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Weihnachten für die wilden Vögel

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Ben (13, vorne, im Uhrzeigersinn), Jugendleiterin Veronika Sorg, Mischa (16) und Miri (12) stellen Vogelfutterglocken her. © Ingrid Schmah-albert

Wehrheim (sai). Die Absage des Weihnachtsmarkts hat die Kinder und Jugendlichen der NAJU-Gruppe zunächst sehr enttäuscht, haben sie doch in den vergangenen Wochen schon sehr viel Zeit, Mühe, Arbeit, Geduld, Eifer, Motivation und Geschick investiert, um den stets sehr beliebten NABU-Stand mit vielen selbst hergestellten Kreationen zu bestücken. Und auch für die Stammkunden, die sich jedes Jahr treu und erwartungsfroh mit den begehrten Vogelfutterglocken, Nistkästen, Bienenwachs-Kerzen oder den mit Wachs beschichteten Baumwolltüchern als Ersatz für Plastikfolien eindecken, ist es eine Enttäuschung, dass der Weihnachtsmarkt nicht stattfindet.

In den vergangenen Wochen kamen die Kinder und Jugendlichen in mehreren Kleingruppen zusammen, um in verschiedenen Bastel-Aktionen kreativ zu werden. Jedes NAJU-Kind konnte sich für zwei der angebotenen Aktionen anmelden und so kamen sechs Klein-gruppen zustande. So konnten die Arbeiten in der offenen Scheune von Jugendleiterin Veronika Sorg auch coronaregelkonform stattfinden.

Die erste Gruppe mit sechs Kids traf sich, um Meisenkästen zu bauen. Dabei wurden die vorgesägten Bauteile glatt geschmirgelt und zusammengeschraubt. Verschönert wurden die angemalten Nisthilfen mit Laubsägearbeiten oder verschiedenen Naturmaterialien.

Drei Gruppen bildeten sich zum Thema Wachs. Hier konnte gleich aus vier verschiedenen Angeboten gewählt werden. Aus Bienenwachs wurden Stabkerzen gezogen und Teelichter gegossen. Außerdem wurden Bienenwachstücher als nachhaltige Alternative zu Alu- oder Frischhaltefolie hergestellt. Aus Paraffinresten und Wachsmalkreide entstanden bunte Schichtkerzen.

Eine Gruppe bildete sich zum Thema »Cremes und Co«. Hier wurde fleißig und sehr penibel sauber abgewogen, gerührt und abgefüllt. Die Zwischenzeit wurde zur Verschönerung der Tontöpfe mit Serviettentechnik für die letzte Aktion »Vogelfutter« genutzt. Hier wurde das von den beiden Bio-Landwirten Tobias Allendörfer und Werner Etzel gespendete Tierfett ausgelassen und Vogelfutter eingerührt, um diese Masse dann langsam in die vorbereiteten Tontöpfe zu füllen. Noch einen kleinen Ast hineingesteckt, damit die Vögel auch gut an das Futter kommen, und das Werk erkalten lassen. Was sich so einfach anhört, ist mit viel Geduld verbunden, ebenso wie alle Bienenwachsarbeiten. Denn immer wieder muss abgewartet werden, bis eine Schicht abgekühlt und ausgehärtet ist, bevor der nächste Produktionsschritt vorgenommen werden kann.

Aber was geschieht nun mit den vielen Artikeln, die von den Kindern in den verschiedenen Aktionen bereits hergestellt wurden, wenn sie ja nun nicht mehr auf dem Weihnachtsmarkt zum Verkauf angeboten werden können? »Das meiste haben die Kinder nun selbst mit nach Hause genommen und haben auf diese Weise schon ihre Weihnachtsgeschenke für die Eltern, Großeltern, Freunde oder Nachbarn zusammen«, so Sorg.

Während vor allem die Kerzen, Wachstücher, Lippenbalsam und Cremes sich als Geschenke eignen und daher von der NAJU-Gruppe sehr gern für sich und ihre Familien genutzt werden, heben die Kinder die Futterglocken auf, um sie in den NABU-Biotopen aufzuhängen. »Dann haben diesmal eben auch die wilden Vögel in unseren Biotopen Weihnachten und nicht nur die Gartenvögel in den Gärten unserer Kunden«, zeigen sich die Kinder sehr pragmatisch und teils durchaus erfreut. Nur die finanziellen Konsequenzen aus der Markt-Absage sind weniger erfreulich. Abgesehen vom vorgestreckten Geld für die Materialien, fehlen natürlich die Einnahmen für die kommenden Aktionen der NAJU-Gruppe. Das werde, so Sorg, nun aus den Rücklagen kompensiert.

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