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»Wir alle haben es in der Hand«

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Schmitten . Seit Mitte September läuft in Schmitten die Nachfragebündelung zum Glasfaserausbau. Jetzt geht es in den Endspurt. Stichtag ist am 11. Dezember. Dann müssen 40 Prozent der Haushalte der Feldberggemeinde ihr Interesse bekundet haben, damit der Ausbau realisiert wird. Im Interview mit Evelyn Kreutz macht Bürgermeisterin Julia Krügers (CDU) deutlich, welche Chance das für Schmittens Zukunftsfähigkeit bedeutet.

Warum ist diese Chance so einmalig für die Gemeinde?

Ohne Glasfaser würde die Gemeinde von der digitalen Zukunft abgeschnitten. Gerade in Pandemie-Zeiten erleben wir alle die Abhängigkeit von einer schnellen und verlässlichen Internetverbindung, ob für Homeoffice und Homeschooling, berufliche und private Videokonferenzen, Radio- und TV-Empfang oder Smart-Home-Lösungen. Flächendeckendes Internet ist ein wichtiger Standortvorteil, um innovatives Gewerbe anzuziehen. Und es gibt Schätzungen, dass ein Glasfaseranschluss den Wert einer Immobilie um drei bis acht Prozent erhöht.

Schmitten, Ober- und Niederreifenberg sowie Arnoldshain liegen deutlich unter 40 Prozent. Warum sollte man dort, wo es eine gute Internetversorgung gibt, auch an einen Glasfaseranschluss denken?

Die derzeitige Internetanbindung wird mittelfristig an ihre Grenzen stoßen. Falls wir jetzt die 40 Prozent nicht schaffen, sehe ich keine Möglichkeit, wie wir später flächendeckend die moderne Infrastruktur in den Boden bekommen.

Können die Bürger auch einen anderen Anbieter auswählen?

Derzeit werben verschiedene Netzbetreiber. Klar ist: Für dieses Infrastrukturprojekt gibt es nur diesen einen Partner. Die Gemeinde hat den Kooperationsvertrag für den privaten Glasfaserausbau mit Deutsche Glasfaser geschlossen. Nur dieses Unternehmen war bereit, flächendeckend Glasfaser in allen Ortsteilen bis in alle Häuser zu verlegen, wenn mindestens 40 Prozent aller Haushalte mitmachen. Deutsche Glasfaser baut das Glasfasernetz auf und gewährt nach 24 Monaten auch anderen Anbietern den Zugang zu diesem Netz. Danach ist es jederzeit möglich, zu wechseln.

Was ist mit den Sorgen der Interessenten, dass bei den Arbeiten der halbe Vorgarten ruiniert wird?

In Weilrod ist die Umsetzung schon in vollem Gang. Dank modernster Technik werden die Leitungen unter dem Garten bis ins Haus verlegt. Vorher bespricht Deutsche Glasfaser mit jedem Eigentümer bei einer Hausbegehung, wie das durchgeführt werden soll, und protokolliert das.

Das betrifft Hauseigentümer. Aber was machen Mieter?

Auch Mieter können Verträge abschließen. Für die Verlegung muss aber der Hauseigentümer nachträglich zustimmen. Besser wäre es, vorher das Gespräch mit seinem Vermieter zu suchen.

Im Reifenberger Weg wurden kürzlich Glasfaserkabel verlegt. Kommt das Glasfasernetz nicht sowieso?

Nein, das wäre ein fataler Denkfehler. Derzeit erschließt der Hochtaunuskreis in einem von Bund und Land geförderten Projekt mit Deutsche Glasfaser die sogenannten »weißen Flecken«. Dies betrifft nur wenige Adressen in Schmitten, die derzeit unter 30 Mbit haben, und hat mit dem flächendeckenden privatwirtschaftlichen Glasfaserausbau nichts zu tun.

Können Bürger später noch einen Glasfaseranschluss beantragen?

Bei diesem Projekt gibt es vielleicht kein »Später«. Wenn nicht mindestens 40 Prozent der Haushalte bereit sind mitzumachen, kommt das Projekt nicht zustande. Wir alle haben es jetzt in der Hand, unsere Gemeinde ganz nach vorne zu bringen. Ich bin sicher, die Schmittener lassen sich diese Chance nicht entgehen.

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