Streit zwischen Esser und Veith lebt nach der Wahl wieder auf

  • schließen

WEILROD - (kh). Der Konflikt zwischen FWG Weilrod und Bürgermeister Götz Esser auf der einen und dem ehemaligen Grünen-Beigeordneten Günter Veith auf der anderen Seite strahlt hinein bis in die neue Legislaturperiode. Wie die nach der Kommunalwahl neu konstituierte Fraktion der Grünen berichtete, habe sie bereits "eine unschöne Erfahrung" einstecken müssen:

Die FWG habe von den Grünen verlangt, Günter Veith von der Gemeindevorstandsliste zu streichen, weil sie mit ihm nicht mehr zusammenarbeiten wollen. "Sie würden Mittel und Wege finden, sich nicht mehr mit Günter Veith an einen Tisch setzen zu müssen", gibt Eva Holdefer, die zusammen mit Gunnar Breier die neue Doppelspitze der Grünen bildet, den Inhalt dieses Gespräches wieder.

Diese Forderung der FWG sehen die Grünen im Widerspruch zu demokratischen Prinzipien; hier werde der Wählerwille missachtet. Immerhin habe Günter Veith viele Wählerstimmen bekommen. Das beweise doch, "dass der Wähler es befürwortet, wenn ein Mitglied des Gemeindeparlamentes seine Aufgabe als Kontrollinstanz wahrnimmt und etwaige Fehler und Missstände moniert", meinen die Grünen.

"In Absprache mit dem geschätzten Parteifreund ließen wir uns jedoch auf die Forderungen der FWG ein. Wir hatten das Gefühl, uns bleibt gar nichts anderes übrig", berichtet Gunnar Breier. "Ich verstehe nicht, dass eine Partei, die über eine komfortable Mehrheit im Parlament verfügt, auf solche Winkelzüge zurückgreifen muss", kommentierte Eva Holdefer den Vorgang. In der Hoffnung in der kommenden Legislaturperiode dennoch zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu finden, sei als Vertreter von Bündnis 90/die Grünen nicht Veith, Andreas Heeger in den Gemeindevorstand entsandt worden.

Dass es zwischen Veith und insbesondere Bürgermeister Esser in der Vergangenheit immer wieder zu Streit gekommen war, ist kein Geheimnis. Um so überraschender erscheint der Umstand, dass es vor der Wahl des neuen Gemeindevorstandes zu Absprachen zwischen FWG und Grünen gekommen ist. Auf Anfrage des UA teilte der FWG-Vorsitzende Dr. Markus Hammer mit: "Wir haben in der Tat nach der Wahl ein Gespräch mit den Grünen geführt. Thema war wie in den Gesprächen mit CDU und SPD die Form der Zusammenarbeit in der nächsten Legislaturperiode. Selbstverständlich haben wir die kritischen Punkte, die es gibt, klar angesprochen. Wir haben Vertraulichkeit vereinbart -- Details sollten unter den Beteiligten bleiben. Wir halten uns auch weiterhin daran." Hammer betonte, die FWG sei gewillt, mit den gewählten Vertretern der Grünen konstruktiv zu arbeiten. Das werde zum Beispiel durch die Erhöhung der Anzahl der Sitze im Sozialausschuss und LFU erreicht.

Das könnte Sie auch interessieren