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Ukraine-Krieg: Russischer Politiker fordert Todesstrafe für Asow-Kämpfer

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Von: Helena Gries, Kim Hornickel, Tobias Utz, Lukas Zigo, Daniel Dillmann, Nail Akkoyun, Marvin Ziegele, Andreas Apetz

Im Osten der Ukraine toben heftige Kämpfe. Russland setzt den Raketen- und Artilleriebeschuss fort. Der Newsticker.

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+++ 20.45 Uhr: Der russische Senator Andrey Klichas fordert die Todesstrafe für alle ukrainischen Soldaten, die erst vor Kurzem das von russischen Truppen belagerte Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen haben. Die ukrainischen Kämpfer befinden sich derzeit in Kriegsgefangenschaft. Senator Klichas sieht die Todesstrafe, die in den „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk weiterhin praktiziert wird, als angemessene Strafe an. So müssten die Soldaten „für ihre Taten bestraft werden“, sagte der russische Politiker. Er wiederholte außerdem die von Russland propagierte Behauptung der russischen Führung, bei den im Stahlwerk eingeschlossenen Soldaten handele es sich um „Nazis“.

Ukraine-Konflikt, Eindrücke vom Asow-Stahlwerk in Mariupol  Ukraine-Konflikt, Eindrücke aus Mariupol  DONETSK REGION, UK
Das Asow-Stahlwerk in Mariupol ist nach wie vor schwer umkämpft. © IMAGO/Peter Kovalev

Ukraine-Krieg: Russland soll „Terminator“-Militärfahrzeuge einsetzen

+++ 16.30 Uhr: Russland soll erstmals im Ukraine-Krieg sogenannte „Terminator“-Militärfahrzeuge einsetzen. Das zeigen offenbar Videoaufnahmen auf Twitter. Wie ntv berichtet, soll es sich bei dem Panzer um ein Fahrzeug vom „Typ BMPT“ handeln. Das Fahrzeug soll feindliche Panzerabwehr-Trupps ausschalten und so die eigenen Panzer beschützen. In Russlandfreundlichen Telegram-Gruppen wird das Fahrzeug als Wladimir Putins „Wunderwaffe“ gefeiert. Der Einsatz des „BMPT“-Terminator erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die russische Invasion in der Ukraine Putins wichtigste Panzer – den „T-90M“-Panzer – stark in Mitleidenschaft gezogen hat. Ukrainische Truppen beschießen die Panzer fortwährend mit Raketen. 

+++ 15.45 Uhr: Der Gouverneur der westrussischen Region Belgorod hat der Ukraine erneut den Beschuss einer Ortschaft unweit der Grenze vorgeworfen. Dabei sei ein junger Mann verletzt worden, teilte Wjatscheslaw Gladkow am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal mit. Der Mann werde medizinisch behandelt, sei aber nicht in Lebensgefahr. Gladkows Aussagen zufolge wurden zudem sechs Wohnhäuser, ein Auto und eine Starkstromleitung beschädigt.

Der Ort Solochi liegt etwa zehn Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. In der vergangenen Woche wurde Solochi nach russischen Angaben schon einmal beschossen. Damals kam bei dem Angriff demnach ein 18-jähriger Mann ums Leben, sieben weitere Menschen wurden verletzt. Russland, das am 24. Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat, beklagt seit Wochen immer wieder ukrainische Angriffe auf eigenes Staatsgebiet. Der spektakulärste Fall ereignete sich in der Großstadt Belgorod Anfang April, als Öldepots aus Hubschraubern beschossen worden sein sollen und ein Brand ausbrach. Die russischen Behörden leiteten daraufhin ein Verfahren wegen eines Terroranschlags ein. Die Ukraine bestätigte eine Beteiligung allerdings nie.

Ukraine-Krieg: Hochrangige Offiziere harren noch in Asow-Stahlwerk aus

+++ 15.00 Uhr: Auch wenn sich viele Soldaten aus dem Stahlwerk von Mariupol „ergeben“ haben, wie es der Kreml bezeichnete, sollen sich noch immer hochrangige ukrainische Kommandeure in dem Stahlwerk befinden. Sie hätten sich noch nicht ergeben, wie lokale Medien am Mittwoch den pro-russischen Separatistenführer Denis Puschilin zitierten. Die Nachrichtenagentur DAN zitierte Puschilin mit den Worten, unter den Hunderten von Kämpfern, die sich ergeben hätten, befänden sich keine Kommandanten der höchsten Ebene. „Sie haben (die Anlage) noch nicht verlassen“, sagte er.

