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Laura und Sebastian Vaahsen sind für den Schulweg auf die Busse angewiesen.

Gute Planung ein Muss

Weilrod-Hasselbach. Bei den Busverbindungen von und nach Hasselbach zeigt sich noch immer die traditionell starke Verbindung in den Nachbarkreis nach Bad Camberg und Selters. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund bedient mit der Linie 283 die Strecke von Hasselbach nach Bad Camberg und zurück.

Auf diese Linie ist auch auch Laura Vaahsen (13) angewiesen, um die Taunusschule in der Kurstadt besuchen zu können. Doch der morgendliche Bus fährt so früh, dass sie 40 Minuten vor Schulbeginn in Bad Camberg ist. »Die Wartezeit verbringe ich meist mit Freundinnen im Rewe«, sagt sie.

Die etwa 25 Minuten Fahrzeit auf dem Hinweg seien akzeptabel, auf dem Rückweg mache der Bus einen Schlenker über Dombach, was die Fahrzeit verlängere. Das größere Problem sei jedoch die Wartezeit, wenn es mal eine Freistunde gebe und somit die Schule früher aus sei. Und freitags habe sie alle zwei Wochen nachmittags Sport. Danach komme es öfter vor, dass der Busfahrer sie an der Haltestelle in der Pommernstraße übersehe, da die Bushaltestelle schlecht einsehbar sei. Dann müsse sie entweder eine Stunde warten oder ihren Vater bitten sie abzuholen.

Zur Not mit dem Elterntaxi

Ihr Bruder Sebastian (15) besucht die Max-Ernst-Schule in Riedelbach. Sein Bus zur 1. Stunde, die Linie 62 des Verkehrsverbundes Hochtaunus, geht um 7.34 Uhr ab Hasselbach und erreicht Riedelbach um 8.08 Uhr. Um 8.10 Uhr ist Schulbeginn. Normalerweise funktioniere das gut, aber wenn der Bus Verspätung habe, dann komme auch er zu spät in den Unterricht. Nach der zweiten, der vierten oder der sechsten Stunde könne er mit einer Wartezeit von rund zehn Minuten nach Hause fahren. Ende die Schule aber nach der dritten oder der fünften Stunde müsse er so lange warten oder umsteigen, was ihm keine Schwierigkeiten bereite.

Seiner Schwester aber schon, sie sei dann immer sehr nervös und vermeide wenn möglich das Umsteigen, betont Laura. Aber gerade wenn sie in den Ferien etwas unternehmen oder besorgen wolle und dann deutlich weniger Busse fahren, sei dies schwierig. Laura verriet, dass sie sehr kreativ sei und gerne neue Techniken ausprobiere. Dann wolle sie schnell die dazu nötigen Materialien einkaufen. Doch das sei dann immer mit genauen Planungen zu den Busverbindungen verbunden, spontan gehe da nichts. Ebenso vermisse sie die Möglichkeit schnell mal mit einer Freundin nach Limburg oder Frankfurt zum Shoppen fahren zu können, dies sei mit genauen Planungen der Bus- und Zugverbindungen verbunden. Auch der Besuch bei der besten Freundin in Eisenbach sei mit dem Bus problematisch und nur mit dem ungeliebten umsteigen möglich. Da bitte sie oft die Eltern, sie dorthin zu fahren. Insgesamt sei es hier zwar umständlich, mobil zu sein, aber sie lebe trotzdem gerne hier.

Auch das Fahrrad ist eine Alternative

Auch Sebastian kann seinen besten Freund in Usingen eigentlich nur mithilfe des Elterntaxis besuchen. Aber bald wird er 16 und bereitet sich schon jetzt auf den A1-Führerschein vor. Er träumt von einer Straßen-Cross-Maschine damit er endlich flexibler ist und dann auch besser zu seiner künftigen Schule, der Saalburgschule in Usingen, kommt. Wenn Sebastian jetzt schnell etwas einkaufen will, setzt er sich schon mal auf sein Fahrrad und fährt in acht Minuten nach Rod an der Weil, zurück braucht er dann eine halbe Stunde.

Morgens auf dem Schulweg, wenn der Bus seine Schleife zur Grundschule in Rod an der Weil fährt, hat er auch schon mal zehn Minuten um beim Rewe etwas zu besorgen. Sebastian könne sich auch gut vorstellen, beispielsweise in Usingen am Ortsrand zu leben, wenn es dort eine passende Bushaltestelle gebe. Aber so sehr wichtig sei es ihm nicht.

Die Eltern Tina und Michael Vaahsen betonen, dass sie nicht besorgt sind , wenn Sebastian mit einem Zweirad unterwegs sein wird. Micha sagt, Der Sohn habe als Sozius auf dem Motorrad schon einen realistischen Eindruck vom Zweiradfahrerdasein und von den Gefahren, die es gebe, bekommen. Auch die Mutter verlässt sich auf ihren Sohn. Er habe schon von klein auf ein gutes Gefahrenbewusstsein und könne Risiken verhältnismäßig gut abschätzen, was auch für Laura zutrifft: »Wir finden, eigenständige Mobilität bedeutet für Sebastian eine gewisse Freiheit und einen weiteren wichtigen Schritt beim Erwachsenwerden«.

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