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Will auf kommunaler Ebene etwas bewegen: Nils Herbach, neuer Vorsitzender der JU Wehrheim.

»Wenn ich was mache, dann mit 100 Prozent«

Wehrheim/Friedrichsthal (cju). Nils Herbach ist der neue Vorsitzende der Jungen Union (JU) in Wehrheim. Er trat die Nachfolge von Jan Krebs an, der im November bekanntermaßen zum neuen CDU-Vorsitzenden in Wehrheim gewählt worden war. Nils Herbach ist ein wirklich junger JU-Vorsitzender: Was motiviert den 22-Jährigen, sich in seiner knapp bemessenen Freizeit nicht nur kommunalpolitisch, sondern nun auch in einem Parteiamt zu engagieren?

Denn Langeweile kennt Nils Herbach, der so oft es geht mit dem Mountainbike unterwegs ist, Tischtennis spielt und bei der Feuerwehr mitarbeitet, ja nun nicht. Er studiert Marketing im dualen Studium und arbeitet dazu in einer Fachfirma in Bad Homburg. Mit Abschluss seiner Ausbildung wird er Marketing-Manager und Vertriebler sein. Der Gemeindevertreter ist seit August 2015 Mitglied der Jungen Union und hat als Beisitzer im Vorstand des CDU-Nachwuchses schnell Einblick in die Parteiarbeit bekommen. Zunächst übt er das Amt des Vorsitzes für ein Jahr aus - aber er würde gerne weitermachen. Voraussetzung dafür: »Das Vertrauen der Mitglieder.« Rund 100 sind das derzeit in der Großgemeinde Wehrheim. Dabei will er alles geben: »Wenn ich etwas mache, dann mit ganzer Kraft und voller Engagement.«

Zwei Dinge möchte er als neuer JU-Vorsitzender schnell angehen: Zum einen die Nutzung der sozialen Medien innerhalb der Parteifamilie. Da sieht er Nachholbedarf wohl gerade in der älteren CDU-Generation, weswegen er das Thema mit den Mitgliedern der Seniorenunion anpacken möchte. Zum anderen liegt ihm der Glasfaserausbau am Herzen: »Schnelles Internet ist wichtig«, betont der neue Vorsitzende mit einem weit über den parteipolitischen Tellerrand hinausgehenden Blick in die Zukunft.

Einsatz auch im sozialen Bereich

Weniger mit Politik als vielmehr mit Verantwortung für die Gemeinschaft hat sein Einsatz für soziale Projekte zu tun. Herbach will aktiv für Blutspenden werben und sich für die Erfassung von Knochenmarkspendern einsetzen. Dies liegt auch der stellvertretenden JU-Vorsitzenden Victoria Stang, am Herzen. Die beiden sind übrigens ein Paar, und da wundert es nicht, wenn sie auch gemeinsame Vorstellungen haben.

Wichtig ist dem Neuen an der Spitze naturgemäß die Mitgliederwerbung. Er will junge Leute für die Politik gewinnen - und zwar mit den Argumenten seiner Partei. Denn daran lässt Nils Herbach keinen Zweifel: »Das, was die CDU macht, gefällt mir gut.« Ebenso klar für ihn: »Auf kommunaler Ebene kannst du einfach sehr viel mehr bewegen«. Seine Freundin möchte übrigens noch mehr junge Frauen für die politische Arbeit interessieren. »Denn da gibt es offenbar deutlichen Nachholbedarf. Herbach ist optimistisch: »Vielleicht sieht die JU schon in einem Jahr anders aus«, sagt er - und räumt ein: »Zurzeit sind wir schon männlich dominiert«. Dies zeigte sich bei den jüngsten Wahlen deutlich: Nur eine Frau ist in den Vorstand gewählt worden. Bleibt noch die Frage nach den politischen Vorbildern. Da nennt Herbach zunächst einmal Sebastian Sommer, den Ortsvorsteher von Pfaffenwiesbach und Landesvorsitzenden der JU in Hessen. »Er imponiert mir mit seiner klaren Haltung und seinen Reden«, so Herbach. Sebastian Sommer habe gute Ideen und wenn er einmal einen Standpunkt gefunden habe, dann verteidige er diesen auch gut. Das gefalle ihm sehr gut. Aus der »großen Politik« ist es Friedrich Merz, der dem Vorsitzenden der JU Wehrheim imponiert.

Parteiarbeit gehört im Hause Herbach irgendwie zur Familie. Sein Bruder Janik ist zum Geschäftsführer der Jungen Union gewählt worden. Als solcher kümmert er sich um das Administrative, die Gestaltung der Website und die Mitgliederverwaltung sowie den Internetauftritt auf Facebook. Die beiden kollidieren also nicht in ihren Aufgaben. Der jüngste der drei Brüder, Finn, ist noch nicht in der Politik aktiv. Dafür ist es Mama Nicole Herbach, die im Gemeindeparlament sowie im Vorstand der CDU Wehrheim aktiv ist. Zudem war sie Ortsvorsteherin von Friedrichsthal.

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