Wahlplakate in Wehrheim zerstört: Polizei ermittelt in alle Richtungen

  • schließen

WEHRHEIM - (inf). In Wehrheim sind, nach dem Verschwinden von etwa zehn CDU-Plakaten, nun auch mindestens zwei FDP-Plakate mutwillig zerstört worden. Bislang wurden Plakate in den Ortsteilen Friedrichsthal und Obernhain von den Sperrholzaufstellern abgezogen. "Die mutwillige und vorsätzliche Beschädigung oder Zerstörung von Wahlplakaten ist kein Kavaliersdelikt.

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten investieren Geld und ehrenamtliche Stunden in das Beschaffen und das Aufhängen der Plakate", sagt die FDP-Ortsvorsitzende Ulrike Schmidt-Fleischer. "Wer Wahlplakate zerstört, egal von welcher Partei oder Wählergemeinschaft, tritt unsere demokratische Gesellschaft mit Füßen".

Dieser Meinung ist auch der Pressesprecher der Wehrheimer CDU-Fraktion, Dr. Teja Müller. "Mich persönlich erschreckt die Geringschätzung von ehrenamtlicher Arbeit", erklärt er gegenüber dem UA. Nicht nur, dass die Mitglieder extrem viel Zeit für das Plakatekleben aufwenden würden, sondern sie alle haben die Wahlplakate auch noch selbst bezahlt. "Ich frage mich, was da für ein demokratisches Selbstverständnis herrscht", so Müller weiter. Bereits am Montag hatte der UA darüber berichtet, dass zunächst mehrere CDU-Plakate aus der Bahnhofstraße verschwunden sind. Mittlerweile sind noch mehr Plakate verschwunden, jeden Tag, laut Müller, etwas zwei bis drei. Nun wurden einige von Mitgliedern der CDU zerstört und zerknüllt hinter einem Stromkasten in Wehrheim aufgefunden.

War es also "nur ein Streich" oder aber ein direktes Vorgehen gegen Parteien, die politisch eine andere Ansicht vertreten, als der Täter selbst hat? Das genau weiß bislang weder die Polizei noch jemand in den betroffenen Partien. "Doch in einer Demokratie muss man es eben aushalten, dass Menschen anderer Meinung sind, als man selbst", sagt Müller dazu. "Ich weiß nicht, wer es gewesen ist, ob jung, alt, dick, dünn, weiblich oder männlich", erklärt der CDU-Politiker. Bei den ersten Plakaten seien die Kabelbinder noch sorgfältig zerschnitten worden, was dafür spräche, dass entweder ein Mitbürger "habituell" mit einem Messer herumlaufe, oder aber es eine gerichtete oder gezielte Aktion gegen die jeweiligen Parteien gewesen sein könnte. Fakt ist: Es ist eine Sachbeschädigung, die beide Parteien zur Anzeige gebracht haben." Erschreckend für Müller ist übrigens auch, dass es offenbar für solche Taten auch eine gewisse Bevölkerungsakzeptanz zu geben scheint. "Es ist grenzwertig zu sagen, dass man sich im 'Dienste der guten Sache' alles erlauben kann."

Auch die Polizei nimmt die Situation ernst und ermittelt, laut Polizeipressesprecher Ingo Paul, in alle Richtungen.

Das könnte Sie auch interessieren