+++ 12.45 Uhr: Der fast drei Monate dauernde Kampf um das Asow-Stahlwerk scheint beendet. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hat die russische Armee fast 1000 Soldaten, die sich dort verschanzt hatten, gefangen genommen. Sie hätten sich allesamt freiwillig ergeben. Die Verwundeten seien unverzüglich in Krankenhäuser gebracht worden. Was aus den übrigen Kriegsgefangenen wird, ist bislang unklar.

Ukraine-Krieg: Russland beschießt Wohngebiete mit Raketen

+++ 11.00 Uhr: Offenbar hat eine russische Rakete ein Wohngebiet in der westukrainischen Stadt Mykolajiw getroffen. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent unter Berufung auf den staatlichen Notdienst der Ukraine. Fotoaufnahmen, die das Nachrichtenportal auf Twitter veröffentlichte, zeigen das Ausmaß des Schadens. Laut Notdienst wurde durch den Raketenangriff eine Person verletzt sowie zahlreiche Häuser zerstört.

+++ 10.00 Uhr: Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben sich 959 ukrainische Soldaten aus dem Stahlwerk in Mariupol angeblich ergeben. 700 davon seien mittlerweile in Gefangenschaft. Zahlreiche Soldaten seien zudem verletzt, hieß es am Mittwochmorgen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Russische Munitionsdepots zerstört

+++ 09.00 Uhr: Die Ukraine meldet die Zerstörung von zwei russischen Munitionsdepots in der Region Cherson. Laut Angaben des Oberkommandos im Süden setzt sich auch der Artilleriebeschuss aus Russland fort.

+++ 07.40 Uhr: Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine verzeichnete das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) insgesamt 7814 zivile Opfer. Dazu zählen 3752 Tote und 4062 Verletzte. Die meisten der registrierten zivilen Opfer wurden demnach durch den Einsatz von Sprengwaffen mit weitem Wirkungsbereich verursacht, einschließlich Beschuss durch schwere Artillerie und Mehrfachraketensysteme sowie Raketen- und Luftangriffe.

Unter den 3.752 Toten infolge des Ukraine-Krieges sind nach Angaben des OHCHR 1.406 Männer, 927 Frauen, 86 Mädchen und 96 Jungen sowie 68 Kinder und 1.169 Erwachsene, deren Geschlecht noch unbekannt ist. Zu den insgesamt 4.062 Verletzten zählen 675 Männer, 472 Frauen, 96 Mädchen und 104 Jungen sowie 165 Kinder und 2.550 Erwachsene, deren Geschlecht noch unbekannt ist. Wie das OHCHR weiter mitteilt, ist davon auszugehen, dass die tatsächlichen Zahlen der Opfer erheblich höher sind.

Ukraine-Krieg: Russland beschießt Grenzregionen mit Mörsern und Luftwaffe

+++ 06.35 Uhr: Russland setzt seinen Beschuss an der Grenze der Ukraine fort. Grenzschutzbeamte meldeten mehrere Fälle des russischen Waffeneinsatzes an der russisch-ukrainischen Grenze im Oblast Sumy und in der Region Tschernihiw. Zwei Dutzend Mörserminen seien in diesem Gebiet explodiert. Zudem soll es starken Beschuss mit großkalibrigem Maschinengewehren aus russischen Panzern gegeben haben. Mehrere Häuser im Bezirk Schostka in der Region Sumy sollen dabei zerstört worden sein. Das berichtet die ukrainische Online-Zeitung Prawda mit Berufung auf den staatlichen Grenzschutzdienst der Ukraine.

Demzufolge haben ukrainische Grenzschutzbeamte am 17. Mai russische Flugzeuge und Drohnen beobachtet, die in der Nähe der Grenze flogen. Die ukrainische Zeitung berichtet weiter von einem Angriff auf ukrainisches Territorium aus dem russischen Dorf Lokot. Bereits am Tag zuvor hatten russische Truppen versucht, von diesem Dorf aus in die Region Sumy einzudringen. Sie sollen jedoch auf Widerstand der Grenzschutzbeamten gestoßen sein und sich infolgedessen zurückgezogen haben.

