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Leonie Wagner, Lukas Wick, Lisa-Sophie Brodkorb, Jaron Bettner und Katharina Brühl (oben, v.l.) sowie Lea Radu und Aimee Bullmann (vorne, v.l.) freuen sich die Kinder an Heiligabend mit dem Esel zu besuchen.

Warten aufs Grautier

Grävenwiesbach (aro). An Heiligabend gibt es für die Kinder in Grävenwiesbach nach dem Krippenspiel in der Kirche und der Bescherung zu Hause noch eine weitere weihnachtliche Überraschung: Der 90 Jahre alte Brauch »Weihnachtsesel mit dem Christkind« wird vom Jahrgang 2006 und 2007 weiter gepflegt. Aimee Bullmann, Lisa-Sophie Brodkorb, Katharina Brühl, Jaron Bettner, Leonie Wagner, Lukas Wick und Lea Radu sowie Joris Fip, Lena Pauly und Yann Urban freuen sich auf ihren Umzug am 24.

Dezember.

Konfirmanden pflegen Brauch

Am Samstagnachmittag hatten die jungen Grävenwiesbacher den altehrwürdigen Esel, den Karl Pauly 1931 in seiner Lehrzeit aus Holz gefertigt hatte, bei dessen Sohn Peter Pauly abgeholt. Seit neun Jahrzehnten waren Generationen Grävenwiesbacher im Konfirmanden-Alter unter den Eselskopf mit großem Klappermaul geschlüpft, um in der Heiligen Nacht die Dorfkinder mit der Geschichte vom Christkind zu besuchen. Frohe Weihnachten wünschen, Gedichte aufsagen und mit dem klappernden Eselsmaul kräftig Krach zu machen gehört zum Besuchsprogramm.

Leah Radu, die Urenkelin von Karl Pauly, hatte zusammen mit Aimee Bullmann und Lina-Sophie Brodkorb bei der Organisation keine Mühe, ihre Altersgenossen zur Fortsetzung der alten Tradition zu bewegen. Die jungen Grävenwiesbacher erinnern sich noch an die Zeit, als sie selbst vom Esel besucht wurden. Die Liste der Anekdoten und Erlebnisse zum Weihnachtsbrauch am Wiesbach ist lang. So erinnert sich der UA-Reporter noch lebhaft an seine Kindheit vor 50 Jahren, als er arglos die Tür öffnete und das Geklapper des Esels ihn ziemlich erschreckte. Damals hatte der Nachwuchs Ehrfurcht vor der Rute und dem Grautier: So erinnert sich Peter Pauly, dass ihn 1953 der unter dem Eselskopf steckende Konfirmand Karl Lenz einmal bis in die hinterste Ecke der Küchenbank verfolgt hatte…

Besuch vorher per E-Mail buchen

Es herrscht große Vorfreude auf das traditionelle Ereignis gerade auch in Zeiten der Pandemie. Die Konfirmanden starten nach der Kirche und werden auf mehrstündigem Marsch all jene Häuser besuchen, die sich per E-Mail an weihnachtsesel@ev-grwb.de angemeldet haben. Der Besuch erfolgt vor der Tür unter Einhaltung aller Corona-Regeln. Wenn die Eltern Geschenke für die Kinder haben, so legen sie diese vorher vor der Tür ab. Spenden zugunsten einer Kinderkrebsstation nehmen die jungen Weihnachtsbotschafter gerne entgegen.

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