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Putin-Rückschlag? Brisanter Geheimdienstbericht sieht Russlands wichtigste Kriegsziele gefährdet

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Von: Andreas Schmid

Russlands Präsident Wladimir Putin mobilisiert weitere Streitkräfte im Krieg mit dem Nachbarland Ukraine
Russlands Präsident Wladimir Putin mobilisiert weitere Streitkräfte im Krieg mit dem Nachbarland Ukraine. Doch sind seine Ziele gefährdet? © IMAGO/Adrien Fillon

Auch nach der großen Gegenoffensive scheint die Ukraine weiter Erfolge gegen Russland zu erreichen. London sieht Putins entscheidenden Ziele gefährdet.

Moskau – Teilmobilmachung und Scheinreferenden. Mit einer Art taktischem Doppelschlag scheint Kremlchef Wladimir Putin den Krieg dieser Tage beeinflussen zu wollen – inklusive abermaliger Atomwaffendrohungen („Ich bluffe nicht.“). Einige Experten sehen in der aktuellen Strategie ein Eingeständnis russischer Kriegsprobleme. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach zuletzt von einem „Akt der Verzweiflung“. Der britische Geheimdienst meint nun gar sehr konkret, dass Russlands Kriegsziele gefährdet sind.

Ukraine-Krieg: Briten-Geheimdienst sieht entscheidende Russland-Ziele gefährdet

Laut aktuellem Lagebericht des Londoner Verteidigungsministerium setzt die ukrainische Armee die russischen Besatzer in Gebieten unter Druck, die Moskau für seine Kriegsziele als entscheidend ansieht. So bröckle bereits die Verteidigungslinie, auf die sich die Russen nach jüngsten Gebietsverlusten im Nordosten des Landes zurückgezogen hatten.

Als Indiz dafür sehen die Briten, dass die Ukrainer bereits Brückenköpfe am östlichen Ufer des Flusses Oskil im Oblast Charkiw errichtet haben. Die Russen wollten den Fluss demnach eigentlich in eine befestigte Verteidigungslinie integrieren.

Etwas südlicher, im Oblast Donezk, dauern den Briten zufolge die Kämpfe bei Angriffen der Ukrainer auf die Stadt Lyman am Ostufer des Flusses Siwerskyj Donez an. Russlands Invasionstruppen hatten die Stadt im Mai erobert.

Ukraine-Krieg: Russland hat laut London Probleme bei Umsetzung von Teilmobilisierung

Darüber hinaus zweifelt Großbritannien an Russlands Fähigkeiten zur angeordneten Teilmobilisierung hundertausender Reservisten. „Russland wird wahrscheinlich mit logistischen und administrativen Herausforderungen zu kämpfen haben, die 300.000 Soldaten auch nur zu mustern“, hieß es am Donnerstag aus London.

Die russische Militärführung werde vermutlich versuchen, mit den ausgehobenen Truppen neue Einheiten aufzustellen. Diese seien aber „wahrscheinlich monatelang nicht kampffähig“. Der britische Geheimdienst wertete die Teilmobilisierung als Zeichen russischer Schwäche. „Der Schritt ist praktisch ein Eingeständnis, dass Russland seinen Vorrat an willigen Freiwilligen für den Kampf in der Ukraine erschöpft hat.“ (as/dpa)

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