Weilrod: Vom "Hinterwald" zum Pilotprojekt

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WEILROD - (inf). "Für manche Projekte braucht man Zeit, Geduld und einen langen Atem" meint Bürgermeister Götz Esser, wenn er in die Zukunft der Gemeinde Weilrod schaut. Viele Projekte liegen in der Pipeline, einige wurden bereits angepackt, andere müssen erst reifen. Dennoch - das Image des "Armenhauses des Hintertaunus" habe Weilrod, so Esser bereits seit Jahren abgelegt.

Immer mehr, das betont der Bürgermeister der kleinen, aber flächengrößten Gemeinde des Hochtaunuskreises, mausere sich Weilrod zur modernen Pilotkommune, die aufgrund ihrer Attraktivität und Infrastruktur auch digital ausgerichteten Firmen künftig ein Zuhause bieten soll. So ist zumindest der Plan für die Zukunft. "Doch dazu bedarf es vor allem des Digitalausbaus", betont der 49-Jährige, ein Thema, das die Gemeinde momentan mit Riesenschritten angeht.

Funklöcher stopfen

Gezählt sind die Tage, in denen man in Weilrod nur über die freien Funknetze ins Internet kommen konnte. Stattdessen will Weilrod so schnell wie möglich den Glasfaserausbau zusammen mit der Deutschen Glasfaser vorantreiben, ein Projekt, das eine Zustimmung von 40 Prozent der Weilroder Haushalte benötigt und um das der Verwaltungschef bereits seit mehreren Monaten wirbt.

Doch nicht nur in dem Punkt soll Weilrod künftig deutlich an Attraktivität gewinnen. Auch die Tage, in denen man mitten in Weilrod keinen Handyempfang hat, sollen bald der Vergangenheit angehören. "Wir sind Pilotkommune für den Mobilfunkausbau", betont Esser. Beispielsweise ist in der nahen Zukunft geplant, die Funklöcher, die zwischen Finsternthal und Mauloff sowie im Weiltal noch existieren, mittels zweier Funkmasten zu stopfen. Masten, die - wenn sie einmal abbezahlt sind - der Gemeinde Weilrod gehören und die diese wieder an die Mobilfunkanbieter vermieten und damit Gelder generieren kann. "Das Projekt wird zu 90 Prozent vom Land Hessen gefördert, 10 Prozent der finanziellen Mittel müssen wir selbst aufbringen", erklärt Esser. Das seien etwa 50 000 Euro, die die Gemeinde über sieben Jahre als zinsloses Darlehen abstottern könnte. An den Masten würde der Breitbandausbau anschließen, was dazu führe, dass immer mehr Orte ausgebaut werden können. Darüber hinaus würden sie die Funklöcher zwischen Finsternthal und Mauloff sowie zwischen Winden und Emmershausen stopfen und für ein kontinuierliches Funknetz in Weilrod sorgen. "Uns ist bewusst, wie wichtig die neue Technologie für Firmen ist. Und sie wird immer wichtiger", betont der Rathauschef. Das habe die aktuelle Coronapandemie deutlich gezeigt. Aus diesem Grund habe man sich in Weilrod schon lange vor Corona auf das Thema Breitbandausbau fokussiert.

Für Gewerbe attraktiv

In diese Stoßrichtung gehen auch die Pläne, die künftig in Riedelbach angegangen werden sollen. Denn dort soll künftig ein neuer Gewerbepark entstehen. "Die Pläne dafür liegen in der Pipeline", betont Esser. Eine Machbarkeitsstudie ist da, diese soll demnächst in die politischen Gremien eingebracht werden. Die Idee dahinter: Es soll nicht nur eine Gewerbefläche, sondern ein ökologisches Konzept entstehen. "In Weilrod gibt es eine große Nachfrage nach Gewerbeflächen vor allem von kleinen und mittelständischen Firmen, die sich gerne vergrößern wollen, darauf müssen wir reagieren", betont Esser. Dies möchte man mit dem künftigen Gewerbegebiet in Riedelbach erreichen. So könne man auch Arbeit und Wohnen in Weilrod zusammenfassen und möglicherweise auch für neue Firmen an Attraktivität gewinnen.

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