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Weilrods Bürgermeister Götz Esser wagt einen Blick in die Zukunft der Gemeinde Weilrod.

Straßenbeiträge - ja oder nein?

Weilrod . Neues Jahr, neues Kapitel: Wann, wenn nicht am Anfang des Jahres, lohnt es sich, einen Blick in die Zukunft einer Gemeinde zu wagen? Dies Götz Esser, Bürgermeister von Weilrod getan.

Sehr geehrter Herr Esser, in den vergangenen viereinhalb Jahren Ihrer Amtszeit gab es immer wieder Themen, die in den politischen Gremien aber auch die Bevölkerung diskutiert wurden, die aber manchmal dann wieder etwas in der »Versenkung verschwunden« sind. So ist es um die Geflüchteten in der Gemeinde recht ruhig geworden. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung war anfangs sehr hoch. Wie sieht es damit jetzt aus, wie kommt die Integration voran?

Wir als Gemeinde Weilrod sind sehr froh über die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden im Hochtaunuskreis und freuen uns darüber, dass das Engagement unserer ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in diesem Jahr durch den Kreis ausgezeichnet wurde. Ich möchte es an dieser Stelle deshalb auch nicht versäumen, mich ebenfalls bei den ehrenamtlich Tätigen in der Flüchtlingshilfe zu bedanken. Selbstverständlich würden wir uns über ein Mehr an Integration und Unterstützung sehr freuen, so stellen sich uns beispielsweise neue Herausforderungen was die Betreuung von Kindern nachgereister Familien in der Erbismühle angeht.

Im Kindergartenbedarfsplan war von einem neuen Kindergarten in Altweilnau die Rede. Gibt es schon Überlegungen zu einem Standort, Verhandlungen mit einem Träger? Wie weit sind die Pläne für den Kindergartenneubau in Hasselbach?

Hier möchte ich den politischen Gremien nicht vorgreifen, allerdings hat uns der Bericht im Kindergarten-Bedarfsplan sehr deutlich aufgezeigt, dass wir hier tätig werden müssen. Was den Kindergarten Hasselbach betrifft, so wird hier demnächst im Sozialausschuss ein Vorschlag der Verwaltung zur weiteren Beratung im Ausschuss vorgelegt.

Sind weitere Schritte in der interkommunalen Zusammenarbeit mit den umliegenden Kommunen geplant? Eine Zeit lang gab es ja eine Zusammenarbeit der Bauhöfe Schmitten/Weilrod. Ist diese noch aktuell?

Wir betreiben eine Vielzahl von interkommunalen Zusammenarbeiten (IKZ). Eine der größeren interkommunalen Zusammenarbeiten ist zum Beispiel die Holzagentur Taunus GmbH, die einen wirklich guten Start hatte und die Kommunen enorm bei der Vermarktung des hohen Aufkommens an Schadholz unterstützt hat. Ebenso sind wir derzeit dabei uns im Bereich der Feuerwehr zu einem Feuerwehr Dienstleistungszentrum mit Nachbarkommunen auszutauschen und dieses dann gemeinsam aufzubauen. Des Weiteren besteht ein stetiger Austausch zwischen den Bauhöfen. Nicht nur zwischen Weilrod und Schmitten sondern auch mit dem der Gemeinde Grävenwiesbach. So nehmen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieser drei Bauhöfe zusammen an Fortbildungen und Schulungen teil und man hilft sich untereinander auch mit Maschinen, Geräten und Materialien aus. Zusammenarbeit gibt es zudem bei der Personalabrechnung, dem Klimaschutzmanagement, dem Digitalisierungsprozess von Verwaltungsdienstleistung und vielem mehr.

Wird es in 2022 personelle Veränderungen in der Verwaltung oder im Bauhof geben?

Man kann nie wissen welche personellen Veränderungen über das Jahr noch anstehen. Wir beobachten die Arbeitsmarktlage und sorgen dafür, durch frühzeitige Rekrutierung auch künftig handlungsfähig zu bleiben. So haben wir bereits jetzt den anstehenden und uns bekannten Veränderungen in der Verwaltung schon Rechnung getragen und die Stelle im Steueramt rechtzeitig wieder neu besetzt, sodass ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden kann. Des Weiteren steht die Neubesetzung des Bauhofleiters an, da dieser demnächst ebenfalls in den Ruhestand wechselt. Auch hier werden wir für einen reibungslosen Übergang durch eine leichte Überschneidung der Stelle sorgen.

Welche weiteren Schritte zur Sicherung der Wasserversorgung in Weilrod sind geplant?

