Wieder weniger Straftaten in Wehrheim

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WEHRHEIM - (kh). Auch das Apfeldorf ist keine Insel der Glückseligkeit. Allerdings - das fällt bei der vor Kurzem vorgelegten Kriminalstatistik für den Hochtaunuskreis auf - kann sich Wehrheim über einen Rückgang der absoluten Zahlen freuen. Die Anzahl der insgesamt erfassten Straftaten sank in drei Jahren kontinuierlich: von 272 im Jahr 2018 über 249 im Jahr 2019 auf schließlich 237 im Jahr 2020.

Diese 237 Straftaten machen 2,5 Prozent der insgesamt 8 698 im Hochtaunuskreis erfassten Straftaten aus. Ein Blick auf die sogenannte Häufigkeitszahl (HZ), die die Polizei pro 100 000 Einwohner angibt: Dieser Wert liegt 2020 bundesweit bei 6 385, in Hessen bei 5446, im Hochtaunuskreis bei 3 671 und in Wehrheim bei 2 521. Tatsächlich leben im Apfeldorf nur 9 400 Menschen; die HZ ist wie gesagt nur ein hochgerechneter Statistikwert.

Von den 237 Straftaten in Wehrheim wurden im vergangenen Jahr immerhin 165 aufgeklärt, was eine Quote von 69,6 Prozent bedeutet. Zum Vergleich: 2019 lag die Aufklärungsquote in Wehrheim noch bei 57 Prozent; die Quote in Hessen lag 2020 bei 65,5 Prozent, im Hochtaunuskreis bei 58,7 Prozent. Die top fünf Straftaten in Wehrheim waren Betrug (Warten- und Kreditbetrug) 30 Fälle (aufgeklärt 83,3 Prozent), Sachbeschädigung 25 (44 %), (vorsätzliche leichte) Körperverletzung (100 %), 24 Beleidigung 21 (81 %) sowie Bedrohung, Nötigung, Stalking und Freiheitsberaubung 17 (88,2 %).

Wehrheims Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) sieht die Entwicklung positiv, wobei natürlich gelte, dass jeder Einbruch, Überfall oder Diebstahl ein Fall zu viel sei. "Den Kräften der Polizei in Bad Homburg und Usingen möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich für die sehr gute Zusammenarbeit und Abstimmung auch mit unserer Ordnungspolizeibehörde danken." Ein Punkt könne er allerdings für 2020 nicht einordnen, nämlich die Frage, wie und in welchem Umfang die aktuelle und schon seit März 2020 bestehende Corona-Pandemie sich auch auf die Entwicklung der Fallzahlen ausgewirkt habe. "Ein Vergleich zu den Vorjahren ist damit meines Erachtens nur eingeschränkt möglich." Auch inwieweit sich eine positive Veränderung mit Öffnung aller möglichen Freizeitaktivitäten - soweit dies Corona-bedingt in 2021 noch möglich sein werde - auch auf die Fallzahlen auswirken werde, könne man teilweise erst beim Bericht für 2021 ersehen. Äußerst erfreulich sei die gestiegene Aufklärungsquote. Sein Fazit: "Insgesamt eine für Wehrheim sicherlich zufriedenstellende Entwicklung, auf der gut aufgebaut werden kann. Wenn ich einen Wunsch frei hätte in dieser gesamten Thematik, so würde ich mir eine noch stärkere personelle Aufstockung der jeweiligen Polizeistationen wünschen. Die Thematik Sicherheit ist für die Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig, was ich immer wieder aus zahlreichen Gesprächen erfahren durfte."

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