FWG Weilrod will klare Mehrheit behalten

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WEILROD - (kh). Bei der jüngsten Kommunalwahl 2016 hatte sich die Freie Wählergemeinschaft in Weilrod mit 56,3 Prozent die absolute Mehrheit gesichert. Wird das am 14. März wieder gelingen? Der FWG-Vorsitzende Dr. Markus Hammer sagt selbstbewusst: "Wir wollen weiter in der Lage zu sein, Weilroder Politik federführend zu gestalten. Wir wollen unseren Status als stärkste politische Kraft in Weilrod klar erhalten."

In ihrem Wahlprogramm verweisen die Freien Wähler darauf, was sie in den letzten Jahren angeschoben und umgesetzt haben - und versichern, alles zu tun, um die Lebensqualität in der Gemeinde mit den 13 Ortsteilen zu erhalten und soweit möglich zu verbessern. Erster Punkt im FWG-Programm ist die grundlegende Daseinsvorsorge: eine stabile Stromversorgung im Home-Office und in der EMobilität, reibungslose Wasserversorgung auch in schwierigen Zeiten, eine zukunftsfähige Kommunikations-Infrastruktur mit Glasfaser, Mobilfunk, smarten Technologien. "Wir möchten aus den plötzlich veränderten Rahmenbedingungen lernen", sagt die Wählergemeinschaft mit Blick auf Distanz-Unterricht und Heimarbeit (und vermeidet offenbar bewusst die Anglizismen Homeschooling und -office). "Hier sehen wir eine große Chance für unser ländlich geprägtes Weilrod. Waren wir gestern 'nur' Schlafstätte am Rande des Speckgürtels von Frankfurt, wollen wir morgen zukunftsfähiger Arbeitsplatz und gleichzeitig Heimat für alle Generationen sein."

Beim Ziel eines weiteren Schuldenabbaus und der Haushaltskonsolidierung bezeichnet die FWG die Auswirkungen durch Corona und Einnahmeausfälle im Forst als "Herausforderung, die wir gemeinsam meistern werden. Der Ausbau der Ertragsmöglichkeiten für Weilrod sei eine zentrale Aufgabe, auch mithilfe von Pachterträgen durch neue Windkraftanlagen und Gewerbeansiedlungen etwa in einem neuen Gewerbegebiet in Riedelbach. Grundsteuererhöhungen steht die Freien Wähler kritisch gegenüber. Unter dem Motto "Miteinander / Füreinander" führt das Wahlprogramm zum einen die Zusammenarbeit mit den politischen Mitstreitern auf, zum anderen das partnerschaftliche Miteinander der Weilroder über Generationen und Ortsteilgrenzen hinweg. "Die sehr gute Arbeit der Jugendförderung, der einzelnen Seniorengruppen und des Seniorenbeirates werden wir weiterhin unterstützen und uns für die nötigen Mittel im Haushalt einsetzen. Die Unterstützung der dreizehn Weilroder Feuerwehren, der Vereine und sonstigen Gruppen auf Basis des bewährten 'Weilroder Modells' möchten wir ebenfalls beibehalten."

Klimaschutz, ein weiterer Punkt im Wahlprogramm, fängt nach Überzeugung der FWG vor Ort an. Der Betrieb der Windkraftanlagen in Riedelbach und eventuell weiterer Anlagen habe für Weilrod nicht nur finanzielle Aspekte, sondern trage durch CO2-Vermeidung aktiv zum Klimaschutz bei. In die Bebauungspläne "Neuerborn" oder "Weilwiesen" in Rod a.d. Weil seien ökologische Belange eingeflossen und müssten nun umgesetzt werden. Neben der Förderung der Brauchwassernutzung und der Sicherstellung der Wasserversorgung bleibe die Stärkung des kommunalen Einflusses bei der Bereitstellung einer zukunftsfähigen Stromversorgung in der EnergieRegion Taunus-Goldener Grund ein wichtiges Anliegen. Nach einer Jahrzehnte währenden und finanziell erfolgreiche Forstwirtschaft müsse man "massiv umdenken" und den Fokus auf den ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Wiederaufbau der heimischen Wälder lenken.

Die Naherholung wird nach Überzeugung der FWG nach der Corona-Zeit bedeutender sein als in der Vergangenheit: "Wir unterstützen die Weiterentwicklung nachhaltiger Naherholungs- und Freizeitangeboten - auch in enger Kooperation mit den Nachbargemeinden und dem Taunus-Touristik-Service." Dazu gehöre neben einer aktiveren Bewerbung Weilrods als Ausflugsziel auch die Überprüfung einer flacheren Wegführung des Weiltalweges und eine allgemeine Verbesserung des Rad- und Wanderwegenetzes. In der (Weiter-) Entwicklung von Veranstaltungen wie dem "Autofreien Weiltal-Sonntag" sehen die freien Wähler für Weilrod noch Potenziale, die eng mit der heimischen Gastronomie und den Vereinen abgestimmt werden soll. "Die Einrichtung eines Info-Zentrums in der Mitte von Weilrod könnte für Gäste zu einem attraktiven Willkommens- und Kommunikationspunkt werden."

Schließlich verspricht die FWG, für noch mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Informationen und Entscheidungen aus Politik und Verwaltung in zu sorgen (" Mit dem Fortschritt der Digitalisierung werden künftig noch mehr Dokumente und Vorlagen für jedermann zur Verfügung stehen") und in allen politischen Überlegungen oder Entscheidungen weiterhin den "gesunden Menschenverstand" einzusetzen. Bei allen Vorgaben durch übergeordnete Behörden sei immer auch auf die ökonomischen und ökologischen Gegebenheiten vor Ort zu achten, denn auch kleine Kommunen müssten weiterhin so viel "Spielraum" haben, dass sie sich selbst verwalten können. "Diskussionen auf höheren Ebenen, wie etwa in der Frage 'ländlicher Raum - Ja oder Nein', dürfen nicht dazu führen, dass daraus für Weilrod ein Nachteil entsteht." (Mehr zum Programm und den Kandidaten für Gemeindevertretung und Ortsbeiräte auf www.fwg-weilrod.de).

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