+
ualoka_fischerbau_kh_130_4c_1

Die Hürden der neuen Wohnbebauung

Wehrheim-Pfaffenwiesbach (sai). Die Idee, die bisher brach liegenden Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wiesbachtalhalle und dem angrenzenden Feuerwehrgerätehaus sowie dem ehemaligen Bauhof (der abgerissen werden soll) zur Wohnbebauung zu nutzen, ist nicht neu. Allerdings wird auch immer wieder kontrovers diskutiert, ob eine sogenannte Innenentwicklung für Alt-Pfaffenwiesbach überhaupt sinnvoll sei.

Schon 2013 waren erste Konzepte für diesen Bereich erstellt worden, auch wenn das Gelände nicht so ganz einfach ist. Denn hier befindet sich einer der tiefstgelegenen Punkte von Pfaffenwiesbach, an einer Seite begrenzt durch den steil abfallenden Hang, an der anderen Seite begrenzt durch den Bach und die Grünfläche dient auch als Regenrückhaltebecken beziehungsweise Versickerungsmulde und als Ausgleichsfläche. Außerdem könnte auch das Thema Lärm durch die Außengastronomie der Bürgerhausgaststätte einer Wohnbebauung im Wege stehen, so bisherige Befürchtungen, weshalb bereits 2017 ein entsprechendes Lärmgutachten erstellt wurde.

Wie Holger Fischer vom gleichnamigen Planungsbüro dem Bauausschuss in der jüngsten Sitzung mitteilte, seien die Messungen unauffällig gewesen. Auch der Ziel- und Quellverkehr bei Veranstaltungen oder Sportbetrieb seien im Rahmen, zumal es ohnehin die allgemeine Verordnung gebe, dass ab 22 Uhr aus Rücksicht auf die Nachbarschaft der Gastronomiebetrieb nach innen verlegt werden müsse. Selbst wenn bis zu zehn Mal im Jahr Veranstaltungen durch Einzelgenehmigungen auch noch nach 22 Uhr stattfinden dürften, wie Bürgermeister Gregor Sommer einwarf, sei die Lärmbelastung in der Nachbarschaft eines Wohngebiets überschau- und hinnehmbar.

Wo liegt der Kanal?

Mehr Sorgen als eine eventuelle Lärmbelastung bereitet dem Bauamt dagegen die Entwässerung des Areals. Man habe inzwischen festgestellt, dass für die Grünfläche oberhalb des Spielplatzes nirgends erfasst sei, wo der Kanal liege. Für die Erschließung eines Mini-Neubaugebiets in diesem Bereich wird ein Teil des Festplatzes und Spielplatzes mit eingeplant, auch der bisherige Parkplatz an der Alten Schule müsste etwas umgestaltet werden. Das würde zwar weniger Stellplätze auf diesem Parkplatz bedeuten, dafür aber würden entlang der Zufahrt neue Stellplätze entstehen, sodass statt der bisherigen 24 Stellplätze sogar 28 Stellplätze zur Verfügung stünden, so Bauamtsleiter Frank Dechert.

Er gab auch Auskunft über weitere Maßgaben im Bebauungsplan. So seien zwei Vollgeschosse mit einer Firsthöhe von elf Metern zulässig. »Der B-Plan steckt nur den Rahmen. Wie es architektonisch umgesetzt wird, ist zunächst egal«, machte der Bauamtsleiter deutlich. Bauausschussvorsitzender Dr. Torsten Kunz (Grüne) plädierte für die Schaffung von Wohnungen in einem Geschosswohnungsbau statt zwei oder drei Einfamilienhäusern.

Drei Grundstücke

Drei Grundstücke Der vorläufige Plan sieht drei Baugrundstücke mit Zufahrten vor. Etwa 1800 bis 1900 Quadratmeter sind dafür veräußerbar. Bevor es an die Vermarktung gehen kann, soll in diesem Frühjahr noch ein Artenschutzgutachten erstellt werden mit der Erfassung eventueller Brutpaare. Die Ergebnisse sollen dann in die Bestandsaufnahme fließen, auch wenn dies formal nicht nötig sei, weil es sich um eine innerörtliche Maßnahme handele, bei der ein beschleunigtes Verfahren greife, wie Dechert erläuterte. Der Spielplatz soll im Zuge der Entwicklung ebenfalls neu gestaltet werden. Er wird etwas kleiner als bisher ausfallen, könne aber auch noch zum Bolzen genutzt werden. Und er soll eingezäunt werden, damit er nicht als »Hundekackwiese« genutzt wird. Denn genau das ist die bisherige Freifläche bisher, zeigte sich Sommer verärgert darüber. Bleibt noch die Frage, wie die Vermarktung laufen soll, wer Bauherr werden kann oder soll. »was nicht so einfach ist, wenn Wohnungsbau statt Einfamilienhäuser hier entstehen sollen«, so Sommer. Daher möchte der Bauausschuss weitere Vorschläge in den B-Plan einarbeiten und dafür mit einem Ortstermin erörtern, bevor zwei Varianten zur weiteren Beratung kommen.

ualoka_lindeNBAU_kh_1301_4c_1

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema