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Corona-Krise: Weiter ein »dynamisches Infektionsgeschehen« im Hochtaunuskreis

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Von: Philipp Keßler

Ein Mitarbeiter testet einen Mann an einer Corona-Teststation.
Die Zahl der positiven Corona-Tests bleibt weiterhin hoch. (Archivbild) © Marcus Brandt/dpa

Auch wenn am Wochenende die meisten Corona-Einschränkungen fallen, sind die Zahlen im Hochtaunuskreis weiterhin hoch. Ein Überblick über die aktuelle Lage.

Hochtaunuskreis. Auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im Hochtaunuskreis im Vergleich zu ihrem Allzeithoch am vergangenen Donnerstag (1727,9) wieder leicht gesunken ist: Die Coronavirus-Pandemie hat auch den Taunus weiter fest im Griff - Grund genug beim Landkreis und den Hochtaunus-Kliniken nach einer Einschätzung der aktuellen Lage zu Fragen.

Wie ist die Lage allgemein? Gibt es aktuell Infektionsschwerpunkte und wie verteilen sich die Neuinfektionen auf die Altersgruppen?

Der Kreis schreibt dazu: »Die Fälle verteilen sich gleichmäßig auf die Altersgruppen von 0-60 Jahren. Wir haben etwas niedrigere Infektionszahlen bei der Altersgruppe der über 60-Jährigen.« Sogenannte Corona-Hotspots gebe es demnach keine. Laut den Daten des Robert-Koch-Institutes ist die mit Abstand am meisten betroffene Gruppe seit Pandemiebeginn die der 34- bis 59-Jährigen - wobei diese gesellschaftlich auch den größten Bevölkerungsanteil hat. Es folgt die Gruppe der 15- bis 34-Jährigen und der Fünf- bis 14-Jährigen, bei denen es zwar Infektionen gibt, die Erkrankung aber nur in Ausnahmefällen zu einem stationären Krankenhausaufenthalt oder gar zum Tod führt. »Das Infektionsgeschehen ist sehr dynamisch«, heißt es zusammenfassend aus dem Landratsamt, entsprechend könne und wolle man nicht über die weitere Entwicklung spekulieren.

Inwiefern ist die Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsamt noch gewährleistet?

Mit dem Aufkommen der Omikron-Variante hatte der Hochtaunuskreis - wie viele andere Landkreise in Deutschland auch - aufgrund der Vielzahl der Fälle seine Kontaktnachverfolgung auf vulnerable Gruppen ausgerichtet. Trotz der Rekordzahlen sei diese nach wie vor sichergestellt, schreibt der Kreis.

Wie geht es mit dem Impfzentrum weiter?

Das Impfzentrum in Bad Homburg sowie die Impfzentren in den Hochtaunus-Kliniken in Usingen und Königstein sollen im Gegensatz zum vergangenen Jahr auch über den Sommer erhalten bleiben - ebenso wie die mobilen Impf-Teams. Zugleich sei das Gesundheitsamt aufgrund der Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine in ständiger Abstimmung mit den Katastrophenschutzbehörden, um »den Einsatz des Impfzentrums auch für Impfungen bei den Flüchtlingen« zu prüfen. Insgesamt gebe es vonseiten des Bundes genügend Impfangebote und auch entsprechende Werbekampagnen, sodass aktuell weitere vonseiten des Kreises, um die zuletzt schwächelnde Impfquote weiter anzutreiben, nicht geplant seien. Interessant: Im Impfzentrum wurden bislang mehr als 2100 Viert-impfungen für besonders gefährdete Menschen durchgeführt, bei den Hausärzten sind es bereits mehr als 4500.

Die Corona-Schutzmaßnahmen fallen größtenteils ab Samstag weg. Gibt es seitens des Kreises Möglichkeiten, regionale Beschränkungen einzuführen und ist dies überhaupt ein Thema?

Die Möglichkeiten für Landkreise, zusätzliche Maßnahmen zu erlassen, sind eng begrenzt. Das neue Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass die Landesparlamente über den »Basisschutz« hinausgehende Maßnahmen erlassen können - ob diese dann für das ganze Land oder für einzelne Kreise gelten oder inwiefern diese überhaupt abseits von einer Überlastung der Krankenhäuser oder dem Auftreten einer neuen Virusvariante begründbar sind, ist ebenso unklar wie die Frage, ob das Land Hessen aktuell Ambitionen hat, etwa Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Veranstaltungen oder zusätzliche Masken- bzw. Testpflichten einzuführen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat ihre Testzentren geschlossen und auch unter der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes gibt es keine Corona-Beratung mehr. Inwiefern werden hierdurch zusätzlich Ressourcen auf Kreisebene benötigt?

»Die Testzentren der KV waren nicht beratend tätig. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung stehen genügend Ressourcen durch die weiterhin bestehenden Testzentren und die niedergelassenen Ärzte zur Verfügung«, schreibt der Kreis. In der Tat: Auch nach fast zwei Jahren Coronavirus-Pandemie gibt es nach wie vor private Testeinrichtungen in fast jeder Kommune, etwa in Apotheken oder von Hilfsorganisationen. In ersteren ist grundsätzlich - und nach Ablegung einer entsprechenden Weiterbildung - auch die Verabreichung einer Corona-Schutzimpfung möglich.

Die aktuelle Corona-Lage am Donnerstag

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Hochtaunuskreis lag am Donnerstagnachmittag bei 1487,3 – und damit deutlich niedriger als am Vortag (1558,1).

Demnach haben sich 561 Menschen binnen 24 Stunden nachweislich neu mit dem SARS-CoV-2-Virus angesteckt. Die Zahl der aktiven Fälle sank um 326 und liegt nun bei 4798. Insgesamt haben sich seit Pandemiebeginn 48 197 Menschen aus dem Hochtaunuskreis mit dem Coronavirus angesteckt.

In den Hochtaunus-Kliniken werden aktuell 31 Patienten stationär behandelt, zwei davon auf der Intensivstation. Die Zahl der Toten ist im Vergleich zum Vortag konstant geblieben und liegt weiter bei 258.

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