Angehörigen und Freunden begleitend zur Seite zu stehen. Dazu gibt es den ambulanten Begleitdienst, der die Angehörigen und Pflegenden durch das zeitweilige Da-Sein entlastet sowie das stationäre Hospiz in Niederreifenberg. Hier werden die Sterbenden mit ihren Schmerzen und Ängsten, aber auch mit ihren Bedürfnissen nicht alleine gelassen, liebevoll und verständnisvoll betreut und mit Hilfe der palliativen Medizin und Pflege ihre Schmerzen und Beschwerden gelindert. Der Hospizverein arbeitet ehrenamtlich und unentgeltlich. Er finanziert sich auf Spendenbasis und daher war Gerlowski überaus dankbar für die Spende der Rotarier. Möglich gemacht hatte die Spende das Golfturnier im September im Golfclub Braunfels. Der gesamte Betrag wurde durch Spenden und Startgelder der Teilnehmer sowie Spenden/Sponsoren der Firmen Baker Tilly, Alexander Hughes, Pflegedienst24 und der BMW Niederlassung Rhein-Main generiert und vom Rotary Club auf 7000 Euro aufgerundet.

Auch der zweite Spendenbetrag von 6000 Euro, der sich aus den Mitgliedsbeiträgen sowie dem Verkauf der Rotary-Sonderedition des traditionellen Kräuterlikörs »ReichsPostBitter« zusammensetzt, führt die Unterstützung diverser sozialer Projekte, wie ganz aktuell die »Webinare« für Multiple-Sklerose-Patienten fort.

»Die Organisation der Spende an die DMSG ist noch unter der Präsidentschaft von Dr. Rainer Kohlen erfolgt«, betont der seit Juli amtierende neue Präsident Christian Debus. Mit jeweils 6 Euro je verkaufter Flasche unterstützt der Rotary Club Saalburg Taunus das Projekt zur Digitalisierung der Aktivitäten der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen e.V. und wie Vorsitzende Dagmar Spill bei der Übergabe eindrücklich darlegen konnte, ist dieses neue Angebot gerade in Coronazeiten von großer Bedeutung. Die anhaltende Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus führe zu einer zunehmenden Isolation von chronisch kranken Menschen. »Die DMSG sieht mit großer Sorge bei den an Multipler Sklerose erkrankten Mitgliedern, dass der Kontakt zu den Beratungsstellen seltener gesucht und das Haus nicht mehr verlassen wird. Damit wird sowohl die Versorgung als auch die dringend benötigte ärztliche Begleitung nicht mehr wahrgenommen. Diese Situation wird sich in den Wintermonaten weiter verschlechtern und es braucht aktive Ansprache und Kontakt durch hauptamtlichen Mitarbeiter und das große Netz der ehrenamtlichen Helfer«, machte Spill die Lage deutlich und zeigte sich dankbar, mit Dr. Uta Meyding Lamadé die Chefärztin der Neurologischen Klinik und Direktorin des Instituts für Telemedizin, »im Boot« zu haben.

Ziel des Digitalisierungsprojekts sei es, mittels digitaler Medien weiterhin chronisch kranke Menschen in diesen schweren Zeiten zu begleiten. Gerade in der aktuellen Situation zeige sich, dass durch die Telemedizin vielfältige Informationen und therapeutische Angebote an die Patienten herangebracht werden. Insofern werde die DMSG ihre Anstrengungen fortsetzen, um Webinare und interaktive Konferenzen zu ausgewählten Themen für Patienten, Angehörige, ärztliche Kollegen und MS-Nurses anzubieten.

»Mit Ihrer Hilfe haben wir die entsprechende Hard- und Software angeschafft, unsere Mitarbeiter ausgebildet und konnten erstmalig Online-Veranstaltungen durchführen«, erklärte Spill die Verwendung der Spendengelder und wertete diese Zuwendung als positives Zeichen in der Pandemie, die zu Spendeneinbrüchen geführt habe. Nun könne ein neuer Weg in der sozialen (und medizinischen) Beratung und Betreuung gegangen werden. »Dies verändert unsere Welt in der DMSG und in der medizinischen Versorgung«, so Spill. Die Multiple Sklerose ist eine über viele Jahre chronisch verlaufende immun-vermittelte Erkrankung. Etwa 10000 Betroffene leben in Hessen, in ganz Deutschland sind es rund 250000. Die DMSG ist eine Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Kranke mit 20 haupt- und über 500 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

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