Ukraine-Krieg: Russland mit neuen Raketenangriffen – Selenskyj nennt Details zu Mariupol-Evakuierung

Update vom Mittwoch, 18. Mai, 02.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mitgeteilt, dass die jüngsten Raketenangriffe Russlands lediglich Versuche seien, bisherige, militärische Versäumnisse im Ukraine-Krieg, nachzuholen. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent unter Berufung auf Aussagen Selenskyjs. Zudem erklärte der ukrainische Präsident, dass die Evakuierung der verwundeten Soldaten aus dem Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol andauere. Diese sei noch nicht beendet und werde von „einflussreichsten internationalen Vermittlern“ beaufsichtigt. Die Aussagen lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 22.20 Uhr: Die russischen Angriffe auf die östlichen Regionen der Ukraine gehen weiter. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Donezk, Pavlo Kyrylenko, wurden durch den russischen Beschuss sieben Zivilisten getötet und sechs weitere verletzt.

Ukraine-Krieg: Behörden berichten von Beschüssen auf russischem Gebiet

+++ 21.30 Uhr: Russische Behörden haben am Dienstag (17. Mai 2022) in zwei Regionen Beschuss von ukrainischem Territorium aus gemeldet. Im Gebiet Belgorod sei eine Person in einem Dorf leicht verletzt worden, sagte der Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Im Gebiet Kursk sei zudem ein Grenzposten beschossen worden. Nach ersten Erkenntnissen sei niemand zu Schaden gekommen, teilte der Kursker Gouverneur Roman Starowoit mit. Der Grenzposten sei seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bereits zum vierten Mal beschossen worden, hieß es.

Ukraine-Krieg: Reporterteam findet zerstörte russische Panzer nahe Fluss Siverkij Donez

+++ 20.20 Uhr: Ein CNN-Team fand am Dienstag (17. Mai 2022) die Überreste russischer Panzerfahrzeuge nahe der östlichen Stadt Bilohorivka. Dort hatte das russische Militär eine der größten Niederlagen des Krieges erlitten. Ukrainischen Angaben zufolge wurden in der vergangenen Woche „mindestens 73 Ausrüstungseinheiten“ zerstört, darunter T-72-Panzer und eine Reihe von Schützenpanzern, als eine russische Brigade versuchte, den Fluss Siverkij Donez zu überqueren.

Das Gelände sei übersät mit zerstörten russischen Panzern, die von ihren Türmen getrennt waren. „Sie hatten drei mögliche Orte zum Überqueren“, erklärte ein ranghoher Offizier, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte. „Sie versuchten es an dem ersten, sie scheiterten, sie wurden dort zerschmettert. Beim zweiten Ort genau dasselbe, sie wurden zerschmettert.“

Ukraine-Krieg: Raketeneinschläge in Bachmut – Opferzahlen noch ungewiss

+++ 18.15 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge ist die Stadt Bachmut in der Region Donezk am Dienstag von russischen Raketen getroffen worden. Die Einschläge habe den Angaben der Regionalpolizei Donezk nach ein fünfstöckiges Gebäude zerstört. Wie CNN berichtet, sei dabei eine Person getötet und ein 9-jähriges Kind schwer verletzt worden.

Ukraine-Krieg: Weitere Buskolonne verlässt Stahlwerk Asowstal

+++ 16.30 Uhr: Russischen Staatsmedien zufolge hat eine weitere Buskolonne das belagerte Stahlwerk Asowstal verlassen. Die Busse „mit angeblich aufgegebenen Kämpfern aus dem Asowstal-Werk, begleitet von gepanzerten Fahrzeugen, bewegten sich zum Ausgang von Mariupol“, berichtete die Nachrichtenagentur RIA Novosti – und fügte hinzu, dass vor der Abfahrt der Buskolonne mehrere Stunden lang keine Schüsse auf das Asowstal-Werk abgefeuert worden seien. Am Dienstag erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, dass sich 265 Kämpfer, darunter 51 Schwerverletzte, bei Asowstal ergeben hätten und am Montagabend evakuiert worden seien.

