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Feuerwehr Wehrheim: Gerätehaus muss um- oder neu gebaut werden.

Trotz Schulden viel investieren

WEHRHEIM . Die Gemeinde Wehrheim hat ein knackiges Jahr vor sich. Angesichts der knappen Gemeindekasse und weiterer Rückzahlungen der Gewerbesteuer sind keine großen Sprünge zu erwarten. Dennoch sind einige Investitionen notwendig. Ungewiss bleibt auch, ob das große Fest zum 975-jährigen Bestehen des Apfeldorfes nachgeholt werden kann.

So sagt Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) zu den für das neue Jahr geplanten Investitionen: »Aktuell haben wir eine vorläufige Haushaltsführung, was uns bis zu einer erforderlichen Genehmigung einschränken wird.« Und da bleibt es fraglich, ob die Genehmigungsbehörde es durchwinken wird, dass die Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer nicht wie gefordert ausgereizt wurde, sondern die Gemeinde unter neuer politischer Führung des Bündnisses aus FDP, Grünen und SPD stattdessen an den Gebührenschraube dreht und Einsparungen an anderen Stellen erzielen möchte, um das Defizit auszugleichen.

Millionen müssen fließen

Der am 17. Dezember im Gemeindeparlament beschlossene Haushalt hat noch einige Änderungen erfahren, die die Kämmerei bislang noch nicht komplett in den vorzulegenden Entwurf einarbeiten konnte. Auch deswegen ist noch nicht ganz klar, wo das überhaupt zur Verfügung stehende Geld in diesem Jahr fließen wird. Fließen muss es aber zum Beispiel in die Sanierung des Alten Rathauses, auch wenn es um das Wie viel in der letzten Haushaltsverabschiedung des Jahres noch einige Diskussionen gab.

Bei der Feuerwehr kommen größere Posten auf das Apfeldorf zu. Noch nicht in diesem, aber in den Folgejahren. So sind für 2023 allein 380 000 Euro für neue Einsatzfahrzeuge vorgesehen. Hinzu kommen in diesem Jahr 25 000 Euro Planungsbeteiligung für das neue interkommunale Technikzentrum. In den kommenden beiden Jahren soll diese Summe in der Bauphase auf 230 000 Euro jährlich anwachsen. Auch die weitere Ausstattung der Brandbekämpfer ist mit Kosten im fünfstelligen Bereich verbunden. Und dann ist da noch der geplante Bau eines neuen Gerätehauses. Hier stehen aktuell 20 000 Euro Planungskosten an. Für die beiden Folgejahre sind jeweils 500 000 Euro vorgesehen. Weitere 65 000 Euro sollen in die Sirenenanlagen fließen.

Für die Wehrheimer Kindergärten und Spielplätze sind ebenfalls zahlreiche Investitionen vorgesehen. Machen diese bis 2024 schon alleine über 500 000 Euro aus, kommt der richtig große Brocken dann im Jahr 2023. Hier sind zwei Millionen Euro für den Bau eines neuen Kindergartens vorgesehen.

Auch für den Bauhof sind nach dem vorläufigen Haushaltsentwurf rund 250 000 Euro für neue Fahrzeuge vorgesehen, und auch hier folgt der große Brocken in den Folgejahren. Über eine Million Euro sind bis 2024 für den Neubau eingeplant.

975 Jahre: Vermutlich wieder kein Fest

Trotzdem soll es vorangehen. Das Bündnis führt Investitionen an, die im am 17. Dezember verabschiedeten Haushalt 2022 festgezurrt wurden: »Ein neues Feuerwehrgebäude, der Neubau des Baubetriebshofes wird in Angriff genommen, es sind Planungskosten für Baugebiete vorgesehen, die Planung für das Technikzentrum der Feuerwehr wird in Angriff genommen. Für das Alte Rathaus werden Mittel bereitgestellt, wenn ein schlüssiges Sanierungskonzept vorliegt.«

Abwasser und Straßenbau sowie Straßenbeleuchtung, Bushaltestellen und Parkplätze verschlingen weitere Summen. Über vier Millionen Euro in diesem und den kommenden Jahren.

Nach Feiern ist einem angesichts dieser Zahlen kaum zumute, auch wenn man angesichts der anhaltenden Pandemie gerne einmal die Sorgen des Alltags vergessen möchte.

Doch Bürgermeister Sommer will hier keine allzu großen Erwartungen wecken: »Ich kann mir aktuell aufgrund der bestehenden Corona-Pandemie kaum vorstellen, dass die 975-Jahr-Feier in 2022 nachgeholt werden kann und wird. Wir überlegen derzeit, ob wir das Apfelblütenfest durchführen können. Geplant ist es bislang jedenfalls. Inwieweit dann auch die 975 Jahre mit einfließen können in diese Veranstaltung oder nicht, kann ich ebenso noch nicht sagen.«

Doch Sommer bleibt skeptisch. Denn nach aktuellen Stand würde es eher nicht funktionieren aufgrund der zahlreichen Auflagen und der massiven Begrenzung der Teilnehmerzahl, so seine Einschätzung.

»Ich denke, dass wir derzeit alles, was Veranstaltungen angeht, erst einmal »auf Sicht fahren müssen«, auch in 2022. Anders ist es nicht möglich, leider.«

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