Aufatmen in der Hochtaunus-Gastronomie

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HOCHTAUNUS - (inf). Nach dem Wegfall der Testpflicht in der Innengastronomie in Hessen macht sich Erleichterung unter den hessischen Gastwirten breit. Das stellt der Hotel- und Gaststättenverband fest, gepaart mit dem Appell an die Branche, verantwortungsvoll mit dieser "neu gewonnenen Freiheit" umzugehen. Und auch im Usinger Land freuen sich die Gastronomen, dass nun endlich jeder wieder in die Wirtschaft gehen kann, wenn es ihm beliebt und sitzen kann, wo er will.

Auch für die Wirte war es nicht leicht, von den Gästen einen aktuellen Test oder ein Impfzertifikat zu verlangen: "Bei uns auf dem Land ist es vielleicht sogar noch schwieriger als in der Anonymität in der Stadt, wenn man den Leuten erklären muss, warum sie einen Test vorzeigen müssen", sagt Torben Emmerich, der Inhaber des Löwenherzes aus Wehrheim. Denn die Leute kennen sich und es kann leicht zu Missverständnissen kommen, wenn man als Gastwirt dann auf einen aktuellen Test bestehen muss. "Wenn beispielsweise der Karl von nebenan in die Wirtschaft kommt, dann kommt ganz oft das Argument, 'Du kennst mich doch, Du weißt das doch, dass ich geimpft bin', und dann ist man sofort mitten in der Diskussion", erklärt Emmerich die Situation. In Städten mit einer eher fluktuierenden Kundschaft seien die Leute viel eher bereit gewesen, einen gültigen Test oder ein Impfzertifikat vorzuzeigen, als auf dem Land. Und es sei schon mehr als einmal vorgekommen, dass Gäste empört reagiert hätten oder gar gegangen sind, wenn sie aufgefordert worden seien, ihr Testergebnisse vorzuzeigen oder zu warten, bis die Sitzplätze ausreichend desinfiziert worden seien. Der einzige Wermutstropfen sei nun das durchwachsene Wetter und die nicht stabile Wetterlage. "Aber momentan atmet jeder Gastwirt, den ich hier in der Region kenne, auf", so der DEHOGA-Vertreter weiter.

Emmerich beobachtet jedoch auch, dass sich langsam wieder Verhaltensweisen einschleichen, die an die Situation vor der Pandemie erinnern. "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Viele Leute benutzen beispielsweise unsere Handspender nicht mehr", sagt der Gastwirt. Er selbst sei den hygienischen Umgang mit Lebensmitteln gewohnt, doch das reiche als Maßnahme natürlich nicht aus, da müssten auch die Gäste mitziehen. "Wir als Gastwirte tun alles, was möglich ist, um Infektionen zu vermeiden. Beispielsweise haben wir Bestuhlungen aus der Bewirtung herausgenommen und für Abstände gesorgt. Wir lüften viel, haben Luftfilter eingebaut und sorgen so die bestmöglichen hygienischen Anforderungen, um unser Gewerbe weiterbetreiben zu können", versichert der Gastronom. Dennoch müsse man auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen setzen und darauf achten, dass sie nur getestet, geimpft oder genesen in die Wirtschaft gehen. "Allerdings weiß ich tatsächlich von einem Großteil unserer Gäste, dass sie mindestens einmal geimpft sind."

Erleichterung schwappt dem DEHOGA-Ortsvorstand auch in den diversen Whatsapp-Gruppen entgegen, in denen sich die hiesigen Gastwirte untereinander über ihre Erfahrungen austauschen. "Da ging wirklich ein großes Aufatmen durch die Reihen Kollegen, das war förmlich spürbar."

Wenngleich die Testpflicht aufgehoben ist, ist es die Maskenpflicht übrigens noch nicht. "Auf allen Laufwegen im Innenbereich besteht sie nach wie vor. Im Außenbereich jedoch haben wir keine Beschränkungen mehr. Da kann man sich vollständig ohne Maske aufhalten. Zumindest im Moment", so Emmerich.

Wenn in einem Landkreis oder einer Stadt die Inzidenzen wieder über die 35er-Marke kletterten, so greifen erneut entsprechende Maßnahmen der Landkreise und Städte. Dazu gehöre auch die Wiedereinführung der Pflicht zum Negativnachweis in der Innengastronomie wie aktuell in Darmstadt und Frankfurt. Dementsprechend appelliert der Verband an die Mitglieder seiner Branche, die Hygieneregeln konsequent einzuhalten und umzusetzen. "Wir haben es in der Hand, in unserem Bereich für größtmögliche Sicherheit und Schutz zu sorgen und das erwarte ich auch von allen ehrbaren Kolleginnen und Kollegen", erklärt Verbandspräsident Gerald Kink für die DEHOGA.

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