Grüne wollen mobilen Kreisel am Obernhainer Kreuz

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WEHRHEIM - (kh). Mit "Genugtuung" haben die Wehrheimer Grünen zur Kenntnis genommen, dass in ihre jahrelange Forderung nach einem Kreisel an der Obernhainer Kreuzung, endlich Bewegung gekommen ist. Damit reagieren die Grünen auf die vergangene Woche von Bürgermeister Gregor Sommer geäußerte massive Kritik an Hessen Mobil und die Reaktion der Straßenverkehrsbehörde (der UA berichtete).

Der Ortsteil Obernhain müsse gefahrlos mit Wehrheim und Bahnhof angebunden sein.

Die jüngste Mitteilung des Rathauschefs, einen Ortstermin mit Hessen Mobil zu vereinbaren, darf nach Auffassung von B'90/Die Grünen Wehrheim aber nicht dazu führen, nun in eine lange Planungsphase einzutreten. Die Wehrheimer Grünen haben daher nach einem Ortstermin an der Kreuzung die Forderung erhoben, unmittelbar Veränderungen vorzunehmen und provisorisch einen mobilen Kreisel einzurichten. Um sich über die technischen und planerischen Möglichkeiten derartiger temporärer Kreisel zu informieren, wurde von Mitgliedern der Grüne im Vorfeld der mobile Kreisel in Kraftsolms (Lahn-Dill-Kreis) besichtigt.

Und Wehrheim-Nord?

Dort hat ein sogenannter Lego-Kreisel die Gefahrenstelle der Kreuzung von L 3053, L 3054 und Solmser Straße entschärft. Hier habe Hessen Mobil gezeigt, dass die Behörde in der Lage sei, auch durch unmittelbares Handeln Unfallschwerpunkte zu beseitigen, so der Beigeordnete Hans-Joachim Steffen-Jesse und der Grünen-Fraktionschef Hanns-Joachim Schweizer gestern in einer Pressemitteilung.

Ein Lego-Kreisel besteht aus Betonelementen, aus denen die Mitte des Kreisels bis zur endgültigen Gestaltung schnell zusammengesetzt werden kann. Unabhängig von der Forderung einer Kreisellösung an der Obernhainer Kreuzung, schlagen die Grünen auch eine Lösung für Wehrheim Nord vor: Bisher hat dort beim bevorstehenden Weiterbau der Umgehung Usingen Hessen Mobil lediglich die Möglichkeit der Zu- und Abfahrt nach Usingen vorgesehen. "Dies ist nach unserer Meinung inakzeptabel, da der gesamte Verkehr aus dem Gewerbegebiet Kappengraben und den nördlichen Wohngebieten über die Bahnhofstraße in Richtung Frankfurt fahren müsste", sagen die Grünen.

Nachdem bereits die FDP dem Wehrheimer Bürgermeister bei seiner eindringlichen Kritik Forderung den Rücken gestärkt hatte, meldete sich kurz darauf auch die SPD zu Wort: "Die Wehrheimer SPD-Fraktion hat die Forderung der Gemeinde, die Verbindung zwischen den Ortsteilen Obernhain und Wehrheim an der Kreuzung der L 3041 durch einen Kreisverkehr sicherer zu machen, von Anfang an unterstützt. Dies entspricht der Beschlusslage der Wehrheimer Gemeindevertretung" so Gabriele Ohl, SPD-Vertreterin im Bau- und Verkehrsausschuss. Die seitens des Bürgermeisters HessenMobil vorgeworfene Untätigkeit ärgert auch die Sozialdemokraten. Fakt sei aber, dass die CDU-geführte hessische Landesregierung ihren Verkehrsdienstleister zur eigenen Haushaltssanierung über Jahre kaputtgespart habe. Wenn eine Landesregierung über Jahre so massiven Personalabbau betreibe, dürfe sich niemand wundern, dass eine Behörde irgendwann nicht mehr liefern könne, sagte Patrick Fuß, SPD-Mitglied im Wehrheimer Haupt- und Finanzausschuss, dazu. Und Kuno Leist, Wehrheimer Vertreter in der Verbandskammer des Regionalverbandes, zitiert in diesem Zusammenhang eine Aussage eines Vertreters von HessenMobil anlässlich einer Fachtagung des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain zum Thema "Mobilität": "Wir bekommen jetzt sehr viel Geld für die Umsetzung von Projekten, haben aber kein Fachpersonal, da über Jahre bei uns nur abgebaut wurde".

In diesem Zusammenhang erinnert Leist daran, dass auch der damalige Verkehrsminister Dieter Posch und sein Nachfolger Florian Rentsch, beide FDP, die "Stellenabbau-Orgie bei Hessen-Mobil" politisch mit zu verantworten hätten. Die in die Diskussion eingebrachte Vorfinanzierung des Kreiselbaus durch die Gemeinde kann nach Leists Meinung als Lösungsansatz geprüft werden; er stehe aber im Gegensatz zu den massiven finanziellen eigenen Zukunftsaufgaben, denen sich die Gemeinde in den kommenden Jahren stellen müsse. "Trotz guter Konditionen für eine Kreditaufnahme werden viele Projekte uns finanziell herausfordern", so Leist. Als Beispiele nennt er den geplanten Neubau des Bauhofes mit der doppelten Zielsetzung, die Arbeitsabläufe und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu verbessern und das frei werdende innerörtliche Bauhofgelände für bezahlbaren Wohnraum zu erschließen. Dazu komme der erforderliche Neubau für eine KiTa-Gruppe und nicht zuletzt die dringende Lösung für die Zukunft der Wehrheimer Feuerwehr sowie die anstehende umfangreiche Sanierung des denkmalgeschützten alten Rathauses.

"Da Schwarz-Grün im Land schon seit Jahren den Kommunen Geld für ihre Zukunftsaufgaben vor Ort vorenthält bzw. Mittel des Bundes erst gar nicht weiterreicht, sind wir als Wehrheimer Sozialdemokraten wenig geneigt, der Landesregierung jetzt als Kommune Geld zu leihen, damit sie ihre Hausaufgaben machen kann", so Leist. "Unstrittig bleibt aber auch für uns, dass der Unfallschwerpunkt Kreuzung Obernhain entschärft werden und hier ein Weg zwischen Gemeinde und Land gefunden werden muss."

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