+
Die Riedelbacher Windräder im Abendlicht: Hier könnte in wenigen Jahren eine weitere, größere Windkraftanlage hinzukommen.

Weilrod sagt ja zur Windkraft

Weilrod (sng). Mit den Gegenstimmen der drei anwesenden SPD-Vertreter wurde am Donnerstagabend bei der jüngsten Sitzung der Weilroder Gemeindevertreter im Bürgerhaus von Emmershausen der Abschluss der Verträge mit den Firmen RES Deutschland und ABO Wind zum Bau von weiteren vier Windkraftanlagen auf Weilroder Gebiet abgesegnet.

Jens Heuser (FWG) als Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses hatte zunächst einen kurzen Rückblick vom Abschluss der »Letter of Intent« bis zum Vertragsabschluss gegeben. Anschließend forderte Armin Klimmek (SPD) den Antrag von der Tagesordnung zu nehmen. Er begründete dies damit, dass die Bürger unter den Pandemiebedingungen nicht ausreichend über den Bau der weiteren Windkraftanlagen informiert werden konnten. »Finanziell hätten wir diese Einnahmen nicht gebraucht«, war er der Auffassung. Außerdem sei er dagegen, dass Windräder im Hochtaunuskreis nur hier im Hintertaunus in einem der größten Naturparke Hessens aufgestellt würden. Die Windhöffigkeit sei rund um den Feldberg und Königsstein wesentlich besser.

Die SPD stehe weiterhin zum Beschluss von vor einigen Jahren, als sich die Gemeindevertreter gegen weitere Windkraftanlagen in Weilrod ausgesprochen hatten. »Die Klimawende schaffen wir nur gemeinsam«, betonte Klimmek und meinte damit, dass die Bürger durch einen Bürgerentscheid mitgenommen werden sollten. »Wir sind fundamental anderer Meinung«, sagte Holger Füßer (FWG). Eine Bürgerbeteiligung habe stattgefunden. Und zum Thema Gemeindehaushalt betonte er: »Wir hatten ein paar glückliche Jahre«. Die Gemeinde müsse ihre Einnahmen auf solide Beine stellen. Für die Grünen befürwortete Eva Holdefer den Abschluss der Verträge. Und sie hoffe auf baldige Umsetzung. »Wenn wir das Klimaziel nicht erreichen, werden wir in 50 Jahren keinen Naturpark mehr haben«, stichelte sie in Richtung SPD.

Grüne begrüßen Bürgerstromtarif

Beim Durchlesen der Verträge habe ihr gefallen, dass im Gemeindegebiet durch die Betreiber Stromtankstellen für Autos und Fahrräder aufgestellt werden sollen sowie die Absicht von Bürgerbeteiligungen an den Windkraftanlagen zum Ausdruck gebracht werde. Außerdem sei ein Bürgerstromtarif in Planung. Durch die Einnahmen aus den Windkraftanlagen könnten die Einnahmeverluste aus dem Forst kompensiert werden und auch die Wiederaufforstung vorangetrieben werden. Sie fände zwar die Landschaft ohne Windradspargel schöner, aber sie wolle auch kein Kohle- oder Atomkraftwerk vor der Haustür haben.

Das könnte Sie auch interessieren