1. Startseite
  2. Lokales

Wehrheim hofft auf LEADER-Programm

Erstellt: Aktualisiert:

Wehrheim (inf). Auch im Hochtaunus kennt man das Problem: Junge Menschen bekommen keine Wohnung im Heimatort oder ziehen aus, um in der Ferne zu studieren. Viele ziehen in die Städte um, während die Dörfer überaltern oder aussterben, die Infrastruktur verfällt. Um ganz gezielt solche Regionen zu fördern, gibt es das EU-Förderprogramm LEADER, über dessen Teilnahme die Wehrheimer Parlamentarier am Freitag in der Wiesbachtalhalle abgestimmt und dieser einstimmig zugestimmt haben.

Bislang sei eine Aufnahme in das besagte Förderprogramm wegen der vermeintlichen Finanzstärke des Hochtaunuskreises nicht möglich gewesen. Nun jedoch hätten sich diesbezüglich die Vorzeichen gewandelt, berichtete Verwaltungsoberhaupt Gregor Sommer auf der Gemeindevertretersitzung und bat um Zustimmung für die Vorlage.

Das LEADER-Programm will mit seiner Förderung dem Trend der Verödung des ländlichen Raums etwas entgegensetzen und das Landleben wieder lebenswert machen. Ziel dahinter ist es, die Lebensqualität zu erhalten, das Miteinander zu stärken, kulturelle und touristische Projekte zu fördern und die Zukunftsfähigkeit einer Region zu sichern. Das Besondere an dieser Förderung ist, dass die Menschen vor Ort an der Projektentwicklung mitwirken können.

Wehrheim möchte sich zusammen mit anderen Kommunen (Glashütten, Schmitten, Weilrod, Grävenwiesbach, Neu-Anspach und Usingen) für die im Jahr 2023 startende neue EU-Förderperiode bewerben und bemüht sich nun darum, künftig als LEADER-Region eingestuft zu werden. Denn nur als Mitglied einer LEADER-Region kann man sich auch um die begehrte Förderung bemühen. Die Bewerbungsfrist dafür endet am 31. Mai 2022. Einen Antrag hat die Taunus-Touristik für die entsprechenden Kommunen im Rahmen der Fristwahrung bereits gestellt, erklärte der Bürgermeister auf der Sitzung.

Um überhaupt in das LEADER-Programm aufgenommen zu werden, müssen sich Kommunen im Vorfeld zu einer »Lokalen Aktionsgruppe Hochtaunus e. V.« oder, kurz gesagt, LAG Hochtaunus zusammengeschlossen haben, die aus Kommunen und aus wirtschaftlich und sozial engagierten Verbänden bestehen. Wer dies in Wehrheim sein könnte, stehe bislang noch nicht fest, heißt es vonseiten der Gemeindeverwaltung. Jetzt, nachdem in der Gemeindevertretung ein Votum gefallen ist, will man sich um entsprechende Partner bemühen.

Zusätzlich ist die Erarbeitung einer »Lokalen Entwicklungsstrategie« durch ein externes Ingenieursbüro erforderlich, die vom Land Hessen mit 75 Prozent der förderfähigen Kosten bis maximal 50 000 Euro bezuschusst werden könnte. Für die Kommunen wäre der zu leistende Eigenanteil etwa 4500 bis 5000 Euro, so zumindest die Theorie. Sollten weitere zusätzliche Kosten anfallen, so sind diese aus dem Ergebnishaushalt zu decken.

Auch in der Bürgermeisterrunde der Bürgermeister des Kreises sowie in anderen Kommunen wurde das Thema bereits diskutiert und auch über die Chancen, die eine solche Bewerbung mit sich bringt, geredet. Denn bisher wurde die Förderung nur strukturschwachen Kommunen zuteil, was beispielsweise auf Usingen, aber auch Wehrheim, nicht unbedingt zutrifft. Da jedoch ein Zusammenschluss der Hochtaunuskommunen bei der Bewerbung erfolgt, können auch Wehrheim und Usingen von der Förderung profitieren.

Auch interessant