SPD Wehrheim bekennt sich zur Elektrifizierung der Taunusbahn

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WEHRHEIM - (kh). In einer Antwort auf eine Anfrage der Bürgerinitiative Pro-Taunusbahn hat sich die SPD Wehrheim klar gegen die Kritik der BI positioniert. Bereits in den 70er-Jahren seien Kaufinteressierte - zum Beispiel in der damaligen Residenz Gräfenbrunn in Wehrheim - mit der Aussicht auf einen baldigen S-Bahn-Anschluss gelockt worden. Neu-Anspach habe sich in diesen Jahren signifikant als Siedlungsschwerpunkt nach dem Städtebauförderungsmodell vergrößert, Usingen mit den Baugebieten Schleichenbach I und II ebenfalls.

Dies habe zu stetig steigenden Fahrgastzahlen auf der inzwischen kommunalisierten Strecke der Taunusbahn geführt, nachdem die Deutsche Bahn sogar zeitweise eine Stilllegung überlegt hatte. "Noch vor der daraus resultierenden, erfolgreichen Kommunalisierung der Strecke war immer wieder von einem vierspurigen Ausbau der B456 über die Saalburg die Rede, um einen Verkehrsinfarkt zu verhindern", erinnern Heidrun Mony und Patrick Fuß in ihrer Stellungnahme. "Diesen dauerhaft zu verhindern war Grundlage der Entscheidung zur Elektrifizierung."

Die SPD Wehrheim teilt zwar die Kritik der BI an einer verspäteten Bürgerbeteiligung und pocht auf eine umfassendere Erläuterung der jüngst bekannt gegebenen Kostensteigerungen, bezeichnet die Elektrifizierung der Taunusbahn bis Usingen aber als "bewährteste und nach aktuellem Stand hinsichtlich der Betriebskosten geeignetste Technik"; der Einsatz von Hybridzügen werde von Experten bestenfalls als Übergangslösung bewertet. "Im Übrigen ist festzuhalten, dass einige der bereits getroffenen Entscheidungen hinsichtlich der S 5 Verlängerung und des Einsatzes der Wasserstoffzüge von anderen, hierfür zuständigen Gremien wie dem RMV oder dem Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Abstimmung mit der Hessischen Landesbahn getroffen wurden. Diese Parameter außer Acht zu lassen und nur die Strecke FFM, Friedrichsdorf und Usingen/ Grävenwiesbach zu betrachten, finden wir dem Regionalgedanken nicht förderlich."

Trotz der von der BI geäußerten Kritikpunkte, die die SPD "teilweise nachvollziehen" kann, sehen die Wehrheimer Sozialdemokraten mit dem Beginn der Bauarbeiten zur Digitalisierung des Stellwerks greifbaren Lösung endlich die Umsetzung dessen, was dem Usinger Land so lange versprochen worden sei: "Die notwendige Kapazitätserhöhung und die Attraktivitätssteigerung des ÖPNV-Angebots." Die Einwendungen der BI zu den Fahrgastzahlen, die sich auf die Pandemie und den Begriff Homeoffice beziehen, teilt die SPD in keiner Weise. "Selbst wenn für manche Berufsgruppen das Konzept Homeoffice auch in der Zukunft zumindest partiell in den Alltag übergehen wird, so wird der postpandemische Berufsalltag für die Pendler vom Weg in die Metropole geprägt bleiben." Eine bessere Anbindung an die Rhein-Main-Region mit dem ÖPNV könne aber auch am Wochenende den individuellen motorisierten Freizeitverkehr eingrenzen, der ebenfalls in der Region zugenommen habe.

In der aktuellen Phase des Ausbaus berge die von der Bürgerinitiative betriebene grundsätzliche Neu-Bewertung die große Gefahr, eine Jahrzehnte dauernde Planung mit einer nun greifbaren und vor allem auch zukunftsfähigen Lösung zu gefährden. Und zwar "eine Lösung, die jetzt endlich das Usinger Land besser und nachhaltig an die Wirtschafts- und Kulturmetropole Frankfurt am Main anbinden wird - durch eine Integration in das S-Bahn-Netz", betonen Heidrun Mony und Patrick Fuß. Die zwei Wehrheimer schlussfolgern: "Wir bekräftigen daher unser grundsätzliches Bekenntnis zu den Elektrifizierungsplänen, rufen aber gleichzeitig die Verantwortlichen auf, mit einer der Wichtigkeit des Themas angemessenen Transparenz für Klarheit zu sorgen und nicht durch eine nachlässige Informationspolitik den wichtigen Rückhalt in der Bevölkerung weiter zu gefährden."

Als "befremdlich" bezeichnen Heidrun Mony und Patrick Fuß übrigens die Aufforderung der Bürgerinitiative, "die Gelegenheit zu nutzen" und mit dem Thema Wahlkampf zu machen. Sie betonen stattdessen: "Hinter den Grundsatzbeschlüssen zur Elektrifizierung steht die demokratisch gewählte Mehrheit des Hochtaunuskreises, auch die SPD."

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