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Für den Golden Retriever »Quandace« von Pauline Bader aus Wehrheim fällt keine Hundesteuer an, denn er ist ein Assistenzhund, der der jungen Frau bei der Bewältigung ihres Alltags hilft.

»Der Dritte« wird teurer

Wehrheim . »Das Thema Hundesteuer ist eine schwierige Sache: Da gibt es die einen, die einen Hund halten und die anderen, die keinen Hund halten. Und fast immer sind diese beiden Gruppen in puncto Hundesteuer anderer Meinung.« Das sagte Gregor Sommer in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung kurz vor Weihnachten. Es sollte über die Neufassung der bei Hundehaltern eher unbeliebten Steuer entschieden werden.

Die Neufassung wurde in der Gemeindevertretersitzung einstimmig beschlossen.

500 Euro für gefährliche Hunde

Vorab war klar war, dass eine solche Neufassung ein eher zweischneidiges Schwert werden würde. Lange, so Sommer, sei daher in der Verwaltung im Vorfeld über die Neufassung diskutiert worden. Vor allem darüber, wie man diesbezüglich vorgehen und welche Beträge man überhaupt erhöhen sollte. Nun ist es klar: Die Anpassung erfolgt beim Steuersatz selbst.

Ein Diskussionspunkt war bereits im Haupt- und Finanzausschuss die Einführung einer besonderen Steuer für »gefährliche Hunde«. Doch was ist ein gefährlicher Hund und wie viele gibt es in Wehrheim davon überhaupt? Die Antwort darauf erstaunte selbst Bürgermeister Sommer. Denn in ganz Wehrheim gelten von etwa 840 offiziell gehaltenen Hunden nur elf als »gefährlich«, also als Hunde, deren Rasse in der Gefahrenabwehrverordnung als gefährlich eingestuft wurde. »Und da sind schon die Mischlinge mitgezählt«, betont das Verwaltungsoberhaupt. Die Gemeindevertretung folgte schließlich dem Vorschlag des HFA, die zunächst angepeilte Summe von 300 Euro pro Hund auf 500 Euro zu erhöhen.

Nicht immer in voller Höhe fällig

Doch Halter solcher Hunde brauchen nun keinen Schreck zu bekommen. Sie besitzen die Möglichkeit, die Steuersumme um die Hälfte zu reduzieren, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen (siehe Kasten). Für alle Hunde gilt übrigens, dass diese innerhalb von 14 Tagen nach Aufnahme oder Geburt bei der Gemeinde Wehrheim angemeldet werden müssen.

An der Veränderung der Hundesteuern wird sich die Gemeinde Wehrheim, wie auch bei der Neufassung der Friedhofsgebühren, nicht gesundstoßen. Sinn und Zweck soll es sein, dass die neuen Gebühren an gültiges Recht angepasst werden sollen. Insgesamt geht die Gemeindeverwaltung davon aus, dass die Steuererhöhung Mehrerträge von eher bescheidenen 7000 Euro in die Gemeindekassen spülen wird.

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