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Der Ortsausschuss Pfaffenwiesbach will einen Förderverein gründen, damit die katholische Kirche St. Georg erhalten werden kann.

Ortsausschuss will Kirche erhalten

Wehrheim-Pfaffenwiesbach (evk). Die Finanzmittel der Kirchengemeinde St. Franziskus und Klara Usinger Land und des Bistums Limburg werden immer knapper. Deshalb möchte der Ortsausschuss des aktuell 785 Gemeindemitglieder zählenden Kirchorts Pfaffenwiesbach in diesem Jahr einen Förderverein für die St.-Georgs-Kirche gründen. Im Rahmen der kirchlichen Immobilienstrategie (KIS), über die seit 2018 beraten wurde, heißt es in der pastoralen Einschätzung:

»Die Kirche soll langfristig für das kirchliche Leben vor Ort erhalten bleiben.«

Das gibt Zuversicht. In der gleichen Vorlage heißt es aber auch unter der Rubrik »Vorschläge Gebäudenutzungskonzept gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen«: »Zunächst soll die Kirche erhalten bleiben und der Bedarf in fünf bis zehn Jahren noch mal überprüft werden.« Das macht nachdenklich. Denn unübersehbar ist, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher 2020 auf 49 zurückgegangen ist, wie sich an den jeweiligen sogenannten Zähl-Sonntagen gezeigt hatte.

Viel Geld in Sanierung gesteckt

Anliegen des Ortsausschusses ist es nach Auskunft von Elmar Feitenhansl, den Unterhalt respektive den Bestand des Gotteshauses für die nächsten Jahre zu gewährleisten. In die Fassadensanierung, die sich bisher im zweiten Bauabschnitt befindet, wurden bisher schon 1,5 Millionen Euro investiert. In den kommenden zehn Jahren stehen für die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes prognostizierte weitere 920 000 Euro im Raum. Der Eigenanteil der Kirchengemeinde beträgt dafür 92 000 Euro. Rücklagen für das Gebäude gibt es in Höhe von 117 108 Euro. Die Betriebskosten betragen 3038 Euro.

In einer Machbarkeitsstudie soll zudem erstellt werden, inwieweit Gemeinde- und Gruppenräume in die Kirche integriert werden können. Noch wird nämlich laut den Ausführungen von KIS das in gepflegtem Zustand befindliche Gemeindehaus St. Georg gut genutzt und ist auch pastoral sinnvoll. Im Gemeindehaus ist unter anderem der Eine-Welt-Laden untergebracht. Die zuletzt 1991 renovierten Gemeinderäume werden nur zum Teil pastoral genutzt, das Nebengebäude dient als Lager.

Nach Kenntnis von Feitenhansl stehen für das Gemeindehaus derzeit keine großen Reparaturen an. Jedoch stellt sich die KIS-Projektgruppe die Frage, was zu tun ist, wenn am Gemeindehaus wieder größere Bauinvestitionen nötig sind. Weil es keine Neubaugebiete am Ort gibt und die Verkehrsanbindung eher schlecht ist, sieht die Projektgruppe die Entwicklungschancen wenig zukunftsfähig. Nach Einschätzung der Projektgruppe könnte das Gemeindehaus daher aufgegeben werden, wenn die pastoralen Nutzungen nach Umbau der Kirche ins Gotteshaus verlagert werden.

»Wir wissen aktuell noch nicht, wo es letztlich hingehen wird, aber wir wollen finanziell vorbauen für die Zeit, wenn die Mittel nicht mehr so fließen«, macht Feitenhansl deutlich. Deswegen möchte der Ortsausschuss schon Anfang dieses Jahres die entsprechenden Weichen stellen und einen Förderverein gründen.

Überkonfessionelle Unterstützerbasis

Der monatliche Mitglieds- und Mindestbeitrag werde voraussichtlich fünf Euro betragen. »Wichtig wäre, dass möglichst viele Pfaffenwiesbacher und Friedrichsthaler, auch wenn sie nicht katholisch sind, dazu beitragen, diese Vereinsgründung auf eine breite Unterstützerbasis zu stellen«, wirbt Feitenhansl für das Vorhaben.

Wer mit dabei sein will, kann sich bis Ende Januar in einer unverbindlichen Unterstützerliste eintragen lassen, und zwar bei Elmar Feitenhansl per E-Mail unter e.feitenhansl@franziskus-klara.de oder telefonisch unter (01 60) 4 74 86 83 sowie bei Romana Kreuz (romanakreuz@gmx.de, 0 60 81/1 68 27). Der Ortsausschuss möchte sich einen Überblick verschaffen, ob er bei diesem, für den Kirchort wichtigen Projekt mit der tatkräftigen und ausreichenden Unterstützung der Einwohner aus beiden Dörfern rechnen kann.

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