Ukraine-Krieg: Putin wirft Westen „Krieg“ vor – 3000 Zivilisten wohl in russischer Strafkolonie

+++ 15.00 Uhr: Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Kiyv Independent sollen Russlands Streitkräfte im Gebiet Donezk mehr als 3000 Einwohner von Mariupol in einem „Filtrationsgefängnis“ festhalten. Nach den Angaben halten die russischen Truppen sie in einer ehemaligen Strafkolonie im Dorf Olenivka im Gebiet Donezk fest. Unter ihnen sollen sich etwa 30 Freiwillige befinden, die versuchten, humanitäre Hilfe in das belagerte Mariupol zu bringen. Zivilisten werden mit Elektroschocks gefoltert, bevor sie in die Kolonie gebracht werden, heißt es in dem Bericht. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 13.50 Uhr: Die Bemühungen zur Rettung der letzten in Mariupol verbliebenen ukrainischen Soldaten gehen Angaben aus Kiew zufolge weiter. „Wir arbeiten an weiteren Etappen der humanitären Operation“, schrieb die ukrainische Vize-Regierungschefin, Iryna Wereschtschuk, am Dienstag im Nachrichtendienst Telegram. Die 52 Schwerverletzten, die am Montag aus dem Stahlwerk Azovstal herausgebracht wurden, würden bald gegen russische Kriegsgefangene ausgetauscht, sagte sie. Von russischer Seite gab es dafür weiter keine Bestätigung. 

Ukraine-Krieg: „Nazi-Verbrecher unterliegen keinem Austausch“

+++ 13.40 Uhr: Der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, hat sich nach der Gefangennahme ukrainischer Kämpfer in der Hafenstadt Mariupol gegen einen generellen Gefangenenaustausch ausgesprochen. „Nazi-Verbrecher unterliegen keinem Austausch. Das sind Kriegsverbrecher, und wir müssen alles dafür tun, sie vor Gericht zu bringen“, sagte der Duma-Chef am Dienstag bei einer Plenarsitzung. Die Ukraine wiederum hofft auf einen Austausch der mehr als 260 eigenen Soldaten, die das seit Wochen belagerte Stahlwerk Azovstal zuvor verlassen hatten. 

Ukraine-Krieg: Putin wirft Westen „Krieg“ vor – Russland erleidet schwere Verluste

+++ 12.40 Uhr: Der Gouverneur des Gebiets Lemberg berichtet, dass russische Raketenangriffe Schäden an der Eisenbahninfrastruktur verursacht haben. Maksym Kozytsky sagte, dass die russischen Streitkräfte über Nacht eine Eisenbahninfrastrukturanlage im Distrikt Yavoriv getroffen hätten, aber bisher gebe es keine Berichte über Verletzungen oder Todesfälle.

+++ 12.40 Uhr: Russlands Militär hat über zahlreiche Raketenangriffe auf verschiedene Landesteile der Ukraine berichtet. In der westukrainischen Region Lwiw seien mit Raketen des Typs Kalibr ukrainische Reservisten sowie ausländische Militärtechnik attackiert worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag. Im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw seien unter anderem militärische Ausbildungszentren angegriffen worden. 

Ukraine-Krieg: Putin wirft Westen „Krieg“ vor – Russland erleidet schwere Verluste

+++ 11.50 Uhr: Die aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol evakuierten ukrainischen Soldaten haben sich laut Angaben Moskaus „ergeben“ und befinden sich nun in russischer Gefangenschaft. 265 Kämpfer hätten binnen 24 Stunden ihre Waffen niedergelegt, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. 51 von ihnen seien mit schweren Verletzungen zur Behandlung nach Nowoasowsk gebracht worden.

Erstmeldung vom Dienstag, 17. Mai, 11.45 Uhr: Der Kreml hat dem Westen vorgeworfen, gegen Russland einen Krieg zu führen. „Es sind Feindstaaten. Weil das, was sie tun, Krieg ist“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag mit Bezug auf Präsident Putin. Der hatte zuvor schon mit Blick auf die westlichen Sanktionen von einem wirtschaftlichen „Blitzkrieg“ gesprochen. Der eigene Angriffskrieg auf die Ukraine, der inzwischen fast drei Monate andauert, wird von der russischen Führung nur „militärische Spezialoperation“ genannt. (aa/dil/tu/kh/lz/nak/marv mit dpa/AFP)

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