Wem gebührt der Dank für die Lösung am Obernhainer Kreuz?

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WEHRHEIM - (kh). Ob es nun mit dem Kommunalwahlkampf zu tun hat oder nicht: Die Lösung des Verkehrsproblems am Obernhainer Kreuz sorgt für weitere Diskussionen. Voll und ganz zufrieden gibt sich der CDU-Landtagsabgeordnete Holger Bellino: "Der Behördentermin mit Vertretern von Hessen Mobil, dem Kreis und Bürgermeister Sommer war erfolgreich. Insofern hat sich das Nachbohren in Wiesbaden gelohnt und Hessens Straßenbauer haben Wort gehalten."

Bellino sagt, er selbst habe im vergangenen Jahr und Anfang dieses Jahres in Wiesbaden für eine erneute Ortsbegehung und für eine Entschärfung der Situation geworben. Auslöser sei die Bitte des Wehrheimer Bürgermeisters im vergangenen Jahr und die offensichtliche Gefährlichkeit der Kreuzung gewesen. Er sei im Ministerium und in der Behörde auf offene Ohren gestoßen und man habe ihm zugesagt, zeitnah einen Ortstermin in Wehrheim zu organisieren. "Gut, dass die Fachleute vor Ort dann schnell und unkompliziert eine Lösung vereinbaren konnten und noch in diesem Jahr eine Ampelanlage installiert werden wird. Dadurch wird die Verkehrssituation durch die Sichtbarkeit der Ampeln zu jeder Tages- und Nachtzeit erhöht, der Verkehr entsprechend beruhigt und die Verkehrssicherheit erhöht", fasst der Abgeordnete den Vorgang aus seiner Sicht zusammen.

Bei aller Freude über die nun gefundene Lösung darf freilich auch nicht vergessen werden, dass es Wehrheims Bürgermeister Gregor Sommer war, der Anfang dieses Jahres (!) ordentlich auf den Tisch haute, weil er das Amtsgebaren der Straßenverkehrsbehörde nicht mehr länger hinnehmen wollte. Daran erinnerte sich die SPD-Landtagsabgeordnete Elke Barth dieser Tage: "Schlimm, dass nur öffentlicher Druck Bewegung in eine Beseitigung einer Gefahrenquelle - hier das Obernhainer Kreuz - bringt. Schlimm deswegen, weil schwere Unfälle hätten längst vermieden werden können." Nachdem im Januar die Gemeinde Wehrheim öffentlich gemacht hatte, dass Hessen Mobil auf zahlreiche Initiativen und Kontaktaufnahmen zu der Situation an der Obernhainer Kreuzung über Jahre nicht reagiert hatte und sie sich selbst in die Diskussion eingeschaltet habe, sei nun nach einem Ortstermin der Unfallkommission eine Entscheidung getroffen worden: "Der Berg kreiste und gebar eine Maus" kommentiert die Abgeordnete es, dass nun eine Ampel an der Kreuzung aufgestellt werden soll. Trotzdem sei es natürlich erfreulich, dass jetzt etwas passiere. Dies sei sicher besser als nichts, jedoch wäre ein Kreisel, der den Verkehr generell verlangsame, aber dennoch rollen lasse, zwar die teurere, aber sicher die bessere Lösung gewesen, meint Barth. Man könne auf der einen Seite verstehen, dass eine Behörde sparsam sein wolle, doch Kreisellösungen seien an solch markanten Punkten sicher sinnvoller. Das gelte auch für das Laubacher Kreuz, wo ja auch nur die Sparlösung mit der Ampel kommen solle.

Als hätte die Landtagsabgeordnete damit ein Stichwort gegeben, meldete sich prompt die FWG aus Grävenwiesbach zu Wort. Deren Vorsitzender Heinz Radu äußerte sich leicht ironisch: "Wir werden es sicherlich noch vor der Bundestagswahl erfahren, die am 26. September 2021 stattfindet, ob die Lichtsignalanlagen in 2021 überhaupt gebaut und welche der beide zuerst gebaut wird."

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