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Unboxing« auf dem Rathausbalkon: Gemeindebrandinspektor Stefan Jochetz, Bürgermeister Götz Esser und Jürgen Stey von der Sparkassen-Versicherung (von links).

Wärmebildkamera als Geschenk

Weilrod (as). Früher war es bei Wohnungsbränden oft so, dass das Feuer schon »aus« schien, aber noch nicht »aus« war, weil sich Glutnester versteckt hielten. Feuerwehren, die auf Nummer sicher gehen und nicht kurz darauf erneut ausrücken wollten, gingen dazu über, die Wandverkleidungen abzureißen, um dann oft festzustellen, dass das Feuer doch vollständig gelöscht war.

Seit der Erfindung von Wärmebildkameras ist das in den meisten Fällen nicht mehr nötig, denn diese Geräte können »durch Wände sehen«. Weilroder Feuerwehren hatten bislang fünf solcher Kameras, seit Donnerstag sind es sechs: Im Dienstzimmer von Bürgermeister Götz Esser (FWG) konnte Gemeindebrandinspektor Stefan Jochetz eine neue Kamera der jüngsten Generation in Empfang nehmen.

Gestiftet wurde sie von der Sparkassen-Versicherung, deren Usinger Geschäftsstellenleiter Jürgen Stey das Gerät persönlich übergab. Es hat mit einem Paket an Zubehör und doppelten Akkus einen Wert von rund 2000 Euro. Stey sagte, seine Gesellschaft, bei der auch die Gemeinde Weilrod versichert ist, stelle in diesem Jahr in Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Freiwilligen Feuerwehren insgesamt 30 Kameras zur Verfügung. »Unsere Interessen treffen sich hier«, erklärte er. Löscheinsätze könnten durch Wärmebildkameras materialschonender ablaufen, was die Kosten bei der Schadenabwicklung senke. Auch sei es ein Anliegen, Menschenleben zu retten sowie teure Heil- und Rehabilitationskosten infolge von Brandverletzungen zu vermeiden.

Gemeindebrandinspektor Jochetz sagte, die Kameras seien im Schnitt sieben-, achtmal pro Jahr bei Bränden nötig. Auch bei Personensuchen im Gelände hinter dichten Hecken seien Wärmebildkameras eine Hilfe, erklärte Jochetz. Ein Vorteil der neuen: Sie sei so handlich und leicht, dass sie wie eine Taschenlampe mit einer Hand geführt werden könne. Das erleichtere den Einsatz der Feuerwehrleute, da sie die zweite Hand zur Eigensicherung oder für andere Dinge im Rahmen der Brandbekämpfung frei haben.

Keine Aufzeichnung

Wärmebildkameras dienen alleine der Detektion von Wärmequellen, der Monitor weist durch wechselnde Farben den Weg, zur Dokumentation aufgezeichnet wird jedoch nichts. In brennenden Gebäuden vermisste Personen mussten in Weilrod bisher zwar noch nicht mit Wärmebildkameras aufgespürt werden, »aber es würde natürlich gehen, man sieht die Körperumrisse der Vermissten und kann sie so lokalisieren«, erläutert Jochetz, der übrigens noch nicht weiß, welche Ortsteilwehr die neue Kamera bekommen wird.

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