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Umweltpatin Ekaterina Müller muss an zwei verschiedenen Bänken in Dorfweil immer wieder neue »Kippe-Dippe« anbinden, weil ein Unbekannter sie regelmäßig zerstört.

Mutwillige Zerstörung

Wer in Dorfweil hat was gegen »Kippe-Dippe«?

Weil Zigarettenkippen sehr umweltschädlich sind, haben die Schmittener Umweltpaten an Bänken Sammelbehälter installiert. Die werden in Dorfweil aber regelmäßig zerstört oder geklaut.

Seit Frühjahr geht am Wichtelweg oberhalb von Dorfweil der »Kippe-Dippe«-Klau und die Zerstörer der Behälter um. Die Schmittener Umweltpaten (Umpas) fragen sich: »Warum will jemand unbedingt verhindern, dass wir dort die Landschaft sauber halten wollen? Nach einem Dumme-Jungen-Streich sieht das schon lange nicht mehr aus.«

Der Umwelt zuliebe haben die Umpas an verschiedenen Ruhebänken in der Gemeinde sogenannte Kippe-Dippe aufgestellt. Alleine an fünf Bänken rund um Dorfweil ist so ein kleiner Behälter platziert. Als Bankpatin leert Ekaterina Müller dort bei ihren Gassi-Runden mit den Hunden regelmäßig die »Kippe-Dippe« und entsorgt den schädlichen Inhalt im Restmüll. Irgendjemanden scheint das zu stören. Seit Frühjahr entfernt und zerstört ein Unbekannter wöchentlich an zwei Bänken die »Kippe-Dippe«, aber nur an zwei Standorten direkt am Wichtelweg. Müller bringt immer wieder neue Gefäße an.

Damit der Wind die leichten Eimerchen nicht wegweht, sind sie sowieso an den Bänken angebunden. »Deswegen können es auch keine Tiere gewesen sein«, so Müller. Anfangs dachte sie noch, dass sich vielleicht Tagestouristen beim Wandern mal einen kleinen Eimer mitgenommen haben als Souvenir oder Blumentopf. Inzwischen vermutet sie: »Es muss immer der Gleiche sein.« Dann hat ihr Hund unweit einer der Bänke ein zertretenes »Kippe-Dippe« im Gebüsch gefunden. Immer wenn wieder ein gerade erst ersetzter Behälter verschwand, hielt Müller Ausschau und fand seitdem fünf zerstörte und mit allem möglichen Müll gefüllte Exemplare im Umfeld der beiden Bänke. »Auch kleine Kärtchen mit persönlicher Ansprache und dem Wortlaut ›Bitte zerstör mich nicht, bitte klau mich nicht, bitte verschmutze nicht den Wald. Wenn du ein Problem hast, wende dich an die Umpas‹ haben den ›Kippe-Dippe‹-Dieb nicht abgehalten«, erzählt Müller. Dabei ist sie so froh, dass es, seitdem es die kleinen Eimerchen gibt und sie sie regelmäßig leert, kaum noch Zigarettenstummel rund um die von ihr betreuten Bänke gibt. Deshalb wird sie nicht müde, sich weiter zu engagieren. Denn jeder Zigarettenstummel verunreinigt 40 Liter Grundwasser und damit auch Trinkwasser. Bleiben sie in der Natur liegen, sind in nur 30 Sekunden durch Regen die Giftstoffe wie Nikotin, Cadmium, Blei oder Arsen fast völlig aus dem Filter gewaschen. Diese bestehen aus Kunststoff und durch Zerfall und Reibung entsteht Mikroplastik, das Felder und Meere verunreinigt und in unsere Nahrung gelangt.

Die Umpas appellieren an die Raucher, die »Kippe-Dippe« zu nutzen und zu helfen, die Kippenflut zu stoppen. Außer Müller gibt es derzeit weitere sechs Bank-Paten. Die Umpas suchen noch weitere Freiwillige, die Stellen kennen, an denen der Boden rund um eine Bank mit Kippen übersät ist und dort eine Bankpatenschaft übernehmen. »Geeignete ›Kippe-Dippe‹-Paten sind Personen, die regelmäßig an der Stelle oder der Bank vorbeikommen, um so kontrollieren und entleeren zu können«, heißt es auf der Homepage der Umpas. Interessenten können sich melden unter info@umpas-schmitten.de.

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