Für das Jahr 2022 haben wir im Bereich der Wasserversorgung weitere wichtige infrastrukturelle Maßnahmen vorgesehen. So werden wir in eine Fallleitung vom Hochbehälter nach Emmershausen investieren, ebenso wie in den weiteren Ausbau der Ringleitung zur Wasserversorgung. Hier ist der Bau des Teilabschnittes zwischen Emmershausen und Hasselbach vorgesehen. Zudem werden wir rund 110.000 Euro in die Aufbereitungsanlage in Cratzenbach für die Ertüchtigung der Kessel- und Rohrleitungsanlagen investieren.

Gibt es Pläne zur weiteren Ertüchtigung der Kläranlage bei Winden, Stichwort Medikamentenrückstände und Mikroplastik?

Zu diesem Thema stehen wir im ständigen Austausch mit dem Abwasserverband Oberes Weiltal, den wir zusammen mit Schmitten und Grävenwiesbach mit den Aufgaben zur Abwasserentsorgung betraut haben. Hier möchte ich ungern der Geschäftsführung und den politischen Gremien vorgreifen. Allerdings wird uns sicher dieses Thema in den kommenden Jahren begleiten. Derzeit sind wir dabei die zweite EKVO (Eigenkontrollverordnung) in Weilrod durchzuführen.

Was wird in der Gemeinde bezüglich des Klimaschutzes getan? Wie weit sind die Pläne für das zentrale Heizwerk für das Baugebiet Neuerborn

Weilrod ist Mitglied bei den Klima Kommunen im Lande Hessen. Im kommenden Jahr werden wir in einer weiteren Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) zusammen mit vier Kommunen und dem Hochtaunuskreis einen gemeinsamen Klimaschutzmanager für die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes und -managements etablieren. Das Heizkraftwerk für die Nahwärmeversorgung im Neubaugebiet Neuerborn ist Teil der Umsetzung des Baugebietes. Es wird im kommenden Jahr mit dem ersten Bauabschnitt realisiert.

Wie sieht es mit der Förderung des Tourismus in Weilrod aus, Stichwort Erlebnis Wasser, verbesserte Linienführung des Weiltalweges?

Es ist uns gelungen über das Dorferneuerungsprogramm in diesem Jahr und über den Jahreswechsel hinweg das lange gewünschte Projekt »Erlebnis Wasser« anzustoßen und umzusetzen. Ein weiterer Teil dieses Konzeptes und der Tourismusförderung war und ist die Sanierung und Instandsetzung der Minigolfanlage in Neuweilnau sowie daran angrenzend der Bau einer Holzkugelbahn. Hier sind wir in der Umsetzung bereits sehr weit und wir hoffen, dass mit der Errichtung der neuen Hütte im Frühjahr der Betrieb aufgenommen werden kann. Zusammen mit dem Hochtaunuskreis und den Kommunen des Kreises sind wir derzeit dabei ein kommunalübergreifendes Radwegekonzept für den Hochtaunuskreis zu erstellen. Hierbei spielen die verbesserte Streckenführung und der Ausbau des Weiltalweges natürlich eine große Rolle.

In der Jugendbetreuung geht Weilrod auch einen neuen Weg mit der neuen Familien-, Generations- und Integrationsbeauftragten. Was versprechen Sie sich davon?

Mit der Stelle der Generations-, Familien- und Integrationsbeauftragten haben wir nun die Möglichkeit die Generationen, Familien und Vereine innerhalb der Gemeinde Weilrod noch besser miteinander zu verbinden und zu vernetzen. Bereits jetzt hat die neue Generations-, Familien- und Integrationsbeauftragte mit ihren neuen Ideen und Konzepten dafür gesorgt, dass Weilrod in diesen Bereichen noch breiter aufgestellt und attraktiver wurde. Ich glaube zudem, dass das Zusammenspiel unter den Generationen, gerade in der derzeitigen schwierigen Zeit, eine wichtige Aufgabe für eine Kommune ist, der wir mit dieser Stelle stark begegnen.

Was erwarten Sie darüber hinaus noch an politischen Themen im kommenden Jahr in Weilrod?

Man kann natürlich nie genau wissen was das Jahr noch so mit sich bringt, auch oder gerade nicht bei politischen Themen. In den letzten viereinhalb Jahren wurden viele Projekte angeschoben und umgesetzt, für das nächste Jahr steht sicher die politische Willensbildung über die zukünftige Erhebung von Straßenbeiträgen in der Gemeinde Weilrod an, ebenso die Umsetzung des politischen Auftrages für die Erarbeitung einer Prioritätenliste für kommende Bau-, Gewerbe- und Mischgebiete in Weilrod.

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