Wehrheimer Grüne wollen Flaniercharakter der Mitte ausbauen

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WEHRHEIM - (kh). Angesichts der Corona-Pandemie führen auch die Wehrheimer Grünen ihren Kommunal-Wahlkampf ausschließlich online und über die sozialen Medien "Präsenzveranstaltungen sind nicht geplant, wir werden jedoch die Bürger einladen, mit uns in Videokonferenzen zu kommunizieren", so der Gemeindevertreter und derzeitige Grünen-Fraktionsvorsitzende Hajo Schweizer gegenüber dem UA.

Termine würden rechtzeitig mitgeteilt. Interessierte erreichen die Grünen im Apfeldorf außerdem über die auf der Homepage hinterlegte Rufnummer und Mailadresse.; hier ist auch die Wahlliste einsehbar. Das Wahlprogramm 2021 ist unter https://gruene-wehrheim.de/wahlprogramm-2021/ nebst Kurzprogramm hinterlegt. Die Grünen sind auch auf ihrem YouTube-Kanal sowie auf Facebook und Twitter (über die Icons auf der Homepage

oben rechts anwählbar) vertreten.

In ihrem Programm räumen die Wehrheimer Grünen dem Klimaschutz Priorität ein. Ziel sei ein CO2- und energieneutrales Wehrheim für den Schutz von Umwelt und Natur. Forderungen in diesem Zusammenhang: ein 500-Dächer-Photovoltaik- und Solarthermie-Programm, eine unabhängige Versorgung des Ortes mit Wasser und Elektrizität, die Gründung einer Energiegenossenschaft und die Errichtung von Windkraftanlagen insbesondere auf dem Winterstein, was der Gemeinde auch Pachteinnahmen bringen soll. Sämtliche Einnahmen aus der Waldbewirtschaftung müssten in Aufforstungsmaßnahmen reinvestiert werden - nur ein intakter Wald schütze vor den Folgen von Starkregen. Aus demselben Grund müssten alle Fließgewässer, auch im Ortsbereich, als Natur- und Hochwasserschutz renaturiert werden.

Kleines Öko-Baugebiet

Unter dem Punkt "Bauen" setzt sich die Partei für den Erhalt der hohen Wohnqualität und Infrastruktur in der Gemeinde ein. Für alle Bevölkerungsgruppen solle bezahlbare Wohnungen zu finden sein. Es soll dabei möglichst wenig Ackerland versiegelt werden. In diesem Sinne: der Bau von öffentlich geförderten Wohnprojekten auf gemeindlichen Grundstücken. Ein weiterer Vorschlag: ein kleines Öko-Baugebietes am Nordrand von Wehrheim (zwischen Holz Jäger und Pfaffenwiesbacher Straße) bis zur geplanten Nordspange. Ferner verlangen die Grünen den Bau einer Kita für Kleinkinder von ein bis drei Jahren im Bereich Wehrheim West, um die Kita Wiesenau für die dringend notwendige Horterweiterung zu entlasten. Als Vorsorge für trockene Sommer soll der Bau von Zisternen gefördert werden.

Im Bereich Verkehr wird als Ziel ein Verkehrskonzept in Wehrheim genannt, das allen Verkehrsteilnehmenden zugutekommt. Es solle Freude machen, sich im Ortskern aufzuhalten. Eine intelligente Leitung des Durchgangsverkehrs soll das Ortsbild aufwerten, der Flaniercharakter der Wehrheimer Mitte über die Hauptstraße hinaus ausgeweitet werden. Um diese Maßnahme umsetzen zu können, benötige man eine Nordspange zwischen der Pfaffenwiesbacher Straße und dem Kreisel an der Philipp-Reis-Straße. Die Bahnhofstraße soll zu einer Allee umgestaltet werden, mit einem Radweg von der Wehrheimer Mitte bis zum Knoten Süd. Auch der Bau einer Verkehrsinsel, um den Übergang am Oberloh vom Rad -und Fußweg zur neuen Sporthalle sicher zu gestalten, steht im Programm, ebenso die Einführung von Tempo 30 in der gesamten Pfaffenwiesbacher Mitte. Darüber hinaus setzten sich die Grünen für den zügigen S-Bahn Ausbau ein und die Errichtung von Park-und-Ride-Parkplätzen für PKW und Fahrrad am Gleis 1. Schließlich nennen sie den Ausbau der Radwege als besonderes Anliegen.

Was das soziale Miteinander in der Gemeinde angeht, stehen die Grünen für eine Förderung des Zusammenlebens in Wehrheim unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft. Der dringend benötigte Mietwohnungsbau soll gefördert und das Wehrheimer Modell auf Bestandswohnungen ausgeweitet werden. Die Schülerbetreuung müsste ihrer Überzeugung nach so ausgestattet werden, dass dort auch die Integration von Flüchtlingskindern erfolgen kann. Neben einer qualitativen Verstärkung der gemeindlichen Jugendpflege und dem Bau eines Allwetterbolzplatzes steht für die Partei auch die deutliche Beschleunigung der Digitalisierung in Schulen und Behörden auf der Agenda.

Finanzen und Verwaltung ist der fünfte Themenblock im Grünen-Wahlprogramm überschrieben: "Unser Ziel ist es, die Gemeindefinanzen nachhaltig zu sichern. Wir brauchen sichere Einnahmen, zum Beispiel durch die Ansiedlung neuen Gewerbes und die Verpachtung kommunaler Flächen zur Energiegewinnung." Einsparmöglichkeiten in der Verwaltung sollen geprüft werden, etwa durch die interkommunale Zusammenarbeit. Nur in die Zukunft gerichtete Investitionen sollen realisiert werden - Vorhaben, die nachhaltig und auf Energieeffizienz und sparsamen Ressourcenverbrauch gerichtet seien. Und: Projekte müssten solide finanziert werden. Die IT-Infrastruktur müsse durch freies WLAN und deutlich schnelleres Internet verbessert werden, um bei der Ansiedlung gewerbesteuerstarker Betriebe konkurrenzfähig zu sein.

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