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In der Wehrheimer Feldstraße setzt sich kurz vor Beginn der Dämmerung der weihnachtliche Traktorkorso mit den »Nikoläusen« Stefan Velte (von links), Norbert Hartmann, Jan Krebs und Ingo Engeland in Bewegung.

Buntes Lichtermeer

Wehrheim (sai). Nachdem im vergangenen Jahr die spontane Initiative des Ortslandwirts Günther Allendörfer, mit vier Landwirten in weihnachtlich geschmückten und beleuchteten Traktoren durch Wehrheim zu fahren und in der Pandemiezeit ein wenig Weihnachtsstimmung zu bescheren, so gut angekommen war, hatte Felix Bachmann nun auch in diesem Jahr einen solchen Traktorkorso auf die Beine gestellt.

Unter dem Motto »Ein Funke Hoffnung 2.0« wurde zudem auch diesmal die ältere Bevölkerung mit kleinen Weihnachtsgeschenken bedacht. »Denn gerade die älteren Menschen leiden unter der coronabedingten Isolation, die unter anderem durch die abgesagten Weihnachtsfeiern, Seniorentreffs und ähnlichen Veranstaltungen noch verstärkt wurde«, sind sich auch die Mit-Organisatoren einig.

Deshalb machte der Korso dann auch am Altenheim Flücken Station, bevor er auch noch einmal den 82-jährigen Initiator Günther Allendörfer mit einem Besuch ehrte. Diesmal hatten sich gleich sieben Landwirte dem Korso angeschlossen und ihre Schlepper weihnachtlich beleuchtet und geschmückt. Außerdem begleiteten vier »Nikoläuse« (Ingo Engeland, Norbert Hartmann, Jan Krebs und Stefan Velte) zu Fuß den Konvoi und verteilten die Geschenke an die älteren Wehrheimer.

Geschenke für Senioren und Kinder

Damit es am Wegrand keine Menschenansammlungen geben würde, wurde ganz bewusst die genaue Route im Vorfeld geheim gehalten. »Außerdem soll das ja kein Faschingsumzug sein, deshalb haben wir auch auf Musik verzichtet«, erklärte Norbert Hartmann von der Landjugend.

Die Landjugend, und hier vor allem Felix Bachmann, hatte zusammen mit den Wehrheimer Landwirten und dem Geschichtsverein die Organisation und Koordination übernommen und 120 Beutel mit klassischen Gaben wie Äpfeln, Nüssen und Schokoweihnachtsmännern sowie mit einem Piccolo-Sekt und anderen Kleinigkeiten gepackt.

Möglich wurde das durch die Unterstützung der Gemeinde Wehrheim, des Gewerbevereins, des Edeka-Markts Aigner, des Versicherungsbüros Engeland und des Gartenbaubetriebs Sommer, die als Sponsoren die Geschenke finanzierten. Auch wenn die Gaben nur für die älteren Wehrheimerinnen gedacht waren, verteilten die Nikoläuse auch kleine Schoko-Weihnachtsmänner an die Kinder am Straßenrand.

Die Nachricht vom Traktorkorso hatte sich rasant verbreitet. »Ich hatte via WhatsApp so viele Anfragen von Leuten, die wissen wollten, wo der Konvoi entlang fährt, dass ich gar nicht mehr alle beantworten konnte«, erzählte Landjugend-Vorsitzende Nicole Skiback, die sich freute, dass die Idee so positiv angekommen war.

Auch wenn nicht mehr alle Kinder einen kleinen Schoko-Weihnachtsmann erhielten, hatten alle große Freude am Weihnachtskorso, denn allein die reich geschmückten und beleuchteten Schlepper waren eine Attraktion und brachten auf ungewöhnliche Weise etwas Weihnachtsstimmung.

»Abgesehen davon, dass wir vor allem den älteren Menschen einen Funken Hoffnung und ein bisschen Weihnachtsstimmung bringen wollten, diente der Korso auch als eine Art von Dankeschön von uns Landwirten an die Bürger. Denn im Sommer geht es teilweise Schlag auf Schlag bei der Ernte. Da sind die Felder voller Maschinen und es wird auch mal laut und eng«, erklärt Felix Bachmann. Der Traktorkorso solle daher als »Entschädigung« dienen.

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